Tekken_7_PWRUP Test

Tekken 7


1994. Der Super Nintendo ist bereits seit 4 Jahren meine treueste Konsole, die Erinnerungen schreibt. Ich selbst bin 13 Jahre alt und stecke in der Pubertät. Die richtig coolen Kids besitzen eine Playstation, damals auch genannt PSX. Verdammt, die will ich auch! Die ersten Runden Battle Arena Toshinden bei Freunden gezockt, aber da gab es noch ein Spiel, welches mich direkt in den Bann zog und ich nicht mehr los wurde: Tekken! Ich musste diese Konsole und dieses Spiel haben! Ich erspare Euch die Anekdoten, wie ich zur eigenen Playstation kam, auch wenn es eine witzige Geschichte ist, aber bis dato gehört Tekken neben Street Fighter zu meinen absoluten Lieblings-Beat-‘em-ups. Und an dieser Stelle möchte ich noch ermahnen: Ich war dabei und… verdammt, Ihr könnt diese beiden Titel nicht miteinander vergleichen. Es gibt einfach Traditionen, mit denen nicht gebrochen wird. Dazu gehören zum Beispiel auch die Handvoll immer fortwährender Franchises, die auf jeder neuen Konsolengeneration wieder vertreten sein müssen. Ähnlich geht es uns da auch mit Tekken. Ein klassisches Prügelspiel, welches schon die eine oder andere Konsolengeneration überdauert hat und einfach nicht totzukriegen zu sein scheint. Let’s fight!

Zunächst einmal gibt es einen wahren Blumenstrauß an verschiedenen Spielmodi: diese möchte ich Euch gerne Vorstellen:

Tekken 7 serviert uns gleich zwei Story Modes. Zum einen „Die Mishima-Blutfehde“, wo wir einen tiefgehenden Rückblick auf Heihachis Geschichte und den Charakter, zu dem er geworden ist, werfen. Die Erzählung konzentriert sich rein auf die wichtigsten Charaktere, gespickt mit recht vielen Cutscenes. Was mit gut gefallen hat ist, dass die Charaktere alle in Ihrer eigenen Muttersprache sprechen. Diese wird in Deutsch untertitelt, nimmt aber so nicht den Flair der Story. Die Geschichte beginnt mit Familiendrama und endet förmlich in absoluten Wahnsinn.

Wir bekommen nicht genug von Charakterstories? Tekken 7 beinhaltet auch viele (freispielbare) Charakter-Episoden. Hier hätte ich gerne noch viel mehr davon gehabt. Wir spielen lediglich einen besonders bedeutsamen Kampf eines Charakters gegen den persönlichen Rivalen. Ich persönlich finde das Konzept sehr gelungen, man darf sich in persönliche Geschichten vertiefen, ohne, dass eine Story künstlich aufgebläht oder in die Länge gezogen wird.

Natürlich darf der Arcade-Kampf nicht fehlen, den man zwar am meisten spielt (zum Beispiel auch um Kampfgeld zu  gewinnen), dieser aber meines Erachtens etwas dürftig ausgefallen ist. Lediglich fünf (5!) Kämpfe dürfen wir pro Charakter bestreiten. Hier fehlen etwas die von Tekken-Fans geliebten Intro- und Endfilmchen. Warum dies in die Charakter-Episoden gepackt wurde und warum man das nicht irgendwie miteinander kombiniert, bleibt als Fan der Serie fraglich. Aber hey, Kampfgeld und Ränge nach oben klettern ist doch wenigstens etwas.

Im Treasure-Kampf verdienen wir nicht nur Kampfgeld, sondern bekommen auch zufällig ausgewählte Gegenstände, die unseren Charakter optisch aufwerten. Hier werden wahrscheinlich viele die meiste Zeit verbringen. Schaue ich in meine Online-Freundesliste, sehe ich, dass 90% meiner Freunde mit dem Treasure-Kampf beschäftigt sind. Warum? Ah, verstehe- Ihr wollt also eurem Charakter eine besonders tolle individuelle und persönliche Note vergeben um in Onlinekämpfen auf dicke Hose zu machen. Verstehe, Ihr kleinen Angeber!

Ihr braucht eine kleine Auffrischung in Sachen Combos oder Spezialangriffe? Dafür gibt es den Trainingsmodus, der in keinem Beat’em Up fehlen sollte. Hier können wir unsere Fähigkeiten verbessern, Combos üben oder das Gedächtnis auffrischen. Natürlich darf der klassische Versus-Kampf im Komplettpaket auch nicht fehlen. Schnappt Euch einen Kumpel und gebt Euch virtuell offline auf die Mütze. Im Onlinemodus gibt es Turniere, normale 1:1 Kämpfe und Ranglistenkämpfe. Zum Release dauerte die Gegnersuche eine gefühlte Ewigkeit, dieses Problem wurde jedoch seitens des Publishers gefixt. Der Patch wird zuerst für die PS4-Fassung veröffentlicht, später folgt dann die PC Version und die Xbox One. Das Update betrifft überwiegend die Probleme der Ranglistenkämpfe, unter anderem sollen auch weitere kleine Fehler behoben werden. Somit gehören diese Probleme bald der Vergangenheit an.

An und für sich sind wechselnde Movesets vollkommen ok, aber jemand, der nur auf den reinen Kampf aus ist, könnte sich über übertriebene Kampfdarstellungen ärgern. Wenn Ihr noch nie zuvor ein Tekken gespielt habt, wollt Ihr Euch vermutlich entspannt mit einem Kumpel ein paar Schläge austauschen. Zugegeben, Tekken 7 ist nicht das Einsteigerfreundlichste Beat-‘em-up, da man sehr darauf achten muss, seine Deckung nicht offen zu lassen, präzise Schläge und Tritte zu landen und korrekte Combos zu erwirken. Da kann ein Newbie schon mal quer über den Bildschirm gefegt werden.

Ihr könnt bei Tekken 7 mit insgesamt 37 verschiedenen Charakteren in den Kampf ziehen. Unter ihnen befinden sich weibliche und männliche Charaktere. Manche gehören nicht der menschlichen Spezies an, einige von ihnen sind alte Bekannte und manch einen Charakter sehen wir zum ersten Mal. Welche es sind, werde ich an dieser Stelle aus Spoilergründen nicht verraten. Zudem spendiert uns Tekken 7 einen bekannten Gastkämpfer: Akuma aus der Street Fighter Reihe. Ich selbst vermisse leider ein paar übertriebene und witzige Charaktere aus den alten Tekken-Reihen. Ein Dr. Boskonovitch, der ohne seinen Rollstuhl auf dem Boden rumrobbt, oder Mokujin, der den Kampfstil von einem anderen Charakter übernimmt und verwendet wäre schon cool gewesen. Oder wie wäre es mit dem kleinen Dino Gon, der mit seinem Furz  Euren halben Lebensbalken auslöscht. Der wäre ein richtigen fetten Schmunzler wert gewesen.

Die verschiedenen Kampfareale sind  interessant und farbenfroh ausgestattet, hier mangelt es nicht an Detailreichtum und Lebendigkeit. Die Kämpfer selbst sind einwandfrei flüssig animiert, die 60er Framerate auf der PS4 stabil. Die Unreal Engine 4 macht einen guten Job, wenn auch manch anderes Spiel diese etwas besser einsetzt. Ab und zu gefallen mir einige Stages nicht, da sie wirken, als ob man vor einer Leinwand kämpft- jedoch gibt es auch viele Stages, die einfach detailliert und lobenswert designt worden sind. Alles Geschmackssache. Ebenfalls erwähnenswert ist die atemberaubende Outfitvielfalt innerhalb des Spiels – Kostümesammler haben hier definitiv einiges zu tun! Ihr könnt aber auch Euer im Kampf verdientes Geld ausgeben um neue Kostüme und Accessoires freizuschalten.

Wer viel spielt bekommt auch viel: Tekken 7 beinhaltet auch eine umfangreiche Galerie, die mein Fanherz höher schlagen lässt. Tatsächlich gibt es alle Videosequenzen der über 20 Jahre alten Tekken-Reihe nochmal in der Galerie zu sehen.

Tekken 7 kommt gleich in 3 Versionen auf den Markt: Die Standartversion, die immerhin wie die anderen Versionen VR kompatibel ist, die relativ teure Deluxeversion mit Season Pass (enthält 2 neue spielbare Spezial-Charaktere, 1 neuer Game-Modus und hunderte zusätzlicher Kostüme) und die Collectors Edition, bei der jeder Fan einen feuchten Schlüpfer bekommt. Die Collectors Edition beinhaltet eine wunderschöne Aerial Figur von Heihachi und Kazuya im Kampf, das Spiel selbst, den Season Pass, ein Steelbook, den original Soundtrack und eine exklusive Collector’s Box.


Fazit

Tekken 7 ist das perfekte Spiel, um es auf einem geselligen Abend einzuwerfen und einfach mal wild eine Runde draufloszuprügeln. Das Kampfsystem erschlägt uns nicht mit einer übertriebenen Komplexität, jedoch werden es Neulinge etwas schwerer mit den alteingesessenen Tekken-Fans haben, denen jede Bewegung, Spezialattacke und Combo ins Blut übergegangen ist. Eins ist klar: Bandai Namco hat es drauf Kampfspiele zu machen. Die Steuerung geht gut von der Hand und die Optik ist klasse, wenn auch die Hintergründe ein bisschen besser aussehen könnten. Trotzdem muss man sagen, dass man als Fan der Serie schon eine Spur enttäuscht wird. Wir bekommen lediglich Standart-Spielmodi und keinen richtigen Arcademode serviert. Letzterer spielt sich etwas wie ein Tutorial. Der Offline-Turniermodus fehlt leider komplett. Hier meckert gerade der Tekken-Fan seit Stunde eins. Dies kann man aber verschmerzen, da definitiv der Spielspaß und das astreine Gameplay im Vordergrund steht! Man kann am neuen Tekken 7 zwar einige Punkte kritisieren, jedoch wäre es ein großer Fehler, dieses spaßig-kultige Pflicht- Beat-‘em-up zu verpassen.


Meine Wertung

Final Thoughts

Tekken 7 ist das perfekte Spiel, um es auf einem geselligen Abend einzuwerfen und einfach mal wild eine Runde draufloszuprügeln. Das Kampfsystem erschlägt uns nicht mit einer übertriebenen Komplexität, jedoch werden es Neulinge etwas schwerer mit den alteingesessenen Tekken-Fans haben, denen jede Bewegung, Spezialattacke und Combo ins Blut übergegangen ist. Eins ist klar: Bandai Namco hat es drauf Kampfspiele zu machen. Die Steuerung geht gut von der Hand und die Optik ist klasse, wenn auch die Hintergründe ein bisschen besser aussehen könnten. Trotzdem muss man sagen, dass man als Fan der Serie schon eine Spur enttäuscht wird. Wir bekommen lediglich Standart-Spielmodi und keinen richtigen Arcademode serviert. Letzterer spielt sich etwas wie ein Tutorial. Der Offline-Turniermodus fehlt leider komplett. Hier meckert gerade der Tekken-Fan seit Stunde eins. Dies kann man aber verschmerzen, da definitiv der Spielspaß und das astreine Gameplay im Vordergrund steht! Man kann am neuen Tekken 7 zwar einige Punkte kritisieren, jedoch wäre es ein großer Fehler, dieses spaßig-kultige Pflicht- Beat-‘em-up zu verpassen.

Overall Score 4.2 Eisenfaust 7!
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4.2

Die legendäre Kampfspielserie kehrt für die Entscheidungsschlacht zurück!

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3 Kommentare zu Tekken 7

  1. Mullifee

    Tekken war immer schon geil, auch wenn ich grundsätzlich die bin die auf die Fresse bekommen hat 😀 freue mich schon den neuen Teil zu spielen 🙂

  2. Kai

    Seit Tekken 3 habe ich kein Tekken mehr gespielt. Jetzt hat es mich wieder gepackt und ich habe es mir eben auf Steam runtergeladen. Schöner Test! Es macht noch genau so viel Spass wie damals, wenn nicht sogar mehr. Kleiner Tipp: Das Post Processing auf medium stellen, sonst wird das Bild unscharf.

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