kcd_gc17_feature Vorspiel

gamescom 2017 – Kingdom Come: Deliverance


Böhmen, 1403. Der König ist tot, sein Sohn Wenzel übernimmt den Thron und ist, im Gegensatz zu seinem Vater, ein schlechter Monarch. Sigismund, seinerzeit König von Ungarn, nutzt die Schwäche seines Halbbruders aus, entführt ihn und zieht plündernd, raubend und mordend mit seinen Söldnern durch das Land. Das ehemals schöne und reiche Böhmen im Herzen des Heiligen Römischen Reiches wird von Krieg und Chaos geschüttelt, die Bürger leiden und viele sterben einen sinnlosen Tod – so wie auch die Eltern von Heinrich. Der Sohn eines Schmiedes sucht, nach einem Söldnerangriff auf seine Heimatstadt Skalitz, nach Vergeltung. Er schließt sich den Truppen Sir Radzigs an und wird ein Teil des Bürgerkrieges, der in Böhmen herrscht.

So beginnt die Story des heiß erwarteten Kingdom Come: Deliverance. Ich konnte mir auf der gamescom ein Bild vom Gewinner des Gamescom-Awards für das beste PC-Spiel machen. Stimmungsvoll empfängt uns schon der Raum, ich sitze auf einer Holzbank mit Fellen und die Wände werden von einem großen Wandbild und einem künstlichen Kaminfeuer geschmückt. Nachdem der neuste Trailer für die richtige Stimmung sorgt, geht es im Spiel in genau diesem Raum los. Nur diesmal eins zu eins im Spiel nachgebildet – eine wirklich gute Idee. Wandbild, Tische, Bänke alles passt. Nicht nur in dieser Szene, auch im Rest des Titels versprechen die Jungs von Warhorse Studios ein möglichst realistisches und historisch korrektes story-basiertes Open-World-RPG. In den folgenden Spielminuten der gamescom Demo erfährt man, dass in der Nähe ein Dorf überfallen wurde und die dort stationierten Pferde ihr Leben lassen mussten. Heinrich bittet sich den Truppen anschließen zu dürfen, die den Vorfall untersuchen, denn er vermutet die gleichen Männer dahinter, die auch seine Eltern getötet haben. Also schwingen wir uns auf sein Ross und folgen den Männern durch die hübsch nachgebildete böhmische Landschaft zum nahe gelegenen Ort. Dort angekommen beginnen wir mit den Untersuchungen. Wir befragen die Bürger, sichten die Kadaver und suchen nach Hinweisen darauf, was sich hier ereignet hat und wohin die Söldner verschwunden sind.

Um diese und viele weitere Quest in Kingdom Come: Deliverance zu lösen, gibt es mehr als einen Weg. Allerdings muss der Spieler auch die Konsequenzen für sein Handeln tragen, da sich die Geschichte mit den Entscheidungen verändern kann. Wie Quests gelöst werden, ob mit Diplomatie oder Gewalt, liegt ebenfalls in der Hand des Spielers, dabei sollte man aber immer ein Auge auf den eigenen Ruf haben. Wird Heinrich gesehen wie er beispielsweise einen Bogen klaut, schauen die Bewohner nicht einfach weg, sondern melden das Verbrechen oder greifen ein. Jetzt gilt es sich auf den Dialog zu konzentrieren und vielleicht kann Heinrich sich noch aus der Sache herausreden. Keine Lust auf Diplomatie? Dann wird das Schwert ausgepackt und der Spieler entdeckt das Kampfsystem. Aber wer jetzt das Schwert zieht und einfach drauflos knüppelt wird überrascht sein. Warhorse Studios präsentiert ein innovatives Kampfsystem und will auch hier möglichst historisch akkurat bleiben. Der Spieler bekommt einen realistischen Einblick in den Schwertkampf des Mittelalters – leicht zu lernen, schwer zu meistern.

Mein Ersteindruck

Kingdom Come: Deliverance erscheint am 13. Februar 2018 und ich bin gespannt womit mich Warhorse Studios bis dahin noch überraschen wird. Bisher macht der Titel einen sehr guten Eindruck auf mich, die Story ist interessant, die Grafik bisher schon recht hübsch, der angekündigte hohe Grad an Realismus und historischer Akkuratesse faszinieren mich. Die Vorschusslorbeeren durch den Gamescom-Award wollen im Nachhinein auch verdient und bestätigt werden.


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