xcom-2-test-feature-artwork Test

XCOM 2


Nur mal kurz die Welt retten… nur noch eine Mission… nur noch eine Runde, hatte ich meiner Freundin gesagt. Das war am Freitag um 19 Uhr… jetzt haben wir Montag. Die Welt wird immer noch von außerirdischen Invasoren bedroht, die sich erfolgreich unter die Menschen gemischt und sich selbst als Heilsbringer inszeniert haben. Ein paar Missionen und damit ein paar hundert Spielrunden habe ich also noch vor mir. Glücklicherweise spielt meine Freundin auch gern Videospiele und hat Verständnis dafür… sollte eure Partnerin / euer Partner nicht so viel Verständnis aufbringen, dann stattet den Kühlschrank schon mal mit Leckereien aus, legt den Floristen auf die Kurzwahl am Telefon und klebt ein Foto von euch auf die Rückseite des Bürostuhls… XCOM 2 könnte ein Test für deine Beziehung werden.

Advent, Advent ein Städtchen brennt…

Wir schreiben das Jahr 2035. Zwanzig Spiel-Jahre sind seit den Geschehnissen in XCOM: Enemy Unknown bzw. XCOM: Enemy Within vergangen. Die Spezialeinheit gegen Außerirdische Invasoren XCOM wurde zerschlagen und die vermeintlichen Invasoren haben sich erfolgreich als Retter der Menschheit präsentiert und in der hochtechnisierten Organisation ADVENT sogar menschliche Kollaborateure gefunden. Besonders zimperlich gehen ADVENT nicht mit Zweiflern oder Abweichlern um, sondern versuchen Unschlüssige mit Gewalt auf Kurs zu bringen. Wer nicht gehorcht, bekommt Besuch; wer rebelliert, wird ausradiert. Auch wenn die XCOM offiziell zerschlagen wurde, gibt es da aber noch ein paar letzte Freiheitskämpfer, denen allerdings ein Commander fehlt… nicht irgendein Commander… DER Commander fehlt… DU fehlst. Zumindest bis zum Ende der Tutorial Mission, in der dein Alter Ego aus einer Forschungsstation befreit wirst. Willkommen zurück!

…erst eins, dann zwei, dann drei, dann vier…

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Der Schein trügt… die AVENGER schaut riesig aus, bietet aber besonders im Endgame nie genug Raum für alle Einrichtungen. Du solltest schon früh gut planen.

Aber die letzten XCOM Reste sind keine kleine lokale Guerilla Gruppe, sondern, dank eines gekaperten Alienraumschiffs namens AVENGER, eine Global agierende Einheit. Was auch bitter nötig ist, da die Aliens schließlich auch schon hier und unter uns sind. Wenn du also dachtest, dass dein Job in XCOM schon hart war, dann hast du dich geirrt. Im Grunde sind die Rollen jetzt vertauscht. Die Aliens haben sich schön überall festgesetzt und du darfst die Suppe auslöffeln und den Planeten Land für Land zurück erobern. Doch damit nicht genug. Die Aliens sind dir und dem Widerstand nicht nur auf der Spur, sondern haben mit dem Projekt Avatar etwas gestartet, dass ihnen den finalen Sieg über die Erde sicher könnte. Du hast also nicht nur reichlich Aliens und Advent im Nacken, sondern auch die Zeit.

…dann stehen die XCOM vor Deiner Tür!

Das grundsätzliche Gameplay von XCOM 2 basiert, selbstverständlich, auf dem großartigen Vorgänger. Taktisch anspruchsvolle rundenbasierte Kämpfe mit einer handvoll Soldaten und zwischen den Missionen wird an der Basis gebaut, an Alientechnologie geforscht und das kontrollierte Gebiet vergrößert. So weit, so gut. Neu ist, dass du nicht mehr an ein Land bzw eine Region gebunden bist, da Du dank der AVENGER immer die Position verändern kannst. Was Anfangs aber noch ne nette und abwechslungsreiche Sache ist, wird spätestens im Mittelteil des Spiels zu einer echten Herausforderung für den Commander in dir. Nicht selten wirst du dich zwischen zwei Missionen entscheiden und mit den jeweiligen Konsequenzen klar kommen. Rettest du einen wichtigen Wissenschaftler, der deine Forschungsabteilung beschleunigt oder kümmerst du dich lieber um einen Rebellenkonvoi der liegen geblieben ist und dir die nötigen Vorräte einbringt, um erforschte Technologien zu bauen? Für beide Missionen ist keine Zeit. Jede Entscheidung hat ihre Konsequenzen und die Zeit hängt dir dabei permanent im Nacken.

Hüte Dich vor dem Avatar

Dazu kommt früh im Spiel noch ein weiterer Faktor: das oben erwähnte AVATAR Projekt. Was sich dahinter verbirgt ist Anfangs nicht klar, nur wann es etwa fertig sein wird. Dies wird Dir fortan in großen roten Zeichen am oberen Bildschirmrand angezeigt und Missionen die das AVATAR Projekt verzögern können gesellen sich zu den ohnehin schon knackigen Missionen und Entscheidungen hinzu. Mit dem unaufhaltsamen AVATAR Projekt sitzt dir also auch noch das Game Over im Nacken bzw thront als rot leuchtende Anzeige am oberen Bildschirmrand. Einfach alle AVATAR Missionen annehmen, kannst du aber auch nicht, immerhin braucht XCOM regelmäßigen Ressourcen- und Fachkräftezulauf.
Allerdings fängt XCOM 2 recht entspannt an. Die AVENGER hat bis auf ein paar Standard Einrichtungen, wenig Personal und die ADVENT sehen dich nicht wirklich als Bedrohung an. Auch die ersten Missionen haben üppige Zeitfenster und lassen sich durchaus auch nacheinander erledigen. Je größer die neue XCOM Einheit wird, also desto mehr Einrichtungen und Personal an Bord der AVENGER sind, desto mehr Druck üben die ADVENT auf dich aus. Man bekommt richtig das Gefühl, so langsam unangenehm zu werden mit seinen Aktionen.

Viele Hände, schnelles Ende

Die AVENGER, also deine mobile Heimatbasis, ist fast schon ein eigenes Spiel im Spiel. Während du in den Einsätzen Zug um Zug mit Deinen Soldaten die Missionsziele erfüllst, musst du auf der AVENGER immer einen Blick auf Ressourcen, Manpower, Forschung und Entwicklung haben. Die ADVENT rüsten permanent auf und schicken immer bessere Einheiten in den Kampf, also solltest du dich nicht immer auf die normalen Knarren verlassen. Aber neue Knarren müssen erst erforscht werden, dafür brauchst du an Bord der Avenger nicht nur Forschungseinrichtungen sondern auch Kraftwerke. Andere Einrichtungen bauen sich ebenfalls nicht von allein, laufen nicht mit Luft und Liebe und freuen sich, wie die Forschungsabteilung, über kompetentes Personal. Das ist übrigens eine interessante Neuerung in XCOM 2. Du kannst gerettete Wissenschaftler und Ingenieure einer Einrichtung zuweisen und damit die jeweilige Einrichtung mit einem Bonus wie zum Beispiel kürzere Entwicklungszeit oder weniger Energiebedarf ausstatten. Natürlich wirst du in der Regel selten genug Personal und Platz an Bord der AVENGER haben, damit alles Ideal und von alleine läuft. Du musst dich eben an der jeweilige Situation und dem Bedarf orientieren.

Harte Hunde und Eierköpfe

Du merkst schon, dass die Eierköpfe an Bord der AVENGER nicht nur schnödes Beiwerk sind, sondern ihren berechtigten Platz haben… vorausgesetzt du rettest einen davon in einer Mission und holst ihn ins Team. Aber auch im Gefecht sind deine Soldaten nicht nur kostbar, sondern mit der Zeit kaum noch zu ersetzen. Mit jeder erfolgreichen Mission steigen deine Soldaten auf, werden je nach Spielstil einer Klasse zugeteilt und mit jedem Stufenaufstieg kannst du sie weiter über einen zweigeteilten Fertigkeitenbaum spezialisieren. Soll der Ranger länger unentdeckt agieren können oder soll sein Nahkampfangriff tödlicher sein? Soll der Grenadier lieber besser gepanzert ins Gefecht ziehen oder lieber die Rüstung seiner Gegner einfacher zerfetzen können? Hast du dich für eine der beiden Fähigkeiten entschieden, fällt die jeweils Andere automatisch und unwiderruflich weg. Nach und nach stellst du dir damit ein aufeinander abgestimmtes ein Team zusammen. Allerdings ist so ein Team auch eine ziemlich zerbrechliche Konstruktion, da der Verlust eines Soldaten nun deutlich mehr schmerzt. Richtig gelesen, fällt ein Soldat im Einsatz, ist er weg und mit ihm seine Fähigkeiten und Erfahrungen. Clevere Spieler nehmen also immer mal wieder Rekruten mit ins Gefecht oder schicken gleich ein Team von Rekruten auf weniger wichtige Missionen um ein Ersatz-Team zu schaffen… oder verschiebe ich mein B-Team und erledige lieber die andere, wichtigere Mission um das AVATAR Projekt zu verzögern?

Captain PWRUP und seine Crew

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Selbst ohne Mods, lassen sich die Figuren schon sehr gut erstellen.

Ja… die einzelnen Soldaten sind irgendwann nur schwer zu ersetzen und der Verlust schmerzt. Noch viel mehr, wenn du den relativ umfangreichen Charaktereditor nutzt. Regulär werden die neuen Rekruten per Zufall vom Spiel erstellt… allerdings kannst du dir in XCOM 2 auch ganz besondere Soldaten zusammenstellen. Wie wäre es denn mit einem Team, bestehend aus deinen Freunden? Von der Haarfarbe, über das Waffenmuster bis zum Namen der Knarre (kein Witz!) lässt sich alles im Spiel anpassen und modifizieren. Die Waffen selbst lassen sich mit diversen Modifikationen auch noch ausstatten, um besser zu den Fähigkeiten des Soldaten zu passen… und dann machst du einen kleinen Fehler, gerätst in einen Hinterhalt und zack! weg ist deine eigentlich unentbehrliche Scharfschützin… natürlich könntest du jetzt einen Spielstand laden, aber der Stolz verbietet sowas. Also schreibst du einen Nachruf für die Gedenkwand in der Bar der AVENGER (auch kein Witz!) und versuchst schnell eine Alternative auszubilden.

Übrigens kannst du auf dem PC über den Steam Workshop noch viel mehr Modifikationen runterladen… wie zum Beispiel eine Mod, die dem Spiel Star Wars Helme hinzufügt. Ich liebe es!

Fazit

Huch, ist schon wieder Freitag? XCOM 2 ist fast schon schädlich für Spieler mit einem Privatleben. An allen Ecken und Enden wurde der ohnehin schon großartige Vorgänger verbessert. Das spricht für den Mut der Entwickler bei Firaxis. Bei XCOM: Enemy Unknown hatte man noch versucht, die alten XCOM Spiele in die Moderne zu bringen und irgendwie die XCOM Veteranen zufrieden zu stellen und gleichzeitig neue Spieler für diese Art von rundenbasierter Strategie zu begeistern… mit großem Erfolg. Die Erweiterung Enemy Within ging dann schon mehr auf eigenen Beinen und mit diesem waschechten Nachfolger ist XCOM in unserer Zeit angekommen… und wie es angekommen ist. Das Gameplay ist knackig und gibt dir nicht nur mehr als genug Freiheiten, sondern zeigt dir auch noch, dass deine Ideen Erfolg haben können. Machen wir es kurz (auch weil das Spiel jetzt schon wieder auf mich wartet): es gibt aktuell kein besseres rundenbasiertes Strategiespiel als XCOM 2. Punkt.

Mein Fazit

Final Thoughts

Huch, ist schon wieder Freitag? XCOM 2 ist fast schon schädlich für Spieler mit einem Privatleben. An allen Ecken und Enden wurde der ohnehin schon großartige Vorgänger verbessert. Das spricht für den Mut der Entwickler bei Firaxis. Bei XCOM: Enemy Unknown hatte man noch versucht, die alten XCOM Spiele in die Moderne zu bringen und irgendwie die XCOM Veteranen zufrieden zu stellen und gleichzeitig neue Spieler für diese Art von rundenbasierter Strategie zu begeistern... mit großem Erfolg. Die Erweiterung Enemy Within ging dann schon mehr auf eigenen Beinen und mit diesem waschechten Nachfolger ist XCOM in unserer Zeit angekommen... und wie es angekommen ist. Das Gameplay ist knackig und gibt dir nicht nur mehr als genug Freiheiten, sondern zeigt dir auch noch, dass deine Ideen Erfolg haben können. Machen wir es kurz (auch weil das Spiel jetzt schon wieder auf mich wartet): es gibt aktuell kein besseres rundenbasiertes Strategiespiel als XCOM 2. Punkt.

Overall Score 4.5 to the rescue!
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