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Project Cars 2


Dieses Jahr ist ein absoluter Erfolg für Rennspiel-Fans. Bei Mario Kart 8 Deluxe können wir bald bereits seit einem halben Jahr unsere Runden drehen und die Vorzüge eines Fun-Racers genießen. Bei Dirt 4 ging es da schon schwieriger und vor allem dreckiger zu und mit Gran Turismo Sport auf der PS4 und Forza Motorsport 7 auf der Xbox One und dem PC können die Simulationsfreunde schon bald ihre rasanten Runden drehen. Nicht zu vergessen bekommen wir nun aber auch Project Cars 2 geliefert, das abgesehen von der Nintendo Switch auf allen gängigen Plattformen erhältlich ist und ebenfalls ein Spiel für diejenigen ist, die auf die härtere Rennspielsimulation abfahren. Ich habe die Reifen auf den Rennstrecken durchdrehen lassen und erzähle euch nun, was der zweite Teil dieser Reihe zu bieten hat.


Anschnallen, Motor anstellen und los geht’s

Wer sich nach entspannten Rennen, die selbst mit zugebundenen Augen gewonnen werden können und in denen die KI keine Schwierigkeiten für uns darstellt sehnt, ist bei Project Cars 2 definitiv an der falschen Adresse. Hier bekommen wir eine Rennspielsimulation geboten, wie sie im Bilderbuch für Rennfahrer stehen könnte, die sogar mit den einfachsten Einstellungen immer noch schwierig zu bestreiten ist. Anfänger sollten sich also vielleicht erst einmal mit dem Vorgänger vertraut machen und testen, ob das Spiel überhaupt zusagt, bevor der Controller nach den ersten Runden zerbrochen in der Ecke liegt und die Haftpflichtversicherung eines Freundes einspringen muss.

In Project Cars 2 können wir aus 180 offiziellen und fiktiven Fahrzeugen wählen und in neun verschiedenen Klassen mit ihnen an den Start gehen. Vom klassischen Kart fahren bis hin zu Rallycross und auch dem Formelsport ist hier alles dabei, was das Rennspiel-Fanherz begehrt. Auch wenn die Anzahl der Fahrzeuge  überwiegend nicht mit seinen Konkurrenten mithalten kann, findet sich hier genügend Abwechslung und vor allem bei der Anzahl der Strecken liegt Project Cars 2 vorne. Es wurden 60 lizenzierte Pisten, wie zum Beispiel der Silverstone, Hockenheim oder der Daytona International Speedway in den verschiedensten Ausführungen im Spiel integriert.

Auch im Menü, das erneut etwas komplizierter ausgefallen ist, als es eigentlich müsste, bietet uns das Spiel die Möglichkeit unzählige Einstellungen für unser Auto, das Wetter oder auch das Regelwerk zu bestimmen. Haben wir Lust bekommen mit einem alten Oldtimer, den schwierigsten Einstellungen und einer Ladung Schnee über nahezu unmöglich befahrbare Strecken satte 100 Runden lang zu düsen? Oder direkt ein 24h Rennen unter diesen Bedingungen? Here you go, möglich ist es!


Fast wie die Realität

Ich habe in den letzten Jahren kaum ein Rennspiel gespielt, dass so realitätsnah wirkt, wie Project Cars. Und natürlich muss sich Project Cars 2 nun nicht hinter seinem Vorgänger verstecken und glänzt ebenfalls mit einem erstklassigen und weiter verfeinerten Fahrgefühl. Wir spüren die Geschwindigkeits- und Gewichtsunterschiede der Autos oder den abweichenden Reifendruck und auch die KI kann uns je nach Schwierigkeitseinstellung bei den Rennen eine große und abwechslungsreiche Herausforderung bieten, falls es erwünscht ist. Wir sollten uns darüberhinaus bei jedem Rennen konzentrieren und versuchen möglichst perfekt zu fahren, da eine praktische Rückspulfunktion nicht vorhanden ist, die uns bei anderen Rennspielen retten kann, wenn wir uns ausnahmsweise mal besonders blöd angestellt haben. Verfeinert wird dies durch ein Schadensmodell, das uns bei einem zu großen Schaden aus dem Rennen ausscheiden lassen kann. Andere Autos von der Strecke zu rammen, schadet uns im wahrsten Sinne des Wortes also nur selbst.

Auch das dynamische Wetter, das sich pro Rennen bis zu vier Mal verändern kann, weiß zu beeindrucken und trägt zur wunderbaren Rennspiel-Atmosphäre bei. In Project Cars 2 fühlen wir uns wie ein echter Rennfahrer, der bei einem strengen Regelwerk zur Strafe auch mal in die Box fahren muss, auch wenn dies einiges an Zeit kostet. Aufgrund der vielen Möglichkeiten die Rennen nach den persönlichen Vorstellungen einstellen zu können, können Strafen oder weitere belastende Dinge, wie der sinkende Benzinstand oder auch das im Fall von Regen, dynamische Wetter ausgeschaltet werden. Für die absolute Sicherheit können ebenfalls ein Lenk- und Bremsassistent und auch eine Ideallinie eingeschaltet werden, obwohl es sich hierdurch nicht so sehr vereinfacht, wie bei seinen Konkurrenten. Hinter dem Steuer sitzen weiterhin wir und trotz einfachsten Einstellungen ist Project Cars 2 absolut kein Reifenschlecken.

Besonders loben möchte ich den hinzugefügten Renningenieur, den wir um Hilfe bitten können, wenn mit den Einstellungen unseres Autos etwas nicht hundertprozentig hinhaut. Wir können unser Problem schildern und bekommen von ihm eine Lösung aufgetischt, die bei mir jedes Mal stark geholfen hat, da mein technisches Verständnis von Autos nicht besonders nennenswert ist. Ich kann Auto fahren, das reicht dann auch schon- der Assistent als Hilfe ist daher eine tolle Funktion im Spiel für die ich sehr dankbar bin.


Der Weg zum erfolgreichen Rennfahrer

Natürlich ist bei Project Cars 2 wieder ein klassischer Karriere-Modus enthalten. Wir können selbst entscheiden, ob wir in der Klasse der Kartfahrer starten oder es in der Formel A versuchen an die Spitze zu gelangen und weiter aufzusteigen, da die höheren Klassen zu Beginn noch gesperrt sind. Leider ist zu erwähnen, dass die Karriere wie schon beim Vorgänger etwas mau ausgefallen ist. Wir fahren lediglich unsere Karriere-Rennen ohne uns um andere Dinge, wie Sponsoren oder die Presse kümmern zu müssen und auch das Feeling, dass wir gerade einer der besten Rennfahrer der Welt werden und eigentlich eine absolute Berühmtheit sein müssten, die mit Champagner sein Auto begießt, wird nicht eingefangen und umgesetzt.


Das Auge fährt mit

Die Fahrzeuge von Project Cars 2 sind weiterhin kaum von der Realität zu unterscheiden und strotzen nur vor einzelnen Details. Von den Strecken kann dies allerdings nicht behauptet werden, denn diese weisen an einigen Stellen matschige Texturen auf, die vor allem bei der Außenperspektive negativ auffallen. Bei mir geht das Gameplay weit über die Grafik, aber manch anderem Spieler werden diese Dinge negativ aufstoßen, auch wenn das Spiel theoretisch bis zu einer 4K-Auflösung hochgeschraubt werden kann. Beim nächsten Teil wäre etwas mehr Feinschliff bei den grafischen Details der Umgebung wünschenswert.


Online-Rennen

Abseits der Offline-Herausforderungen können wir uns auch online mit Videospiel-Rennfahrern auf der ganzen Welt messen und auch hier die gewohnten Einstellungen für unser Rennen treffen. Testen konnte ich diesen aufgrund von zu wenigen Spielern zu meiner Testzeit leider nicht ausgiebig genug, um fundiert über ihn berichten zu können. Ich werde dies in der nächsten Random Backup-Ausgabe unseres Podcasts nachholen, versprochen.


Fazit

Project Cars 2 hat mich mit seinen neun Klassen, die das Spiel trotz der Menge allesamt beherrscht, überzeugt. Ich hatte sehr viel Spaß dabei mich mit den verschiedensten Autos auszutoben und im besten Fall einige Rennen zu gewinnen. Da es eine durchaus strenge Rennspiel-Simulation ist, bei der wir mit den einfachsten Einstellungen immer noch durchgängig aufmerksam und konzentriert sein müssen, brauchte ich einige Rennen um mich wieder in das Spiel einzufinden. Hat man diesen Punkt erreicht, bemerkt man sehr deutlich das wunderbare Fahrgefühl und tobt sich mit den verschiedenen Autos, Strecken und Einstellungen aus. Leider muss ich den Karriere-Modus bemängeln, da dieser sehr viel mehr Inhalt abseits des Bestreiten der Rennen verdient hätte. Bei der aktuellen Konkurrenz auf dem Rennspiel-Markt sollte dies eigentlich ein sehr wichtiger Bestandteil sein, der in diesem Fall nicht perfekt umgesetzt worden ist. Auch die Grafik lässt vor allem bei den Texturen der Umgebung in Städten und Gegenden mit vielen Details, Verbesserungsvorschläge aufkommen. Es geht zwar noch mehr liebes Slightly Mad Team, aber Project Cars 2 fährt meines Erachtens trotz seiner Schwächen in einer der höheren Rennspiel-Ligen mit, weshalb ich es auf keinen Fall missen möchte.


Meine Wertung

Final Thoughts

Project Cars 2 hat mich mit seinen neun Klassen, die das Spiel trotz der Menge allesamt beherrscht, überzeugt. Da es eine durchaus strenge Rennspiel-Simulation ist, bei der wir mit den einfachsten Einstellungen immer noch durchgängig aufmerksam und konzentriert sein müssen, brauchte ich einige Rennen um mich wieder in das Spiel einzufinden. Hat man diesen Punkt erreicht, bemerkt man sehr deutlich das wunderbare Fahrgefühl und tobt sich mit den verschiedenen Autos, Strecken und Einstellungen aus. Leider muss ich den Karriere-Modus bemängeln, da dieser sehr viel mehr Inhalt abseits des Bestreiten der Rennen verdient hätte. Auch die Grafik lässt vor allem bei den Texturen der Umgebung in Städten und Gegenden mit vielen Details, Verbesserungsvorschläge aufkommen. Es geht zwar noch mehr liebes Slightly Mad Team, aber Project Cars 2 fährt meines Erachtens trotz seiner Schwächen in einer der höheren Rennspiel-Ligen mit, weshalb ich es auf keinen Fall missen möchte.

Overall Score 4.3
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