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Injustice: Gods Among Us


Ed Boon (uA Mortal Kombat) macht ne Party und alle DC Helden sowie Schurken kommen. Es wird getrunken, gelacht, gefeiert. Man kennt sich, man tratscht. Batman flirtet mit Harley Quinn, der Joker macht einen Witz auf Kosten von Wonder Woman. Flash macht ein Wettrennen mit Hawkgirl und Green Lantern zeigt Superman ein paar Zaubertricks. Ganz hinten messen sich Doomsday und Solomon Grundy im Armdrücken, während Lobo und Deathstroke Wetten auf den Gewinner abschließen. Kurz, alle sind da und in bester Laune. Doch irgendwann, nach viel Alkohol und sonstigen Substanzen schlägt die Stimmung um. Aquaman droht Catwomen mit einer Katzenwäsche, Cyborg wird von Lex Luthor im Kampfanzug vorgeführt, Killer Frost und Raven zanken sich um den feschen Nightwing. Eine explosive Mischung. Ein Funke genügt um eine Explosion auszulösen. Sinestro projiziert in den bewölkten Nachthimmel einen großen und strahlend gelb leuchtenden…

BLÄÄM!

Ganz so einfach wird einem der Grund für das launige Geprügel unter Superhelden aber nicht auf den Bauch gebunden. Die Zeiten in denen die Geschichte im Prügler nur nebenher erzählt wurden sind vorbei. Bunter Comicspaß? Diese Zeiten sind auch vorbei. Injustice beginnt mit einem Metropolis nach der Explosion einer Atombombe, einem Superman der seine Lieben getötet hat und anschließend die Welt mit einem totalitären Regime unterwirft. Eigentlich kein lustiges Thema, allerdings auch nicht bitterböse erzählt. Damit die Sache aber noch etwas komplizierter wird, landen die bekannten Helden aus einer anderen Dimension in diesem Schlamassel und mischen fröhlich mit.
Besonders tief ist die Geschichte nicht und auch nur ein paar wenige Stunden lang, aber für ein Beat’em up, herausragend inszeniert. Schön, dass die Kämpfe nicht immer an den Haaren herbeigezogen werden. Sowas möchte ich in kommenden Prüglern der Konkurrenz auch gern sehen (nein, bitte nicht so eine schräge Grütze wie zuletzt bei Dead or Alive 5). Zwischen den Kämpfen gibt es noch kurze Quick-Time-Events die ganz gut eingebaut wurden und über die Verteilung der Lebensenergie im darauf folgenden Kampf entscheiden. Wer sich beim Gedanken an QTEs allerdings schon sein Mittagessen durch den Kopf gehen lassen könnte, wird hier ebenfalls nicht in Freudentränen ausbrechen.

Du hast die PWR!

Wäre alles richtig und schlüssig, dann ist die Sache schnell geklärt. Superman schlägt alle zu Brei. Abspann. Wäre ein recht kurzes Spiel und dazu noch nicht besonders spaßig. Dafür hat sich Ed Boon mit den DC Autoren Justin Grey und Jimmy Palmiotti einen kleinen Kniff ausgedacht, der zwar an den Haaren herbeigezogen wurde, aber nicht besonders störend in die Story eingeflochten wird. Es wird erwähnt, man nickt, lächelt und schlägt seine Gegner einfach weiter zu Brei. Wie oben erwähnt, die Story ist nicht schlecht und stellt kein Alibi für die nächste Schlägerei dar, auch wenn manche Konfrontationen etwas konstruiert wirken. Jeder mag mal die Fresse voll bekommen, wenn ich die Fäuste schwinge. Ist so eine Art Ehrensache für etablierte Superhelden… aber ich schweife ab.

Da stehen sie nun.. die beiden Kämpfer in ihren wirklich liebevoll designten Arenen. Hier waren Liebhaber am Werk. Von der Bathöhle über den „Wachtum“ genannte Station im All, durch die Festung der Einsamkeit (Supermans Butze) bis nach Atlantis sind alle Arenen tiptop und voller Interaktionsmöglichkeiten. Diese geben dem Kampf ungeahnte Dynamik, wenn ich Raketen abfeuern und mit einem Schrank auf meinen Gegner einschlagen kann, so dass es gar nicht störend auffällt, dass die Figuren nicht in die Tiefe ausweichen können. Injustice ist ein klassischer 2,5D Prügler. Boxen, Treten und die Arena zerlegen reicht noch nicht? Dann koffer Deinen Gegner doch einfach durch die Wand. So schaut’s aus, fast alle Arenen sind in mehrere Ebenen unterteilt die durch einen imposanten und meist schmerzhaften Übergang (der nicht geblockt werden kann) miteinander verbunden werden. Natürlich lässt sich jede dieser Ebenen ebenfalls amtlich zerlegen und zweckentfremden.

Spezial mit Allem und extra PEWPEW

Was wären Superhelden ohne Superkräfte? Langweilig und keines Blickes würdig, also bekommen die Kämpfer eine eigene Spezialkraft. Ein Buttondrücker genügt und Batman benutzt Batarangs, Flash wird extra schnell oder Superman powert sich noch etwas mehr hoch. Jeder der 25 Superhelden bekommt so eine Kraft passend zur Figur spendiert, die bei manchen eher offensiv und bei anderen mehr wie ein Buff wirkt, jedoch niemals irgendwie unpassend oder unnötig. Hier hat sich wer Gedanken gemacht. Ohh und Ahh mag sich da mancher sagen oder denken.. aber dasselbe gilt für die Wurfmanöver. Jeder Charakter bekommt einen speziell entworfenen Wurf (dafür auch nur einen der in der Richtung variiert werden kann). Cool? But wait… there’s more!

Spezialmanöver heißt das, zugegeben unspektakuläre, Zauberwort. Hat man durch Prügel austeilen und einstecken genug Energie in seiner Supermanöver Energieleiste aufgebaut lässt sich eine fette Aktion ausführen. Batman versorgt seinen Gegner mit einem imposanten Faust-Fuß-Kombi, verteilt einen Stromstoß und lässt das Batmobil anschließend auf den Geprügelten los. Superman boxt seinen Gegner in die Stratosphäre, Aquaman löst eine mit Haien gefüllte Flutwelle los und Flash verteilt einen Kinnhaken für den er einmal um die Erde Anlauf nimmt. Und so weiter.. jeder Charakter bekommt ein spezielles Supermanöver das auch nach dem xten Mal nicht langweilig wird. Eine Flutwelle im All? Das Batmobil unter Wasser? Wurscht, Hauptsache eine der beiden Lebensenergieleisten purzelt in den Keller. Moment… zwei Energieleisten? Richtig… ist die eine Leiste weggeknabbert, geht es an die Nächste. Damals mussten die Kontrahenten noch in zwei Runden gegeneinander prügeln. Daher sollten die Spezialmanöver und Moves auch taktisch klug eingesetzt werden, denn ein Schaden geht nicht über eine der Energieleisten hinaus.

Als Alternative kann man seinen angestauten Energiedruck auch anders loswerden. Einmal pro Runde kann man das Wett-System auslösen. Dann stehen sich die beiden Kontrahenten mit lässigen Onelinern gegenüber, jeder Spieler wettet einen bestimmten Prozentsatz seiner Energie und dann knallen die Fäuste auch schon gegeneinander. Am Ende gewinnt einer der beiden Kämpfer Lebensenergie anhand des Wetteinsatzes. Klingt jetzt noch eher wie ein unnötiger Kropf, kann aber das Match zu seinen Gunsten wenden.

Wie abgelaggt

Genug den Freunden gezeigt wie schlecht sie doch in solchen Spielen sind? Dann ab in den Multiplayer Modus. Dieser ist allerdings eher konventionell Aufgebaut, dafür aber frei von störenden Lags oder sonstigen Problemen. Rangliste, Lobby, eigene Räume, 1-on-1 Kämpfe, Matchmaking, Survival- und King-of-the-Hill-Modus. Ist man in einer Lobby kann man den aktuellen Kämpfen zusehen und speziell im King-of-the-Hill-Modus sogar Wetten abschließen. Das war es auch schon. Wer den Singleplayer Modus ausreizt, stellt aber schnell fest, dass da noch Potential nach oben ist (*sniff sniff* ich rieche DLCs).

Wer die kurze aber gut inszenierte Story durchgezogen hat darf sich in Kämpfen mit verschiedenen Modifikationen austoben. Ständig sinkende Lebensenergie oder direkt eine eingeschränkte Energieleiste sind hier nur die Spitze des Eisbergs und könnten für die ein oder andere launige Stunde sorgen. Noch einen drauf setzten die S.T.A.R. Labs Missionen. Hier gibt es kleine Missionen die erfüllt werden müssen. Ich mag nicht zu viel verraten, aber ein Blick lohnt sich definitiv. Als Belohnung fühlt man sich nicht nur wie ein Held (sofern man, wie wir aus der Redaktion noch keiner ist) sondern kann auch zig Extras wie alternative Kostüme, Artworks und so weiter freischalten. Geht also in Ordnung. Auch hier wieder der bissige Geruch von drohendem DLC Quatsch.

Fazit

Was haben wir denn hier? Ein Prügler vom Mortal Kombat Papa. Das merkt man dem Titel schon an. Kein Kampf im dreidimensionalen Raum, Combo-lastige Action, fulminant inszenierte Zweikämpfe, hervorragend designte Arenen und Charaktere. Allerdings auch ein Kampfsystem, dass sich eher an Streber richtet, die gerne Combis auswendig lernen. Für ein launiges krachbumm Buttonmashing zu Grillfleisch und Bier taugt der Titel dann weniger. Die Standard-Moves dauern oft eine gefühlte Ewigkeit und richten keinen nennenswerten Schaden an. Dass es eine Übersicht der Combos gibt, in der nicht nur der genaue Schaden, sondern auch die Anzahl der Vorlauf und Erholungs-Frames angezeigt werden, sollte jedem Masher eine Warnung sein. Dem Gegenüber steht die Tatsache, dass die Anzahl der Combos eher überschaubar und nicht ultra komplex ist. Wer sich ein wenig in das Spiel reinarbeitet und Freunde hat, die davor keine Angst haben, wird wohl viel Spaß mit dem Titel haben.
Bei uns wird Injustice: Gods Among Us wohl das gute alte Street Fighter II ,zur Klärung von Meinungsverschiedenheiten, in die wohlverdiente Rente schicken.

Final Thoughts

Was haben wir denn hier? Ein Prügler vom Mortal Kombat Papa. Das merkt man dem Titel schon an. Kein Kampf im dreidimensionalen Raum, Combo-lastige Action, fulminant inszenierte Zweikämpfe, hervorragend designte Arenen und Charaktere. Allerdings auch ein Kampfsystem, dass sich eher an Streber richtet, die gerne Combis auswendig lernen. Für ein launiges krachbumm Buttonmashing zu Grillfleisch und Bier taugt der Titel dann weniger. Die Standard-Moves dauern oft eine gefühlte Ewigkeit und richten keinen nennenswerten Schaden an. Dass es eine Übersicht der Combos gibt, in der nicht nur der genaue Schaden, sondern auch die Anzahl der Vorlauf und Erholungs-Frames angezeigt werden, sollte jedem Masher eine Warnung sein. Dem Gegenüber steht die Tatsache, dass die Anzahl der Combos eher überschaubar und nicht ultra komplex ist. Wer sich ein wenig in das Spiel reinarbeitet und Freunde hat, die davor keine Angst haben, wird wohl viel Spaß mit dem Titel haben. Bei uns wird Injustice: Gods Among Us wohl das gute alte Street Fighter II ,zur Klärung von Meinungsverschiedenheiten, in die wohlverdiente Rente schicken.

Overall Score 4 Meine Wertung
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