we happy few vorspiel feature Vorspiel

We Happy Few


Früher waren wir alle traurig
wir weinten jeden Tag
es nieselte, wir waren oft krank
jetzt ist alles total stark
jetzt lachen immer alle und reißen ständig Witze
wir sind nur noch am Baden gehn, wejen die Hitze
und ich find es wirklich scharf
dass ich das noch erleben darf

Die Ärzte, Hurra

Die abartig gute Stimmung in der britischen Kleinstadt Wellington Wells, in einem alternativen 1964, kommt nicht von ungefähr, immerhin nehmen alle Einwohner die Droge „Joy“. Nach einer Pille dieser Droge, wird ein wolkenverhangener Himmel zu einem, mit Regenbogen überfluteten Zuckerwatte AlbTraum, verdorbenes Obst wird zum köstlichen Fruchtbouquet und sowieso ist alles so super. Gleichzeitig wird alles daran getan, die Bürger möglichst von schlechten Nachrichten fern zu halten. Man möchte ja nichts riskieren. In diesem Szenario übernimmst du die Kontrolle über Arthur Hastings. Sein Job ist es, Zeitungsartikel zu lesen und gegebenenfalls zu zensieren… bis er über einen Artikel aus seiner Vergangenheit stolpert.
Damit kommt die Handlung des Spiels in Fahrt… sofern du dich dazu entscheidest keine weitere Pille „Joy“ zu nehmen. In diesem Fall dauert es nicht sehr lang bis deinen Arbeitskollegen, nach einer verstörenden Szene die eine ganz besondere Piñata beinhaltet, bemerken, dass du die Droge abgesetzt hast und zu einem Downer geworden bist. Es folgt die Flucht vor der Gute-Laune-Polizei und ein böses Erwachen im Untergrund.

Tödliche Delikatessen

Sobald du die Kanalisation verlässt, beginnt das eigentliche Spiel von Compulsion Games (Contrast), dass den Flair von Bioshock mit den Survial Elementen aus The Long Dark kombinieren möchte. Du findest dich in einem Außenbezirk von Wellington Wells wieder, in dem die sogenannten Downer abgeschoben worden sind. Hier herrscht betrübte Stimmung und wer sich nicht selbst umbringt, wird wahrscheinlich Opfer von Streitigkeiten unter den Downern oder Polizeigewalt.
Unter anderem kämpft man hier nicht nur um Kleinigkeiten, sondern um Nahrung und Wasser. Auf lange Sicht hin, wirst du einem Konflikt nicht aus dem Weg gehen können, wenn du deiner Spielfigur etwas unverdorbene Nahrung besorgen möchtest. Nur wer fit und gesund ist, kann einen Kampf überstehen. Zur Not kannst du auch verdorbenes Essen zu dir nehmen, was zwar ein wenig satt, dich aber auch krank macht. Dafür gibt es zwar Tabletten, die natürlich besonders rar sind. Selbes gilt für Heilmittel und Verbände. Ein dreckiger Verband ist schnell über das einfache Crafting Menü hergestellt, kann aber auch deine Wunde infizieren.

Bastelstunde und Drogentrips

Spätestens um eine der ersten Quests zu lösen, musst du ein bestimmtes Werkzeug herstellen. Die Bauteile dafür liegen natürlich nicht so einfach in der Spielwelt rum, sondern müssen entweder erhandelt, erkämpft oder geklaut werden. In meinem Durchlauf der Alpha Version gab es nur wenig Möglichkeiten um an einem Kampf vorbei zu kommen, später sollen aber schleichen und verstecken in den Vordergrund gestellt werden. In der aktuellen Version kannst du schon verschiedene Kleidungsstücke tragen, die je nach Spielgebiet mehr oder weniger verdächtig wirken. So ist ein sauberer Anzug unter den Downern nicht gerade gern gesehen, während du dich in verranzten Lumpen kaum unter die Wellies mischen kannst… egal wie viel Joy die bereits geschluckt haben. Allerdings hilft manchmal auch die beste Tarnung nicht um unterzutauchen, weswegen du im Fall der Fälle Joy schlucken kannst. Das experimentieren mit der Droge (und vielleicht noch anderen Substanzen) soll später auch zur Lösung diverser Rätsel beitragen… vielleicht kannst du ja das Ziel nur unter Einfluss der Droge sehen, oder eben nicht.

Der Early Access Fluch

Aktuell befindet sich We Happy Few noch in der Entwicklung. Daher ist die Early Access Version bzw die Game Preview auf der Xbox One nur ein winzig kleiner Blick in die Zukunft des Spiels. Bis auf die Kulisse, die gekonnt den Bioshock Flair versprüht und einigen Survival Mechaniken, ist noch nicht viel zu sehen. Auf der einen Seite ist es clever von den Entwicklern, dass sie in einer so frühen spielbaren Phase noch nichts von der Story und erweiterten Spielmechaniken zeigen.. auf der anderen Seite kann sowas von den Käufern dieser Version falsch verstanden werden.
Was man aber bereits sehen kann ist, dass die Entwickler die Unreal Engine 4 großartig im Griff und ein gutes Gefühl für Leveldesign, besonders was Points of Interest angeht, haben.

Für mich passen die Atmosphäre und die bisher eingebauten Mechaniken und lassen mich sehnlich auf das nächste Update warten. Allerdings besteht die Gefahr (wie bei jedem Early Access Titel), dass die Versprechen der Entwickler nicht gehalten werden können.