Titanfall 2 test multiplayer feature Test

Titanfall 2 (Multiplayer)


Na, man muss dem Team von Respawn Entertainment schon lassen, dass sie eine ausgezeichnete Singleplayer Kampagne aus dem Hut gezaubert haben, oder? Wer hätte dies nach dem ersten Teil und seiner Alibi-Story gedacht. Da ist also doch noch etwas vom guten alten Feenstaub aus Infinity Ward Zeiten im Sack. Auch, wenn der Singleplayer Modus eine spannende Story, viele erinnerungswürdige Momente und ein paar Sammelobjekte am Start hat, wird es früher oder später Zeit für einen Ausflug in den obligatorischen Multiplayer. Der konnte ja schon im Vorgänger überzeugen… zumindest die Kritiker und weniger die Spieler. Mal sehen, was Respawn Entertainment hier reingesteckt hat!

Enter the Arena

Man hat bei Respawn gelernt und sich die Kritik der Spieler zu Herzen genommen. Als erstes hat man sich das Progression System aus Titanfall angesehen und gehörig am Umfang geschraubt. Ein Blick in die Loadouts zeigt, dass du zwar schon einiges an Fähigkeiten,Waffen und Zubehör verfügbar hast, aber noch viel mehr mit der Zeit freischalten kannst. Die erste halbwegs erfolgreiche Runde im Multiplayer katapultiert dich in der Regel dann auch schon auf den zweiten oder dritten Charakterlevel, wertet deine Waffen auf, die ebenfalls Erfahrungspunkte sammeln und gibt dir Zugriff auf die ersten neuen Spielzeuge. Progression ist eine Sache über die man sich streiten kann und gerade in Titanfall 2 hagelt es fast nach jedem Match reihenweise neue freigeschaltete Waffen, Aufsätze, Skins und was nicht noch alles. Allerdings haben Respawn ein gutes Gefühl dafür entwickelt, was man dem Spieler wann geben kann ohne das Gleichgewicht zu stören. Es gibt zwar stetig Waffen, mehr Zubehör und neue Fähigkeiten, allerdings musst du dafür meistens auf etwas anderes verzichten. Allein die Wahl der Sekundärwaffe ist eine Entscheidung zwischen einer Pistole um ein Shootout vielleicht noch im letzten Moment zu entscheiden oder einer Anti-Titan-Wumme, die als einzige Waffe etwas gegen die mächtigen Kampfroboter ausrichten kann.
Darüber hinaus gibt es dann noch unzählige Skins für deine Piloten, Titanen und natürlich die verschiedenen Schießprügel freizuschalten und mindestens so viele Symbole und Dogtags zum angeben. Davon hat allerdings dann nichts Einfluss auf das eigentliche Gameplay.

Kletterpark aus der Zukunft

Aber was bringen mir die geilsten Knarren und buntesten Skins, wenn das Gameplay nix taugt? Also rein ins erste Gefecht! Wenn du, wie ich, ein paar lange Stunden mit Battlefield 1 oder vergleichbaren Shootern verbracht hast, dann solltest du dich auf ein paar Runden zum umgewöhnen einstellen. Titanfall 2 ist nicht nur sau schnell, sondern schert sich einen Scheiß um herkömmliche Fortbewegungsarten. Wenn du nicht ganz schnell verinnerlichst, dass du als Pilot bei einem Wallrun deutlich schneller Unterwegs bist, du dich per Doppelsprung spielend leicht auf höhere Ebenen katapultieren und aus dem Sprint heraus unter Hindernissen und Gegnern vorbei rutschen kannst, dann hast du schnell ein Problem. Deine Gegner werden all diese Techniken garantiert einsetzen. um dich auszumanövrieren und die Missionsziele schneller zu erfüllen, als du glaubst. Idealerweise lernst du dafür die clever aufgebauten Maps kennen, da die Leveldesigner alle Bewegungsarten beim Design berücksichtigt haben, obwohl die kommenden Maps ruhig noch etwas mehr in die vertikale gehen dürften. Wer läuft denn da noch freiwillig auf dem Boden rum? Dieser ist einzig und allein die Bühne für die gigantischen Kampfroboter, die jeden kriechenden Piloten mit vergnügen Platt treten können.

Arschbombe mit Ansage

Egal in welchem Spielmodus du gerade unterwegs bist, die Modi ohne Titans mal außen vor gelassen, sammelst du nach und nach Punkte für den Abwurf deines Titans, dem namengebenden Titanfall. Diese Roboter können zwar bedingt auch durch die KI gesteuert kämpfen, sind aber im Gegensatz zu BT-7274 aus der Kampagne, eher nicht die hellsten Blechbirnen. Da solltest du lieber selbst ans Steuer springen und direkt den nächsten „Schock“ erleben. Im Gegensatz zu den extrem wendigen Piloten, sind diese Panzer auf zwei Beinen, eher träge Kolosse, aber nicht weniger wichtig für den Erfolg im Match. Feindliche Piloten lassen sich spielend leicht ausknipsen, allerdings sind die anderen Titanen hier der wirkliche Gegner. Während die Piloten also fast schwerelos durch die Levelarchitektur flitzen, die Missionsziele erfüllen und andere Piloten aufs Korn nehmen, feuern sich die Titanen Lenkraketen, Scharfschützenlaser, Granaten und was nicht noch alles um die Ohren. Quasi als Spiel im Spiel. Titanfall 2 würde durchaus auch ohne einen Titan auskommen und massiv Spaß machen, aber genau diese zweite Gameplay Ebene ist es, was so ein Match spannend macht… immerhin ist ein Titan, neben den offensiven Piloten, eine Bank in der Defensive.

Nicht dein erstes Rodeo?

Titanfall gab den Piloten schon die Möglichkeit auf feindliche Titans aufzuspringen und ihren Energieschilden und Panzerungen empfindlichen Schaden zu verpassen. In Titanfall 2 ist diese Möglichkeit ein wenig abgeändert worden und gibt dem Spiel eine Prise Teamplay. Titans haben jetzt keine eigenen Schilde mehr und sind damit spürbar schneller erledigt, als noch im Vorgänger. Aber dafür kannst du als Pilot bei einem Rodeoritt auf den feindlichen Titans nicht mehr nur eine Ladung Blei in die Panzerung tackern, sondern ihm auch noch Batterien stehlen und einem befreundeten Titan einsetzen. Die meiste Zeit passiert dies zwar in einem Match nicht, da es viel zu hektisch hergeht, aber wenn du dann doch mal einem strategisch wichtigen Teamkameraden in seinem Titan helfen kannst oder selbst im letzten Moment Hilfe bekommst, gibt das ein interessantes Gemeinschafts-Gefühl. Mit Freunden und etwas Absprache potenziert sich dieses Gefühl nur noch.

Mehr als nur Team Deathmatch

Eigentlich könnte man in Titanfall 2 auch den ganzen lieben langen Tag im Team Deathmatch (hier Attrition genannt) verbringen und sich am Hamsterrad erfreuen, dass aus Piloten abknallen, eigenen Titan rufen, andere Titans weglatzen und anschließend wieder ein paar Piloten aufs Korn nehmen, besteht und sich bis zum Ende der Runde immer weiter dreht ohne wirklich langweilig zu werden. Doch ganz so einfach haben es sich Respawn Entertainment nicht gemacht. Es gibt neben dem Attrition auch Spielmodi mit dem gewissen etwas, wie zum Beispiel Bounty Hunt. Hier verdienst du mit Abschüssen Credits, die du in „Banken“ abliefern musst. Allerdings können dir andere Piloten die hart erballerte Knete auch stehlen… die Frage ist also, wie viel Credits du mit dir herum schleppen möchtest. Das Team, dass als erstes 5000 Credits zusammengeschossen hat, gewinnt. Der reine Abschuss reicht also nicht aus.

Etwas strategischer geht es im Spielmodus Amped Hardpoint zu. Eine Map, drei Ziele, 12 Spieler… klassische Eroberung, wie du es auch aus anderen Shootern kennst. Dieser Modus war schon im ersten Titanfall fantastisch, wenn sich denn genug Spieler finden ließen. In Titanfall 2 gibt es dazu noch eine kleine aber ziemlich interessante Veränderung: jeder Eroberungspunkt kann ganz normal erobert und anschließend noch verstärkt werden. Das kostet deinem Gegner bei der Rückeroberung nicht nur etwas mehr Zeit, sondern bringt dir auch noch die doppelten Punkte aufs Teamkonto.

Last Titan Standing kann ebenfalls ein paar lange Stunden fesseln, sofern alle Mitspieler die neue Rodeo-Mechanik (siehe oben) verstanden haben und die verbleibenden Titans tatkräftig unterstützen, statt einfach andere Piloten zu jagen.

Ansonsten gibt es mit dem Coliseum noch eine extrem schnörkellose „Zwei gehen rein, einer kommt raus“ Variante, in einer einfachen runden Arena ohne Hindernisse. Klingt langweilig, wirkt aber für eine gewisse Zeit eine seltsame Faszination aus. Zu Guter letzt darf natürlich Capture the Flag niemals nicht fehlen. Aufgrund der restlichen starken Auswahl an Spielmodi, werden diese beiden allerdings eher selten gespielt. Schade.

 

Fazit

Holy Moly, ich hatte ja schon mit Titanfall meinen Spaß, so lang sich Mitspieler finden ließen. Bevor ich mit dem Test angefangen hab, ging ich davon aus, dass Respawn es einfach nochmal mit dem alten Rezept versuchen… immerhin ist ja jetzt der gewünschte Singleplayer Modus dabei. Andere Entwickler machen es ja auch gern mal so. Nicht, dass Respawn Entertainment jetzt das Multiplayer Rad in Titanfall 2 neu erfunden hätten, aber sie haben es einfach noch etwas runder gemacht. Die Progression fluppt unaufdringlich so durch, sorgt für immer neuen Inhalt ohne das Balancing durcheinander zu bringen, die Maps sind bis auf eine Ausnahme perfekt auf die unterschiedlichen Fortbewegungsarten abgestimmt und die Spielmodi bieten für fast jeden etwas. Sei es nur für eine kurze Runde in der Mittagspause oder für eine abendfüllende Schlacht zum Feierabend.

Dazu kommt, dass die DLC Politik dieses mal mehr als Vorbildlich ist. Es gibt keinen Season Pass da alle kommenden Inhalte, seien es Maps oder Spielmodi, kostenlos zum Download angeboten werden. Da Titanfall 2 sehr ungünstig zwischen den beiden Blockbustern Battlefield 1 und Call of Duty Infinite Warfare veröffentlicht wurde, wird die (hoffentlich nur vorübergehend) kleine Spielerschaft nicht noch weiter fragmentiert.

Mein Fazit

Final Thoughts

Holy Moly, ich hatte ja schon mit Titanfall meinen Spaß, so lang sich Mitspieler finden ließen. Bevor ich mit dem Test angefangen hab, ging ich davon aus, dass Respawn es einfach nochmal mit dem alten Rezept versuchen... immerhin ist ja jetzt der gewünschte Singleplayer Modus dabei. Andere Entwickler machen es ja auch gern mal so. Nicht, dass Respawn Entertainment jetzt das Multiplayer Rad in Titanfall 2 neu erfunden hätten, aber sie haben es einfach noch etwas runder gemacht. Die Progression fluppt unaufdringlich so durch, sorgt für immer neuen Inhalt ohne das Balancing durcheinander zu bringen, die Maps sind bis auf eine Ausnahme perfekt auf die unterschiedlichen Fortbewegungsarten abgestimmt und die Spielmodi bieten für fast jeden etwas. Sei es nur für eine kurze Runde in der Mittagspause oder für eine abendfüllende Schlacht zum Feierabend.

Overall Score 5 So wird's gemacht!
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2 Kommentare zu Titanfall 2 (Multiplayer)

  1. Hansi

    Das Spiel ist wirklich sehr gelungen. Es hat eine tolle Kampagne und einem schnellen und spaßigen Multiplayer. Zu dem werden alle DLC’s kostenlos folgen, wie im Test gesagt, was in heutiger Zeit in der fast jedes Spiel ein DLC Pack für 50€ anbietet ja doch sehr bemerkenswert ist.Wer keine Lust mehr auf Battlefield und COD hat der erlebt hier genau die richtige Abwechslung und frischen Wind im Genre.

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