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Uncharted: The Lost Legacy


Willkommen im neuesten Ableger der Uncharted-Reihe. Nein, um eines vorweg zu nehmen: genaugenommen erhalten wir hier nicht einen vollwertigen Serienteil, sondern eine Art Nebengeschichte serviert, die den Uncharted-Fans und die es zukünftig sein könnten, sicher mundet: Uncharted: The Lost Legacy. Ich versuche es spoilerfrei auszudrücken: Dieses Spiel hat die kohärenteste Geschichte in der Serie und konnte leicht als eigenständiges Erlebnis gespielt werden, ohne dass man die anderen Spiele spielen oder deren Geschichte um Nathan Drake kennen musste.


Das Verlorene Vermächtnis: Die Story

Um ein uraltes, sagenumwobenes indisches Artefakt zu bergen und es vor einem skrupellosen Kriegsgewinnler zu retten, muss Chloe Frazer die Hilfe der renommierten Söldnerin Nadine Ross in Anspruch nehmen, die zuletzt in Uncharted 4: A Thief’s End auftrat.

Gemeinsam begeben sie sich tief in die Berge Indiens und raufen sich zusammen, um das Geheimnis des Artefakts aufzudecken, sich gegen heftigen Widerstand zur Wehr zu setzen und die Region vor dem Chaos zu bewahren.


Zimmy und die Grafik

Einfach nur wow. Immer wieder ertappe ich mich, wie ich innehalte und einfach mal in der Umgebung verliere und umschaue. Der Detailgrad des Spiels ist enorm hoch. Die Charaktere wirken extrem menschlich. Wenn Chloe zum Beispiel einfach nur da steht fährt sie sich mit ihrer Hand durchs Haar, wringt ihr durchs Wasser nass gewordenes Haar aus, oder legt ihre Hand in die Hüften. Kleine Details und Gesten lassen vieles echt wirken. Naughty Dog schafft es durchweg lebendige Welten darzustellen. Die Landschaften, Flüsse und architektonischen Werke halten einen immer wieder für Screenshots an und man wundert sich im Rückblick auf die bereits erschienenen Games dieser Konsolengeneration, woher Naughty Dog diese Kapazitäten nimmt. Es ist kaum zu glauben, was mit einer Playstation 4 alles möglich und machbar ist. Das Lichterspiel ist unfassbar gut gelungen. Sei es witterungsbedingt, oder einfach nur durch Licht, Schatten und Wassereffekte.


Lisa über’s Technische

Atemberaubende Klettereinlagen

Atemberaubende Klettereinlagen

Uncharted: The Lost Legacy sieht, wie auch schon Uncharted 4, absolut fantastisch aus und zeigt uns, zu was für einer grafischen Leistung die PS4 im Stande ist. Auf der PS4 Pro läuft das Spiel übrigens in einer 1440p-Auflösung und mit HDR-Unterstützung – aufgrund der fehlenden Konsole konnten wir dies aber nicht testen und saßen auch während der Nutzung unserer normalen PS4 mit offenem Mund vor unseren Bildschirmen. Vor allem die Höhlen, Statuen und Gebäude verschlugen uns beim Spielen die Sprache. Die durch die sehr authentisch wirkenden Gesichtsanimationen, bringen die Gefühle der Charaktere sehr gut zum Ausdruck, die Welt sieht beeindruckend und wunderschön aus und auch die Fußspuren im Schlamm, veranlassten mich hin und wieder einfach nur stehenzubleiben, und die Umgebung genauer anzusehen. Meiner Kollegin Zimmy ging es da wahrscheinlich sehr ähnlich.

Auch der Sound im Spiel ist ausnahmslos gut gelungen. Spielen wir mit einer guten Soundanlage oder Kopfhörer, nehmen wir die Geräusche in den Höhlen und auch die Gespräche der Charaktere noch viel stärker wahr und hören sogar, wie die Patronenhülsen auf dem Boden aufschlagen und uns einfach alles um die Ohren fliegt. Audiovisuell ist Uncharted: The Lost Legacy also auf einem sehr hohen Level angesiedelt.

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Zimmy über die Hauptcharaktere

Chloe Frazer (Erster Auftritt – Uncharted 2: Among Thieves, Letzter Auftritt – Uncharted 3: Drake’s Deception)
Chloe ist eine der beliebtesten Figuren der Reihe und eine berüchtigte Schatzjägerin, die Nathan Drake in Sachen Scharfsinn, archäologischem Wissen und Improvisationstalent in nichts nachsteht. Sie ist dafür bekannt, sowohl in Kämpfen als auch hinter dem Lenkrad eine sehr gute Figur zu machen. Chloe ist impulsiv und improvisiert gern, wobei sie sich hauptsächlich auf ihren klugen Kopf verlässt – und obwohl ihre Methoden oft fragwürdig erscheinen, erzielt sie damit stets Erfolge und ist deshalb sehr gefragt. Auch sie kann jedoch an ihre Grenzen stoßen und wenn sich eine Situation zu ihrem Nachteil entwickelt, schreckt sie vor Schadensbegrenzung nicht zurück.

Nadine Ross (Erster/letzter Auftritt – Uncharted 4: A Thief’s End)
Nadine trat als furchteinflößende Chefin von Shoreline auf, einer südafrikanischen paramilitärischen Organisation, die in Uncharted 4 von Hauptgegenspieler Rafe Adler angeheuert wurde. Nach der Auflösung von Shoreline ging sie ihrer eigenen Wege und verdingt sich nun als Söldnerin. Sie sieht jedem Auftrag und jedem Kampf ruhig und kalkuliert entgegen, will immer die Oberhand behalten und liefert stets die gewünschten Resultate.


Lisa über den Multiplayer

Uncharted: The Lost Legacy beinhaltet zudem den aus Uncharted 4 bekannten Multiplayer-Modus, der inkl. bereits freigespielter Ränge und Extras komplett identisch übernommen worden ist. Ergänzt wird dieser ausschließlich durch einen Survival-Modus in dem wir in einer zufälligen Stage mehrere Wellen von Gegnern plätten müssen, was übrigens gar nicht so einfach ist. Sehr cool ist es durch den übernommenen Multiplayer natürlich, dass wir wieder mit Nathan Drake, Elena und Co. spielen können. Ob man den Modus nun braucht oder nicht, ist natürlich Geschmackssache – ein netter Zusatz ist er aber allemal.

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Was ist neu?

Auch Quick Time Events sind wieder dabei

Auch Quick Time Events sind wieder dabei

Ein neu hinzugefügtes Feature ist das Schlossknacken. Chloe kann mit Hilfe dieser Fähigkeit Kisten von gegnerischen Truppen knacken und zuvorkommende Utensilien, wie zum Beispiel Waffen, Munition, oder Granaten aufsammeln.

Auch das Nahkampf-System wurde überarbeitet. Die Frontalangriffe machen Spaß, lassen sich super steuern und sind zudem recht schön anzusehen. Die Bewegungen gehen flüssig ineinander über und man kann sich mit seinem Partner auch gegenseitig zu Hilfe kommen und Konterattacken ausführen. Cool.


Lisas Fazit

 Uncharted: The Lost Legacy ist viel mehr, als nur ein DLC – so wird der Titel nämlich seit seiner Ankündigung von bösen Zungen bezeichnet. Das Spiel erzählt eine wunderbare Geschichte von zwei Frauen, die wir bereits durch vorherige Uncharted Spiele kannten und lässt uns noch tiefer in diese Welt eintauchen. Aber Nathan Drake bleibt natürlich nicht komplett vergessen, besonders die Gespräche zwischen Chloe und Nadine, in denen sie über unseren Hauptprotagonisten von Uncharted 1-4 sprechen, sind überaus sympathisch dargestellt. Allgemein sind die Gespräche, das Ärgern und das Zwischenmenschliche bei den Beiden unfassbar authentisch dargestellt und bringen so sehr viel Leben in das Spiel. Durch das Spielen eines weiblichen Charakters fühlt sich Uncharted: The Lost Legacy natürlich noch mehr nach Tomb Raider an, was ich alles andere als schlimm finde und durchaus genossen habe.

Ich liebe das Suchen von Schätzen, das Erkunden der Gegend und die beeindruckenden Schauplätze des Spiels. Auch die Grafik und der Spielsound waren faszinierend und auf einem extrem hohen Niveau, wie es schon bei Uncharted 4 der Fall gewesen ist. Und eine Sache hat The Lost Legacy nun definitiv besser gemacht: es gab keine Längen und keine Abschnitte, die überflüssig wirkten. Durch eine Spielzeit von etwa sieben Stunden, die permanent gut unterhalten haben, fühlte sich das Spiel nicht gestreckt und gezwungen verlängert an. Abschließend kann ich sagen, dass ich von dem Titel beeindruckt bin. Ich bin beeindruckt von dem wunderbaren Humor, der Harmonie zwischen Chloe und Nadine und der unfassbar schönen Umgebung. Danke Naughty Dog, für diese unterhaltsamen und beeindruckenden Spielstunden.


Zimmys Fazit

Ich bin mir bewusst, dass viele Leser gleich zu diesem Part springen werden und kurz und präzise meine persönliche Meinung zu Lost Legacy erfahren möchten. Eins vorweg: Naughty Dog zählt für mich zu den besten Entwicklerstudios überhaupt. Jedes Spiel, welches bei Naughty Dog in der Schmiede war, war bis jetzt kein Reinfall. Trotzdem möchte ich vorweg etwas ausholen: Nathan, rück mal ein Stück zur Seite, denn hier kommt Chloe. Obwohl Uncharted: The Lost Legacy und Uncharted 4: A Thief‘s End nichts miteinander zu tun und eine separate Geschichte haben, fühlt sich dennoch alles recht familiär an. Die Gefechts- und Kletterszenen, sowie die Rätseleinlagen fühlen sich einfach wie eine Fortsetzung von Uncharted 4 an- versteht mich nicht falsch, dies ist keinesfalls ein Kritikpunkt, denn das altbekannte Gameplay von A Thief’s End funktionierte wunderbar und stimmig. Auch wenn es mechanisch in dieselbe Richtung geht: Naughty Dog hat es einfach drauf großartige Geschichten zu erzählen und diese auch mit einer stimmige Atmosphäre sowie Klängen zu untermalen. Apropos Geschichte: Auch Lost Legacy strotzt nur so von geschichtlichen Hintergrundwissen. Gott sei Dank können Leute, die es interessiert, oder aber auch Leute wie ich, die nicht so gut im Geschichtsunterricht aufgepasst haben, einfach mal den amüsanten Dialogen und optionalen Gesprächen der Hauptprotagonistinnen lauschen. Hier lernt man doch noch das ein oder andere, auch wenn Chloe meint, man könne auch alles auf Wikipedia nachlesen. Die Gebäude, Denkmäler und auch die generell weitsichtige Welt ist wie, von den Uncharted Teilen gewohnt, atemberaubend in Szene gesetzt. Siehe auch unsere eigenen Screenshots im Artikel. Zuerst wusste ich auch nicht, was ich von dem Open World Aspekt in Lost Legacy halten sollte, da die Spielserie auch ohne gut auskommt und erfolgreich damit ist. Mal ganz ehrlich: Die Spielbranche wird mit Open World Titeln überflutet und lineare Erfahrungen fehlen meines Erachtens in der großen Menge.

Kurzum: Auch wenn sich Uncharted: The Lost Legacy anfühlt wie eine Fortsetzung von Uncharted 4 kommt es mit viel Gepäck, Humor und eigenen Charme. Und um die Frage, ob ein Uncharted auch ohne Nathan Drake funktioniert zu beantworten: Die Antwort ist es klares Ja. Lasst Euch nicht davon abhalten, dieses großartige Action-Adventure zu spielen- Ihr würdet es bereuen.

Übrigens: Wenn Ihr die ‚Triple Pack‘-Erweiterung für Uncharted 4, die Uncharted 4 Digital Deluxe Edition oder das Forscher-Paket besitzt, könnt Ihr Uncharted: The Lost Legacy ohne zusätzliche Kosten herunterladen.

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Unsere Wertung

Zimmys Wertung
Lisas Wertung
Final Thoughts

Auch wenn sich Uncharted: The Lost Legacy anfühlt wie eine Fortsetzung von Uncharted 4 kommt es mit viel Gepäck, Humor und eigenen Charme. Und um die Frage, ob ein Uncharted auch ohne Nathan Drake funktioniert zu beantworten: Die Antwort ist es klares Ja. Lasst Euch nicht davon abhalten, dieses großartige Action-Adventure zu spielen- Ihr würdet es bereuen.

Overall Score 4.7 Vermächtnis
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3.8

Ein atemberaubendes, eigenständiges Abenteuer!

Hol's Dir hier!

1 Kommentar zu Uncharted: The Lost Legacy

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