Wolf PWRUP Thumb Test

Wolfenstein: The Old Blood


Nachdem Wolfenstein mit The New Order im vergangenen Jahr unter Bethesdas Leitung in Kombination mit dem Entwicklerstudio MachineGames mit einem gehörigen Knall wieder auf der Bildfläche erschienen ist, legt man nun mit einem standalone DLC nach – aber schafft es The Old Blood auch wirklich, an den Erfolg des Hauptspiels anzuknüpfen? Nachdem ich nun erneut einige Zeit mit Agent Blastkowitz.. Boskoniwitch… Blazkowicz verbracht habe, folgt hier nun unser Test!

 

Wie? The New Order kennste nicht? Dann les‘ aber genz schnell nochmal unsere Review.

 

So viel sei vorab verraten: Wolfenstein: The Old Blood bietet im direkten Vergleich zum Hauptspiel keine gravierenden Neuerungen. In Sachen Gameplay hat man sich an die Maxime „Never change a running system“ gehalten und das, was tatsächlich auch letztes Jahr schon vortrefflich funktioniert hatte, schlichtweg beibehalten. Die Steuerung und das Zielen gehen somit nach wie vor leicht von der Hand, wenn auch Wolfenstein: The Old Blood im Hinblick auf den an den Spieler gestellten Anspruch absolut kein Kinderspiel ist. Der Schwierigkeitsgrad lässt sich glücklicherweise auch dieses Mal eingangs auswählen und – für Unentschlossene – auch während des Spiels anpassen. Falls man sich unterfordert fühlen sollte, versteht sich…!

 

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Generell gilt es sich – auch wieder ähnlich wie schon im Hauptspiel – zwischen zwei verschiedenen Vorgehensweisen zu entscheiden: Wollen wir leise und im Stealth-Modus durch die Hallen des Feindes schleichen um ihn dann in einem unachtsamen Moment auszuschalten oder wollen wir uns direkt mitten ins Geschehen werfen, das Gewehr im Anschlag?

 

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Beide Taktiken sind prinzipiell praktikabel, jedoch empfiehlt es sich in der Regel doch, zumindest ein bisschen Vorsicht walten zu lassen. Stellt ihr euch bei eurer Schleich-Aktion allerdings weniger geschickt an und der Feind wird auf euch aufmerksam, so ist das noch lange nicht (*badum ts*) der Untergang. Einige couragierte Salven aus dem MG können der ungewollten Aufmerksamkeit in der Regel doch Abhilfe  verschaffen, so dass während dem Spielen eher kein Frust aufkommt.

 

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In Sachen Optik hat man sich nun auch wieder nicht lumpen lassen und alles wirkt flüssig und stimmig. In einigen Sequenzen verschlägt es uns sogar schier die Sprache – der Schwenk auf die majestätisch-bedrohlich anmutende Burg Wolfenstein jagt uns doch einen leichten Schauer über den Rücken. Die Ingame-Grafik ist solide, wenn auch das von uns durchschlichene Gewölbe nicht ganz so detailreich ausgestaltet zu sein scheint wie im Hauptspiel. Das fällt allerdings wirklich nur minderschwer ins Gewicht, denn einige versteckte Easter Eggs und generell lustige Anspielungen und Referenzen zeigen, dass eben doch einige Mühe in die Gestaltung des Spiels geflossen ist.

 

So ist es also auch zu verschmerzen, dass die Levelführung wieder eher linear ausfällt – auch das sind wir bereits gewohnt.

 

 

Ins Gewicht fällt tatsächlich eher, dass Wolfenstein: The Old Blood rein im Hinblick auf die Story nicht so viel vorweisen kann wie das Hauptspiel aus dem vergangenen Jahr. Unser Hauptakteur mit dem unaussprechlichen Namen scheint dieses mal (Wolfenstein: The Old Blood spielt rund 20 Jahre VOR dem Geschehen in The New Order!) weit weniger persönlich involviert und motiviert zu sein – vielmehr erledigt er hier als Ein-Mann-Armee schlicht und ergreifend seinen Job.

 

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Aufgelockert wird diese Pflichtübung mit eher geringer Charaktertiefe/-entwicklung durch immer wieder zwischengeschobene Filmsequenzen, die die Handlung maßgeblich zwar inhaltlich vorantreiben, aber kaum Einblicke in die persönliche Motivation der einzelnen Charaktere bieten. Nun gut, Ziel ist es jedenfalls für uns, General Totenkopf anhand einer von Helga von Schabbs angelegten Akte ausfindig zu machen.

Um Einblick in diese zu erlangen, schleusen wir uns zunächst mit falscher Identität in die Burg Wolfenstein ein – es scheint an diesem Punkt allerdings fast nicht erwähnenswert, dass unsere Deckung alsbald auffliegt und wir uns infolgedessen nur noch unter Anwendung von Gewalt innerhalb der Burg fortbewegen können…

 

Neben einigen kleineren Neuerungen wie einer Schusswaffe mit explosiver Ladung hat vor allem ein neues Item hier eine Erwähnung verdient:

Schon ganz zu Beginn des Spiels findet Blastofritz ein Metallrohr – doch es ist so viel mehr als nur ein Metallrohr! Als Brecheisen eingesetzt können wir mit ihm Türen öffnen, es hat eine nicht zu unterschätzende Überzeugungskraft bei körperlichen Auseinandersetzungen und wir können mit ihm an bestimmten Stellen sogar die Wand hochklettern! So multifunktional, dass es jedes Schweizer Taschenmesser in den Schatten stellt.

 

Ansonsten gibt es natürlich auch dieses Mal wieder allerlei sammelbare Gegenstände und auch die Albtraum-Level im Stile des klassischen, alten Wolfenstein sind wieder vertreten.

Uncut?

Für Deutschland wurde das Spiel so verändert, dass es nicht gegen §86a StGB „Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen“ verstößt. Das heißt, daß sämtliche Hakenkreuze, SS-Runen und ähnliche Nazi-Symbole gegen andere Kennzeichnungen ausgetauscht wurden. Blazkowicz kämpft auch nicht explizit gegen die Nazis, sondern gegen „das Regime“. Wolfenstein: The Old Blood erhielt von der USK das Kennzeichen „Keine Jugendfreigabe gemäß §14 JuSchG“ und ist damit ab 18 Jahren freigegeben.


Fazit

Wolfenstein: The Old Blood ist zwar als eigentständiges Prequel angelegt, aber letztlich fühlt es sich tatsächlich an wie ein besseres DLC in Retailfassung zum Hauptspiel. Allerdings klingt das nun weit negativer als es eigentich gemeint ist, denn letztlich bekommen wir hier für kleines Geld solide 5 bis 6 Stunden beste Unterhaltung geboten.

Echte Neuerungen, schwerwiegende Änderungen in Sachen Gameplay oder zuviel plottechnischer Balast erwarten uns nicht in Wolfenstein: The Old Blood, doch letztlich bleibt das zu verzeihen – wirklich entscheidend wären diese Kriterien vielmehr, wenn es sich nicht etwa um ein Prequel/Standalone-DLC, sondern um einen vollwertigen weiteren Teil der Serie handeln würde.

Kurzum – Wolfenstein: The Old Blood ist sein Geld definitiv wert und wer Spaß an The New Order hatte, der wird hier voll auf seine Kosten kommen!

 


Meine Wertung

Final Thoughts

The Old Blood ist zwar als eigentständiges Prequel angelegt, aber letztlich fühlt es sich tatsächlich an wie ein besseres DLC in Retailfassung zum Hauptspiel. Letztlich bekommen wir hier für kleines Geld solide 5 bis 6 Stunden beste Unterhaltung geboten. Echte Neuerungen, oder schwerwiegende Änderungen in Sachen Gameplay erwarten uns nicht in The Old Blood, doch letztlich bleibt das zu verzeihen.. Kurzum – The Old Blood ist sein Geld definitiv wert und wer Spaß an The New Order hatte, der wird hier voll auf seine Kosten kommen!

Overall Score 3.8 Standalone-Prequel
Readers Rating
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3.8

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