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SOMA (Spoilerfrei!)


„Reality is that which, when you stop believing in it, doesn’t go away.“
-Philip K. Dick, I Hope I Shall Arrive Soon

Wo bin ich? Außer einem rot schimmernden Licht sitze ich in absoluter Dunkelheit. Irgendwo weit weg höre ich ein metallsiches Knarzen und dumpfes Klopfen. In unmittelbarer Nähe tropft es von der Decke. Sonst ist da nichts anderes, außer mein eigener Atem. Ich gehe auf das Licht zu, dass sich als ein Hebel entpuppt… scheint eine Art Stromkasten zu sein. Als ich den Hebel umgelegt habe springen nach einigen Fehlstarts Neonröhren an. Das Licht sticht in meinen Augen… wo zum Teufel bin ich hier? Mit seinen Raumanzügen… oder Taucheranzügen… einer Sitzbank, einem zum Leben erwachten Computer und dem Stuhl auf dem ich aufgewacht bin, erinnert es mich ein wenig an eine unheilschwangere Mischung aus Behandlungsraum beim Zahnarzt und Umkleidekabine für Tiefseetaucher.
Die einzige Tür im Raum ist verschlossen, die Fenster zeigen in einen Gang, der an ein Uboot erinnert. Vielleicht probiere ich mein Glück mit dem Computer… „Zum Zugriff Omnitool einführen“. Ich habe kein Omnitool… und… was ist überhaupt dieses Omnitool? Das wird mich nicht weiterbringen. Ich muss erst mal aus diesem Raum raus… nur wie? Die Tür öffnet sich keinen Spalt, allerdings ist da ja noch die Glasscheibe?!
Mit einem gezielten Wurf zerschlage ich die Scheibe und klettere in den dunklen Gang. „Hallo?“ … keine Antwort… „Ist hier jemand?“ … nichts außer einem Brummen.



Bevor du mit SOMA anfängst, solltest du dir gute Kopfhörer zulegen, den Raum abdunkeln, eine bequeme Sitzhaltung einnehmen und für etwas Essen und Getränke sorgen. Sobald dich das Spiel einmal gepackt hat, wirst du die Forschungsstation PATHOS-II nicht mehr so schnell verlassen. Allein die erste Stunde im Spiel wird dich nicht nur packen, sondern dir auch noch eine ordentliche Gänsehaut verpassen… obwohl streng genommen nichts passiert. Am ehesten kannst du die bedrückende Atmosphäre mit dem absolut großartigen Alien: Isolation vergleichen.



Da stehst du nun nach dem Prolog, auf den ich hier nicht eingehen werde, allein und verloren in der heruntergekommenen Forschungsstation. Um dich herum knarzt, knackt, klappert und tropft es. Du brauchst ein Omnitool und hast keinen Schimmer was das überhaupt ist. Aber keine Sorge, ab hier wird dich das Spiel ganz unaufdringlich von Areal zu Areal führen. Sei es durch bestimmte Lichter, Hinweise auf Computerterminals, Geräusche oder Markierungen auf den Übersichtskarten, die hier und dort an den Wänden der Station hängen. Später wirst du Kontakt zu einer Wissenschaftlerin namens Catherine aufnehmen, die dir Hinweise für deine nächsten Schritte geben wird. Dadurch, und dass die einzelnen Gebiete voller Details stecken, mit denen du interagieren kannst, fühlt sich dein Fortschritt natürlich an. Praktisch alles kann irgendwie in die Hand genommen, benutzt und untersucht werden. Magazine, Zeitschriften, Computerterminals, Bilder, Notizen… es gibt viel zu entdecken. Obwohl SOMA linear aufgebaut ist, fühlt es sich über weite Strecken nicht so an.

Der Horror

Was Frictional Games in SOMA geschafft haben, ist dieses Gefühl zu erzeugen, dass dir jeden Moment etwas ins Gesicht springen könnte… Du wirst darauf warten… und warten… naja… irgendwann wird schon was passieren. Bis dahin spielen die Entwickler auf einem ziemlich hohen Nievau mit dir, deiner Erwartungshaltung und deiner Angst. Hier ein Knarzen, ein Licht flackert, da ein Klopfen… nicht immer passiert es hinter dir, sondern oft ganz bewusst direkt vor deiner Nase. Ein Gitter kracht von der Decke, der Strom fällt aus…



Ganz ohne Monster kommt natürlich auch SOMA nicht aus. Diese kommen selten zum Einsatz, wurden sorgfältig platziert und nie wirst du zwei mal mit dem selben Monster konfrontiert. Jedes Mal muss du deine Strategie immer dann anpassen, wenn du dich gerade an das Monster „gewöhnt“ hast. Mal reicht einfaches weglaufen, mal solltest du darauf achten, das Monster nicht direkt anzusehen. Einige sind blind und können nur sehr gut hören… in jedem Fall ist das Monsterdesign fair, auch wenn du vielleicht das eine oder andere Mal erwischt wirst. Aber selbst dann ist noch nicht alles vorbei, sondern SOMA gibt dir meistens noch eine zweite Chance bevor du zum letzten Speicherpunkt zurückgesetzt wirst.

Was für den Kopf

Neben dem Erkunden der fantastischen Unterwasserstation, einigen Spaziergängen auf dem Meeresboden und dem Verstecken vor diversen Kreaturen und Monstern, wirst du in SOMA das eine oder andere Rätsel lösen müssen. Besonders harte Kopfnüsse sind es nicht, dafür sind die Rätsel logisch in die Story eingebaut und wirken nie irgendwie aufgesetzt. Hier muss auf einer digitalen Weltkarte ein bestimmter Ort gesucht, mal wollen Knöpfe in der richtigen Reihenfolge gedrückt werden um eine Maschine zu starten… seltsame Schiebepuzzles oder absurde Kombinationsrätsel gibt es in SOMA nicht.

Aber damit ist die Sache noch nicht für deinen Kopf erledigt. Was wie ein „BioShock trifft Alien:Isolation Unterwasser-Survival Spiel“ anfängt, entwickelt sich nach und nach zu einer philosophischen Suche nach der Antwort, was einen Menschen überhaupt erst zum Menschen macht. Auch hier möchte ich nicht spoilern… nur soviel: nichts ist wie es im ersten Moment scheint und nahezu alle Objekte die du betrachten kannst steuern ihren Teil zur Story bei. Trotzdem bleibt am Ende noch genug Raum für Interpretationsmöglichkeiten. Ich wurde nicht enttäuscht.

Fazit

Wenn du einen Mordsspaß daran hast, wenn dir was ins Gesicht springt oder sonst irgendein Jump-Scare den nächsten jagt, dann wirst du von SOMA enttäuscht werden. Dieses Spiel ist ein relativ ruhiger Horrortrip, der mit seinem subtileren Horror wortwörtlich unter die Haut geht. Wie tief du in die sehr interessante Geschichte von SOMA eintauchen möchtest, hängt davon ab wie genau du die einzelnen Gebiete nach Notizen, Bildern und so weiter durchsuchst… aber selbst, wenn du nur streng dem Spiel folgst, wirst du mit einer interessanten Story belohnt.

Nimm dir die Zeit und spiele SOMA am Stück mit guten Kopfhörern durch… es lohnt sich!


Mein Fazit

Final Thoughts

Wenn du einen Mordsspaß daran hast, wenn dir was ins Gesicht springt oder sonst irgendein Jump-Scare den nächsten jagt, dann wirst du von SOMA enttäuscht werden. Dieses Spiel ist ein relativ ruhiger Horrortrip, der mit seinem subtileren Horror wortwörtlich unter die Haut geht. Wie tief du in die sehr interessante Geschichte von SOMA eintauchen möchtest, hängt davon ab wie genau du die einzelnen Gebiete nach Notizen, Bildern und so weiter durchsuchst... aber selbst, wenn du nur streng dem Spiel folgst, wirst du mit einer interessanten Story belohnt. Nimm dir die Zeit und spiele SOMA am Stück mit guten Kopfhörern durch... es lohnt sich!

Overall Score 4 Feinster Horror
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