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Shaq Fu: A Legend Reborn



Vorwort aka Memories

Shaquille O’Neal ist zurück. Nein, nicht auf dem Basketballplatz. Anfang der 90er waren die NBA auf dem Schulhof das Non Plus Always Ultra. Jeder rannte mit einem der Starter Caps herum, wo er sein liebstes Team representete. OK, Orlando Magic waren jetzt nicht unbedingt meine Favoriten, das waren die Chicago Bulls mit Michael „Air“ Jordan, Dennis Rodman und die Seattle Supersonics mit Detlef Schrempf. Jeder Der NBA Stars wurde in irgendeiner Form vermarktet: Rodman stieg auch irgendwann in den Wrestlingring, Michael Jordan war eh überall, jedoch hatte er eines mit Shaq gemeinsam: Eine schlechte Videospielportierung, die ich leider Gottes mit meinem Ersparten Taschengeld investierte. Chaos in the Windy City und auch Shaq Fu kam beides 1994 heraus und… zugegeben- ich fand beide Spiele jetzt nicht unbedingt schlecht. Jedenfalls nicht so schlecht, wie es die Allgemeinheit fand… Aber lasst uns doch mal einen Blick auf die Wiederauferstehung von Shaquille in Videospielform werfen. Was hat sich getan? Cool, oder doch eher ein Sargnagel für die alte Legende?

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Die Story

Die Story ist eher belanglos und schlecht. Absichtlich belanglos und schlecht. Das Spiel erzählt keine Geschichte mit Sinn oder Zweck und oftmals blutet einem das Gehirn aus, aber okay, ich reiße die Story kurz für Euch an:

Die Welt steht kurz vor dem Untergang und dämonische Prominente haben die Macht an sich gerissen. Zum Glück wächst ein chinesischer Waisenjunge namens Shaq Fu Hung bei einem Kung Fu Großmeister auf, welcher ihm auch das Kämpfen lehrt. Bla bla bla, es kam wie es kommen musste: Nur Shaq Fu kann die Welt retten und die Dämonen besiegen.


Der Look

Zugegeben, man geht nicht mit der allergrößten Erwartung an das Spiel heran. Optisch sieht Shaq Fu: A Legend Reborn auch eher etwas lau aus. Wie ein grafisch leicht aufgehübschtes Handyspiel. Die Zwischensequenzen sind jedoch sehr schön und vor allem mit einer guten Portion Humor in Szene gesetzt, sodass ich an einigen Stellen doch sehr schmunzeln musste. Die Charakterdesigns sehen im allgemeinen aus, als kommen sie von vorherigen Konsolengenerationen, auch wenn man sich im Hinterkopf behalten muss, dass Shaq Fu: A Legend Reborn eher ein Low-Budget Titel ist, hätte man sich dennoch mehr Mühe machen können, oder gleich in einen Retro-Pixellook gehen können.

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Das Gameplay

A Legend Reborn spielt sich wie ein klassisches Sidescrolling Beat ’em up. Wir bewegen Shaq durch die Straßen, vermöbeln eine Gegnerwelle nach der anderen, sammeln gelegentlich Power Ups, Spezialkräfte und Münzen, die zu nichts nütze sind (ja ernsthaft) ein und Kämpfen uns durch insgesamt 6 Stages, welche jeweils ein Boss beinhalten.

Die Kollisionsabfrage und auch das Trefferfeedback wird nicht ganz genau genommen. Als Spieler weiß man nie ganz genau, ob man sich auf der richtigen Höhe befindet um den Gegner eins auf die Zwölf zu geben, oder ob man doch so steht, dass man selbst ein paar Schläge kassiert. Hätte man definitiv besser machen können, da ein Spiel in diesem Genre mit dem Gameplay steht und fällt, da kann die Story noch so schlecht und die Gegner noch so variationsarm sein.


Und sonst so?

Der gute Shaq besitzt eine humorvolle Auswahl an Spezialkräften, die Anlehnen an seine Spitznamen haben. Diesel zum Beispiel verwandelt Shaq in einen Kampfroboter, welcher kurzzeitig Gegner plattmachen, aber auch selbst überhitzen kann. Lustig ist auch Shaqtus, wo Shaq sich in einen Kaktus verwandelt und dann mit unzähligen spitzen Nadeln um sich wirft. Die Spezialkräfte machen zwischendurch viel Spaß, da sie uns aus dem monotonen Gameplay rausholen.

Shaq Fu: A Legend Reborn nimmt sich selbst nicht Ernst. Diesen Humor kann man mögen oder hassen. Ich selbst finde es unterhaltsam, dass das Spiel sich andauernd in Kommentaren selbst fertig macht und sich als schlechtes Spiel hinstellt. Aber, strenggenommen, darf sich Shaq Fu: A Legend Reborn dann auch nicht wundern, wenn unter dem Strich im Rating genau dieses Ergebnis herauskommt. Trotzdem waren viele Leute ja verrückt genug, dieses Projekt via Croudfunding finanziell zu unterstützen…

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Das Fazit

Der Preis ist heiß. Digital schlägt Shaq Fu: A Legend Reborn knapp 20 Euro zu buche. Tatsächlich gibt es auch eine Retailversion für 36 Euro und sogar eine knapp 100 Euro Collector’s Edition mit Shirt und Umhängetasche, diese kann ich aber nur den absoluten Hardcoresammlern empfehlen. Es gibt extra Props dafür, dass Shaquille O’Neal sich selbst vertont, den Titelsong schlecht gerappt hat und auch das ganze Game mit der gehörigen Portion Humor und Rotzigkeit, extra als Fortsetzung des schlechtesten Spiels aller Zeiten, via Crowdfunding vermarktet wurde. Spielerisch wird man um die zwei Stunden Unterhalten, ob das seinen Preis wert ist, bleibt fraglich und sollte jeder für sich entscheiden. Retrofreunde könnten da eher für einen schmalen Taler in einen Arcadesidescoller des Neo Geos oder anderer Retrokonsolen nach Wahl digital investieren, da wird man sich sicherlich nicht über die paar verschwendeten Taler ärgern. Ja, tatsächlich: trotz all der Fehler, die ich im Test erwähnte, hat mich Shaq Fu: A Legend Reborn kurzzeitig ganz gut unterhalten, dennoch reichen mir dann auch die zwei Stunden. Die Entwickler werben ganz offensichtlich mit der Fortsetzung des schlechtesten Spiels aller Zeiten, bringen diese dann auch raus ohne vor Schamesröte im Erdboden zu versinken. Man bekommt also das, was einem versprochen wird.

Kurzum: Shaq Fu: A Legend Reborn ist nicht ernst zu nehmen. Bei meinem Rating wähle ich bewusst die goldene Mitte, da es genau die Leute anspricht, denen es bewusst ist, was sie dort kaufen. Wenn Jemand ein geniales Beat ’em up erwartet, ist er mit Sicherheit an der falschen Stelle. Auch der, zugegeben, lustige Humor des Spiels rechtfertigt keine 20 Euro. Zu einem Beat ’em up gehört außerdem ein Koop-Modus, der leider nicht enthalten ist. Also: Nur für absolute Hardcorefans!

Meine Wertung

Final Thoughts

Shaq Fu: A Legend Reborn ist nicht ernst zu nehmen. Bei meinem Rating wähle ich bewusst die goldene Mitte, da es genau die Leute anspricht, denen es bewusst ist, was sie dort kaufen. Wenn Jemand ein geniales Beat ’em up erwartet, ist er mit Sicherheit an der falschen Stelle. Auch der, zugegeben, lustige Humor des Spiels rechtfertigt keine 20 Euro. Zu einem Beat ’em up gehört außerdem ein Koop-Modus, der leider nicht enthalten ist. Also: Nur für absolute Hardcorefans!

Overall Score 2,5 FU up 2