Ultra Street Fighter II The Final Challengers PWRUP Test

Ultra Street Fighter II: The Final Challengers


Party like it’s 1991. Man, so lange ist es schon her? Ich weiß noch genau, wie ich im Alter von 10 Jahren bei Freunden meiner Eltern am Röhrenfernseher im Schlafzimmer abgeschoben am Super Nintendo saß. Ich persönlich fand das nie besonders schlimm, auf irgendwelche Veranstaltungen mitgeschleift zu werden, wenn die erwachsenen Gastgeber eine Konsole im Haus hatten. Als ich damals das erste Mal Street Fighter II (The World Warrior) spielte, war ich schlichtweg davon besessen und begeistert- alles wurde förmlich von meinem Hirn aufgesogen und für die Ewigkeit abgespeichert: Das Artwork der Verpackung und des Booklets, die coolen Kämpfer und deren Animationen und Spezialattacken, die eingehende Musik welche ich heute noch mitsumme und die liebevollen Kampfarenen und Hintergründe… Ich liebe diese Serie. Ob das altbekannte Prinzip mich auch 26 Jahre später noch abholen kann? Modul in die Switch und ab dafür! Ha-Do-Ken!

Ich denke ich muss nicht zu weit ausholen, wenn ich von Street Fighter spreche. Jeder, der jemals einen Controller in der Hand gehalten hat, wird zumindest irgendwann eine Runde Street Fighter gespielt oder zumindest von dieser Beat’em Up Serie gehört oder zugeschaut haben. Als Spieler kann man zwischen mehreren Spielcharakteren auswählen. Jeder Kämpfer hat seine eigene Geschichte, Kampfstil und Spezialattacke. Lasst uns in diesem Test über die neue Portierung auf Nintendos Switch reden: Was gibt es Neues? Wie groß ist der Umfang? Welche Modi bekommen wir geboten?

Alleine beim Intro bekomme ich schon eine Gänsehaut verpasst. Der gute alte Oldschool-Ryu und die klassischen Retro-Soundeffekte- die Stimme des Ansagers- zack bin ich wieder zehn Jahre alt und starte das Game.

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Das größte Gimmick in Ultra Street Fighter 2: The Final Challengers ist, dass wir zwischen zwei Grafikstilen wechseln können. Wir bekommen den klassisch-pixeligen Look, der sich meines Erachtens etwas veraltet anfühlt, oder die moderne HD Grafik serviert. Ebenso verhält es sich mit der Musikauswahl und den Soundeffekten. Hier muss ich den neuen Soundtrack loben, der wirklich gelungen ist. Ein zu verbuchendes Manko ist, dass wir nicht wie bei anderen Capcom Remakes, wie zum Beispiel bei der Disney Afternoon Collection, direkt per Tastendruck die Grafik und den Sound wechseln können. Wir müssen aus dem Kampfgeschehen raus ins Hauptmenü und dort manuell entscheiden und umstellen. Das hätte man einfacher oder cleverer lösen können.

Retro Blanka hätte sich damals bei einem hieb in die Magengrube übergeben- auf der Switch nicht.

Retro Blanka hätte sich damals bei einem Hieb in die Magengrube übergeben- auf der Switch nicht.

Das Gameplay ist nach wie vor grandios. Wir können unseren Kämpfer mit dem Analogstick oder aber auch mit dem D-Pad steuern. Aus nostalgischen Gründen verwende ich meistens Letzteres. Alle Combos und Spezialattacken gehen gleichermaßen gut und flüssig von der Hand. Wenn Ihr nicht mehr alle Befehle im Kopf habt, könnt Ihr euch am virtuellen Handbuch an einer Befehlsliste bedienen. Die beiden „neuen“ Charaktere Evil Ryu und Violent Ken sind im Endeffekt Dark Shoto Klone mit leicht unterschiedlichen Movesets, auch wenn in Ken ein wenig mehr Psycho Power drinsteckt, beide Kampfstile werden sehr gut dargestellt.

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Die Charaktere und Ihre Geschichte

Natürlich sind auch alle legendären Kämpfer aus dem Originalspiel wieder mit dabei und warten nur darauf, Euch herauszufordern. Ihr habt die Wahl zwischen neuer HD-Grafik oder althergebrachter Pixelgrafik, sodass HD-Fans wie Nostalgiker in diesen Kämpfen gleichermaßen auf ihre Kosten kommen. Für wen entscheidet Ihr Euch?

  • Ryu: Der Japaner Ryu war in seiner Jugend Schüler des Ansatsuken Karate (Attentäter-Stil), in dem er sich zu einem perfekten Karateka entwickelte. Die Kampfkunst, die Perfektionierung seiner Fähigkeiten und die völlige Beherrschung seines Körpers sind sein ganzer Lebensinhalt, weshalb er als ewiger Wanderer nach würdigen Gegnern sucht.
  • Ken: Der Amerikaner Ken Masters war einst zusammen mit Ryu, der für ihn Freund und Rivale ist, Schüler des Ansatsuken Karate, der darin ebenfalls zu einem hervorragenden Kämpfer wurde. Jedoch ist Ken auch überheblich und arrogant, was ihn zuweilen in Schwierigkeiten bringt. Er stammt aus reichem Hause und lebt mit seiner Freundin Eliza in einem Strandhaus. Die Teilnahme am Street Fighter-Turnier und das Messen mit seinem alten Rivalen Ryu hat seinen Ehrgeiz geweckt.
  • E. Honda: Der japanische Sumō Edmond Honda wurde von Geburt an auf das Leben als Sumō-Ringer getrimmt. Nachdem er den Yokozuna-Großmeistertitel errungen hatte, beschloss er, sich mit den Meistern anderer Kampfsportarten zu messen, um Sumō mehr Anerkennung zu verschaffen.
  • Blanka: Blanka, ein mysteriöses Wesen, halb Mensch, halb Tier, mit grüner Haut und rotem Haar, lebte im Regenwald Brasiliens, bis er sich zum respektablen Kämpfer in Straßenkämpfen mauserte. Schließlich stellt sich heraus, dass er ein vermisster Sohn ist, der einen Flugzeugabsturz in Brasilien überlebte und fortan als Kind allein im Dschungel aufwuchs.
  • Guile: Der Amerikaner Guile ist Colonel in der United States Air Force, bis er und sein Freund Charlie während eines Einsatzes in Thailand gefangen genommen wurden. Charlie überlebte die strapaziöse Flucht aus dem Gefangenenlager nicht, weswegen Guile nun ewige Rache an Bison schwor.
  • Chun Li: Die attraktive chinesische Interpol-Geheimagentin Chun Li mauserte sich zur Teilnehmerin am Street Fighter-Turnier, um den Mord an ihrem Vater zu rächen. Dieser war ebenfalls Agent und wurde vor Jahren von Bison getötet. Zusammen mit Guile operiert sie daher gegen das Verbrechersyndikat Shadaloo.
  • Dhalsim: Der Inder Dhalsim übt sich in den Kampfkünsten und Yoga, um durch das Training von Körper und Geist eine höhere Bewusstseinsebene zu erlangen. Eigentlich ein Pazifist, nimmt er doch am Kampfturnier teil, um Geld für sein armes Dorf in Indien zu gewinnen.
  • Zangief: Der russische Patriot Zangief sehnt sich nach würdigen Gegnern, um im Kampf Ruhm für sein Land zu erreichen. Obwohl von riesiger und furchteinflößender Statur, besitzt er Humor und ein sonniges Gemüt.
  • Fei Long: Als Kind war der Chinese Fei Long von Martial-Arts-Filmen derart beeindruckt, dass er es durch sein Training zu einem Kung-Fu-Meister brachte und ein Martial Arts-Star in Hongkong wurde. Er schätzt Ehre und Disziplin und nimmt am Turnier teil, um seine Kräfte zu messen.
  • Cammy: Die Engländerin Cammy White war Agentin des britischen Geheimdienstes, wo sie aufgrund ihrer Kampfkünste bekannt war. Von Shadaloo wurde ihr Gedächtnis gelöscht, um sie fortan als Attentäterin für ihre Zwecke einzusetzen.
  • T. Hawk: Der amerikanische Ureinwohner Thunder Hawk wurde mit seinem Stamm von Shadaloo von seinem Land vertrieben und musste nach Mexiko fliehen. Daher sehnt er sich nun nach Vergeltung und möchte sein Heimatland zurückgewinnen.
  • Dee Jay: Der jamaikanische Kickboxer Dee Jay kombiniert den Kampfsport mit seiner anderen Leidenschaft, der Musik. Beim Turnier möchte er neue Rhythmen für seine Musik finden.
  • Balrog: Der Afro-Amerikaner Balrog war einst Boxweltmeister im Schwergewicht. Aufgrund seiner brutalen Kampfart und Missachtung der Boxregeln wurde er lebenslang verbannt und der tumbe Boxer wurde zum Schläger für Shadaloo.
  • Vega: Der adelige Spanier Vega war einst ein berühmter Matador, bis er die Eigenschaften eines Stierkämpfers mit dem Ninjutsu verband und sich zum gefürchteten Käfigkämpfer entwickelte. Der schöne Mann ist eingebildet und selbstsüchtig, verachtet alles Hässliche und sieht sich selbst als vollkommen. Um sein Gesicht vor Verletzungen zu schützen, trägt er daher im Kampf immer eine Maske. Für Bison arbeitet er nun als Leibwächter und Auftragsmörder.
  • Sagat: Einst war der Thailänder Sagat der „König der Street Fighter“ und wurde als „Gott des Muay Thai“ in seinem Heimatland als Nationalheld verehrt. Er unterlag Ryu in einem harten Kampf, der ihn zudem mit einer riesigen Narbe auf dem Torso zeichnete. Deshalb sehnt sich Sagat nach Rache für diese Niederlage und wurde zum Leibwächter für Bison.
  • M. Bison: Der geheimnisvolle Bison steht an der Spitze des weltweit operierenden Verbrechersyndikats Shadaloo, das seinen Sitz in Thailand hat. Durch seine „Psycho Power“ und seine brutale Art wurde er zum „König der Street Fighter“.
  • Akuma: Akuma und sein Bruder Gouken (der spätere Meister von Ryu und Ken) waren einst Schüler des mächtigen Goutetsu, bei dem sie die Kampfkunst Ansatsuken erlernten. Diese kombiniert Karate, Judo und Kenpō. Gegen den Willen seines Meisters Goutetsu begann Akuma das verbotene dunkle Hadou (dunkle Energie/Ki) anzuwenden. Zudem erlernte er Shun Goku Satsu, eine finstere Kampftechnik, die die Seele des Opfers direkt in die Unterwelt schickt. Durch die Anwendung des dunklen Hadous wandelte sich Akuma immer mehr zum Dämonen.
  • Evil Ryu & Violent Ken: Die böse Version von Ryu und Ken.

Wir bekommen in Ultra Street Fighter 2: The Final Challengers viele verschiedene Modi geboten. Der Arcademodus gefällt mir am besten und wird von mir dauerhaft gezockt. Ein normaler Versusmodus darf auch nicht fehlen, um sich gegen seine Freunde ordentlich einen auf die Mütze zu geben. Natürlich sind auch wieder Onlinekämpfe mit am Start, die ich jedoch meistens meide, weil ich gegen die Freaks kaum eine Chance habe und andauernd durch die Luft gewirbelt werde, unfähig mich irgendwie zu verteidigen. Ich Looser. Übrigens können sich Anfänger über das „Lite“-Steuerungsschema freuen, welches es bereits auch auf der 3DS Portierung gab. Ihr könnt Spezialangriffe und Combos auf Wunsch durch einen einzigen Knopfdruck ausführen. Im Handheldmodus der Switch berührt ihr einfach das Touchpad. Die Street Fighter-Veteranen brauchen sich jedoch nicht darüber aufregen, denn im Onlinemodus wird man in Ranglistenkämpfen niemals auf Gegner treffen, die die Lite-Steuerung verwenden.

2 gegen 1. Im Kumpelkampf möglich.

2 gegen 1. Im Kumpelkampf möglich.

Du hast den Dreh nicht nicht ganz raus? Dafür gibt es den Trainingsmodus, der in keinem Beat’em Up fehlen sollte. Hier können wir unsere Fähigkeite verbessern, Combos üben oder das Gedächnis auffrischen. Völlig neu ist der Kumpelkampf-Modus. Hier treten wir im Team (2 gegen 1) gegen einen Gegner an. Das ist eigentlich der perfekte Modus, wenn Ihr einem Kumpel ein paar Street Fighter Grundlagen lehren wollt.

 

 

Wilde Egofuchtelei in "Der Weg des Hado".

Wilde Egofuchtelei in „Der Weg des Hado“.

Der Modus „Der Weg des Hado“ ist eigentlich kaum erwähnenswert und ich verbuche diesen mit einem Schmunzler. Wir nutzen die Bewegungserkennung und kämpfen uns als Ryu in der Egoperspektive durch eine Armee von Shadaloo-Soldaten. Im Endeffekt ist der Modus nur wildes Rumgefuchtel mit den Joy Cons und bringt keinen Spaß. Aber keine Sorge- ARMS wird besser…

Ken wie Barbie in Rosa gefällig? Wir dürfen unseren Kämpfern ganz eigene Farbkreationen verpassen. Dank Farben-Editor verpassen wir unseren Kämpfern ein Aussehen ganz nach unserem Geschmack. Ich empfehle ein schönes PWRUP-Lila.

Einen weiteren Leckerbissen bietet uns das digitale Artbook. Hier können wir uns von 30 Jahre Street Fighter Geschichte in rund 1400 Bildern beeindrucken lassen. Es gibt somit über 250 Seiten mit Illustrationen aus dem vergriffenen Artbook „Street Fighter Artworks: Supremacy“ welche das Fanherz höher schlagen lässt.


Fazit

Auch Jahrzehnte später hat sich zwar nicht viel geändert und wirklich beeindruckend ist Ultra Street Fighter 2: The Final Challengers unter jetzigen Aspekt nicht, aber was bleibt sind nostalgische Gefühle, elektrisierende Schläge, Feuerbälle und die Kunst der Combo. Die Mischung aus klassisch-pixeligen und modernen HD Grafiklook weiß zu begeistern, dennoch stellt sich die Frage, ob man 35 Euro für eine aufgefrischte Street Fighter Version ausgeben möchte. Ultra Street Fighter 2: The Final Challengers könnte genauso gut eine reiner Downloadtitel zum schmalen Preis ohne großes Tamtam sein. Für mich als Fan: Ich freue mich über diese Version und ich habe auch ultra viel Spaß daran und werde Heute, genauso wie damals viel Zeit damit verbringen. Ob dieser Titel jedoch andere Spieler und neues Publikum begeistern kann, sowie der Umfang dem Preis gerecht ist bleibt fraglich.


Meine Wertung

Final Thoughts

Auch Jahrzehnte später hat sich zwar nicht viel geändert und wirklich beeindruckend ist Ultra Street Fighter 2: The Final Challengers unter jetzigen Aspekt nicht, aber was bleibt sind nostalgische Gefühle, elektrisierende Schläge, Feuerbälle und die Kunst der Combo. Die Mischung aus klassisch-pixeligen und modernen HD Grafiklook weiß zu begeistern, dennoch stellt sich die Frage, ob man 35 Euro für eine aufgefrischte Street Fighter Version ausgeben möchte. Ultra Street Fighter 2: The Final Challengers könnte genauso gut eine reiner Downloadtitel zum schmalen Preis ohne großes Tamtam sein. Für mich als Fan: Ich freue mich über diese Version und ich habe auch ultra viel Spaß daran und werde Heute, genauso wie damals viel Zeit damit verbringen. Ob dieser Titel jedoch andere Spieler und neues Publikum begeistern kann, sowie der Umfang dem Preis gerecht ist bleibt fraglich.

Overall Score 3.8 Shoryuken!
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1 Kommentar zu Ultra Street Fighter II: The Final Challengers

  1. Lisa Lisa

    Schöner Test, in dem viel Liebe zu Street Fighter steckt.
    Ich finde das Spiel auch toll, hoffe mir aber noch eine VÖ auf anderen Plattformen, damit es für mehrere Leute zugängig ist. Und dann vielleicht auch als Download (auch wenn ich es verabscheue), da es dann womöglich etwas günstiger ist.

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