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Gamescom 2016 // Dropzone


Was schafft man alles in 15 Minuten? Nasse Wäsche aufhängen, Frühstücken, ein zwei Zimmer durchsaugen oder die Kinder ins Bett bringen? Duschen, den Grill anzünden, rund zwölf mal Sex haben oder ein eSport Match zocken? Moment mal…
Während ich auf der Gamescom am Gameforge Stand ganz entspannt einen kalten Softdrink und ein heißes Thai-Chicken-Panini (nomnomnom, danke dafür!) verdrücke, konnte ich noch nicht ahnen, was mich gleich erwarten würde. Auch als ich mit einem breiten Grinsen aufgerufen und in einen kleinen Präsentationsraum mit Sitzecke geführt werde, hab ich noch keinen Schimmer davon, was mich die nächsten Minuten erwarten wird.

Na komm schon… komm, komm, komm, kommkommkomm! JAWOLL! Da hab ich das Ding, ging gerade noch so rein gemacht… pfeew… in letzter Sekunde noch gepunktet!

Ich, fünf Sekunden vor Rundenende in Dropzone

15 anstrengende Minuten harter Arbeit später, steht mir der Schweiß auf der Stirn und ich bin nur knapp einem Krampf in den Fingern entgangen… Dropzone ist nichts für den entspannten Strategie-Nachmittag, sondern 15 Minuten Hardcore voll mit emotionalen Höhen und Tiefen.

Gemischte Tüte

Die Entwickler hinter Dropzone haben sich ein hartes Ziel gesetzt: den eSport im MOBA/Strategiesektor einmal gehörig von hinten aufrollen und durchschütteln. Allerdings sind die Mädels und Jungs von den Sparkypants Studios kein unbeschriebenes Blatt, sondern Veteranen der Gamesbranche. Nach dem sie an erfolgreich an Spielen wie Rise of Nations oder Sid Meier’s Alpha Centauri gearbeitet hatten, hieß es „back to basement“ und so fand man sich im kleinen Team in einem Keller wieder.



Es ist nun allerdings nicht so, als wäre der eSports Sektor braches Ackerland. Immerhin zählen bereits Titel wie League of Legends und StarCraft II seit gefühlten Ewigkeiten zu den Platzhirschen, an denen schon unzählige andere ambitionierte Titel zuverlässig gescheitert sind. Im Vergleich zu Dropzone wollten diese Titel aber meistens immer wenigstens genau so sein, wie ihre großen Vorbilder und vielleicht sogar noch ein bisschen mehr. Sparkypants haben sich also den Markt genauer angesehen, dabei ganz sicher auch einige Partien Heroes of the Storm gespielt und aus allen interessanten Titeln die spaßigsten Elemente raus genommen und den restlichen Ballast anschließend einfach weggeworfen. Herausgekommen ist ein Echtzeitstrategiespiel, in dem sich zwei Spieler, mit je drei Helden-Einheiten in fetten Kampfrobotern in eine Schlacht um die sogenannten Cores stürzen. Diese Cores bekommst du nur, wenn du KI gesteuerte Aliens erledigst, die ihre Nester überall auf den symmetrischen Karten haben. Doch damit nicht genug, denn um den Punkt dafür anschließend auch gut geschrieben zu bekommen, müssen diese Cores in die Mitte der Karte gebracht werden. Klingt irgendwie nach den Nebenaufgaben aus Heroes of the Storm gepaart mit dicken Einheiten aus StarCraft II, oder? Du liegst damit gar nicht so falsch…

Quickie gefällig?

Ein Match in Dropzone braucht nur 15 Minuten, was allerdings ausreichend ist, um Gelegenheits-Strategen wie mich gehörig ins Schwitzen zu bringen. Meine drei Helden setzen sich aus einem Tank, einen Supporter (Mechanic) und einer offensiven Einheit (Gunner) mit jeweils unterschiedlichen Fähigkeiten zusammen. Natürlich mit ihren eigenen Vor- und Nachteilen. Hier ein kleines Nest erledigen und den Core einsammeln oder einen Aussichtspunkt einnehmen, kann ich meistens auch mit einer einzelnen Einheit. Wenn es allerdings Rammelbammel um die zentral gelegene Core-Abgabestelle gibt, muss ich alle meine Einheiten zusammen einsetzen. Zum einen dauert das übertragen eines Cores ein paar Sekunden, in den die Einheit nicht benutzt werden kann, zum anderen bekommt mein Gegner natürlich ein Signal, dass ich gerade einen Punkt machen möchte.

Damit du nicht einfach einen Punkt machst und dann für den Rest der kurzen 15 Minuten einfach den Sammelpunkt blockierst,  haben sich die Entwickler noch ein paar Tricks einfallen lassen. Zum einen können deine Helden durch das sammeln von Erfahrungspunkten aufsteigen und mächtigere Fähigkeiten freischalten. Diese Erfahrungspunkte bekommst du aber nur durch das ausschalten von KI Gegnern. Zum anderen gibt es pro Match noch drei weitere Möglichkeiten um Siegpunkte, abseits der Cores, zu erlangen. Zum Beispiel könntest du dich um besonders mächtige Bossgegner kümmern oder als erster alle Aussichtspunkte der Map erobern. Zwar ist nichts davon so effizient wie der Punkt durch die Cores, aber immerhin kann ein cleverer Spieler so seinen Gegner immer auf Zack halten.

Bau dir deinen Mech

In Dropzone sind deine Helden keine vorgefertigten Einheiten von der Stange. Das ist der nächste Punkt, der diesen Free-2-Play Titel interessant macht. Denn, mit jedem gespielten und im besten Fall gewonnen Match bekommst du Punkte gut geschrieben, die du in Boosterpacks investieren kannst. Du ahnst an dieser Stelle auch schon, wie das Spiel finanziert werden möchte. In jedem Boosterpack steckt ein neues Zubehörteil für einer der verfügbaren Helden, das für die eine der drei aktiven und drei passiven Fähigkeiten steht. Vielleicht ist für den Tank ein Flammenwerfer dabei, der gleichzeitig seine Kampfreichweite erhöht oder neue Raketen für den Gunner. Je länger du dich also mit Dropzone beschäftigst, desto mehr Möglichkeiten kannst du freischalten um die Helden an deinen Spielstil anzupassen. Hier wird sich bei Sparkypants und Gameforge zeigen, ob man ein gutes Gespür für das Balancing hat.
Im Shop des Spiels kannst du echtes Geld oder verdiente Credits gegen neue Boosterpacks und Helden eintauschen. Eine Möglichkeit gegen echtes Geld ein konkretes Zubehörteil für einen ganz bestimmten Helden zu kaufen, gibt es (noch?) nicht. Du musst also ein klein wenig Glück mit deinen Boosterpacks haben.
Schön ist, dass sich jede Zubehörteil optisch auf den Mech des Helden auswirkt… wenn man jetzt noch alles in Lila einfärben könnte…

Einschätzung

Viele haben den Anschluss an den eSport gesucht und viele sind daran gescheitert. Vielleicht wollten sie zu viel und / oder konnten zu wenig…. wir werden es wohl nie erfahren. Sparkypants und Gameforge gehen einen anderen Weg und beweisen Mut beim runterkürzen der Features. Eine gewagte Mischung aus Echtzeitstrategie minus Basenbau und Einheitenproduktion mit einer gehörigen Portion MOBA in Form von Helden, die in jedem Match hoch gelevelt werden möchten, um immer mächtigere Fähigkeiten einsetzen zu können. Der ganze Spaß wird in ein enges 15 Minuten Korsett gepresst und auf die Spieler losgelassen.
Mir macht Dropzone einen riesen Spaß, weil die Zeitspanne für ein Match übersichtlich ist, das Spiel schnell auf den Punkt kommt und dabei nicht auf strategische Tiefe verzichtet. Richte dich schon mal darauf ein, dass du (wie ich) vermutlich mehr Zeit damit verbringen wirst, das Loadout deiner Helden zu optimieren, als im eigentlichen Gefecht.

 


4 Kommentare zu Gamescom 2016 // Dropzone

    • Gern gemacht! Du kannst dich auf playdropzone.com anmelden und einen Beta Key vormerken lassen. Die werden aktuell in Wellen verteilt. Ansonsten hatten wir auf Facebook ein Giveaway und werden mit dem nächsten größeren Update wieder eins machen.

      Solltest du schon in der Beta sein, dann add mich ruhig: captainpwrup (damit findest du mich übrigens auch fast sonst überall)

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