Title Test

Outlast: Whistleblower


Ein Whistleblower ist eine Person, die über den Arbeitsplatz oder andere alltägliche Begebenheiten an geheime Informationen gelangt, die er wiederum aus moralischen Gründen veröffentlicht. Dementsprechend passt der Titel des gleichnamigen Outlast-Singleplayer-DLCs wie die Faust aufs Auge. Du schlüpfst in die Rolle von Waylon Park, einem Informatiker der innerhalb der geheimen Labore der Mount Massive-Irrenanstalt arbeitet und dort mehr von den grausamen Geschehnissen zu Gesicht bekommt, als ihm lieb ist. Die Handlung beginnt also während dem Verfassen einer E-Mail mit Hinweisen, die Park an den Journalisten Miles Upshur schreibt, was letztendlich zu den Ereignissen des Hauptspiels führen wird. Da die Petzerei gleich zu Beginn auffliegt, erhält Park zunächst eine gaaaanz „spezielle Behandlung“, bevor ihm die Flucht aus seiner Zelle gelingt. Während hinter den Kulissen der Irrenanstalt nun das komplette Chaos ausbricht, musst du Park helfen aus der Anlage zu fliehen und die Informationen ans Tageslicht zu bringen.

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Es scheint als wären Upshur und Park in der gleichen Sportklasse gewesen, denn an der Grundmechanik hat sich nichts geändert. Je nach Situation schleicht, rennt und klettert der IT-Mensch durch die größtenteils geradlinigen Räume der Anstalt und bleibt dabei seinen pazifistischen Ansichten treu, indem herumliegende Waffen komplett ignoriert werden. Mit dem Interesse die Außenwelt über die aktuellen Geschehnisse zu informieren, hat auch Park einen nachvollziehbaren Grund mit einer Videokamera das Blutbad zu kommentieren oder sich mit dessen Nachtsichtfunktion in der Finsternis zurechtzufinden.

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Auch in Whistleblower ist der Protagonist der Situation ausgeliefert und kann sich in letzter Instanz höchstens verstecken, was auch zwingend Notwendig ist, um das Katz-und-Maus-Spiel mit alten- und neuen, entstellten Gesichtern zu überstehen. Leicht hast du es hierbei nicht. Die neuen Figuren, die dir aus ganz individuellen jedoch nicht minder morbiden Gründen ans Leder wollen, wirken in ihrem Suchverhalten oft zu unvorhersehbar, was auf Dauer ziemlich nervig und frustrierend ist, obwohl es eigentlich zur Stimmung beitragen könnte. Augenkontakt kann oft einfach nicht vermieden werden kann, egal wie vorsichtig du durch die Gänge schleichst. Der Ablauf von wegrennen, Versteck suchen, verstecken, abwarten und neu versuchen wiederholt sich dadurch sehr oft.

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Ansonsten bleibt‘s beim alten Rezept. Wie im Hauptspiel findest du allerlei Dokumente mit Hintergrundinformationen, während Park hin- und wieder Abschiedsbriefe an seine Frau schreibt. Frische Ideen und unerwartete Momente gibt es die meiste Zeit über kaum, während die Schockeffekte trotzdem gut platziert sind und funktionieren. Erst gegen Ende taut die Inszenierung des DLCs vollkommen auf. Gleiches gilt für die Schauplätze, die zwar abwechslungsreich, aber in Punkto Design zum größten Teil bekannt sind. Die Unreal Engine 3.5 macht wie gewohnt einen guten Eindruck zwischen Next- und Current-Gen, jedoch stört mich nach wie vor die „Field of view“-Einstellung, die vor allem die Figuren – selbst in den Skriptsequenzen – an den Bildschirmrändern unrealistisch verzerrt. Eins muss man dem Spiel jedoch lassen: Die Gewaltdarstellung ist ziemlich explizit, verstörend, pervers und geht über den Fokus von Angst und Anspannung weit hinaus in Richtung Splatter und Torture Porn, also nichts für schwache Nerven.

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Fazit

Whistleblower könnte eine interessante Ergänzung zur Hauptstory sein, denn die grundsätzliche Verknüpfung der beiden Handlungen ist recht smart und zu Beginn auch gut inszeniert – es wird natürlich empfohlen das Hauptspiel im Vorfeld beendet zu haben. Leider verliert sich das AddOn zu sehr im altbewährten Konzept, anstatt diese Idee über die komplette Spielzeit hindurch konsequent durchzuziehen. Whistleblower bleibt eben eine Momentaufnahme. Ebenso gibt es in Verhalten und Methodik absolut keinen charakteristischen Unterschied zwischen Park und Upshur, was recht schade ist. Wenn dir die Mischung aus Found-Footage mit der unheimlichen Nachtsichtfunktion und dem konstanten Verstecken und Flüchten immer noch einen gewollten Schauer über den Rücken jagt, machst Du mit Whistleblower nichts falsch. Für ca. 9 Euro bekommst Du einige Spielstunden plus neue Hintergrundinfos als Ergänzung zum Hauptspiel und ein Ende, welches ich so nicht erwartet hätte und Interpretationsspielraum für eine Fortsetzung lässt. Für alle anderen kann das Spiel nur gegen Anfang und Ende punkten, jedoch nach wie vor ohne eine spürbare Weiterentwicklung des Konzepts.

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Meine Wertung

Final Thoughts

Outlast: Whistleblower hat mir gut gefallen, da Spielprinzip und Atmosphäre auch ein Jahr später noch funktioniert. Wirklich begeistert war ich jedoch nur in der ersten- und letzten Stunde des Spiels. Der Rest wirkt wie Füllmaterial und dürfte nur für Fans interessant sein, die eine weitere Scheibe vom Grundprinzip des Hauptspiels haben wollen.

Overall Score 3,7

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