HM PWRUP Test

Harvest Moon: Dorf des Himmelsbaumes


Es ist immer wieder unglaublich, wie sich Farming-Simulationen in der Spieleindustrie durchsetzen und wie sehr sie auch von uns Spielern gewollt werden. Stardew Valley ist wohl zur Zeit das heißeste Eisen im Feuer, auch Story of Seasons oder die Landwirtschafts Simulator Reihe macht alles gut und richtig… Ich als kleiner Fan der Harvest Moon Serie freute mich überschwänglich, wieder einen neuen Teil von Rising Star Games spendiert zu bekommen. Trotzdem hatte ich Angst, als ich das Spielmodul in meinen 3DS einlegte. Zum Verständnis: Ich liebte Harvest Moon auf dem SNES, auf Nintendos Game Boy Advance, sowie dem N64, (jetzt kommt das aber) aber die vielen DS und 3DS Portierungen wurden im Laufe der Zeit immer schlechter oder langweiliger. Also bitte, Dorf des Himmelsbaumes, enttäusche mich nicht! Kann der neue Serienableger überzeugen, oder braucht die Serie dringen eine längere Pause? Schauen wir es uns in meinem Test an!

Nachdem wir uns anfangs für einen weiblichen oder männlichen Charakter entschieden haben, werden wir gleich zu Beginn von der Erntegöttin mit der Bitte heimgesucht „Die Oase der Erntegöttin“ wieder zu neuem Glanz zu verhelfen. Das damals üppige Grün der Felder ist verschwunden, die Böden unfruchtbar geworden und die Pflanzen vertrocknet. Wir gehören ja zu der hilfsbereiten Sorte und versuchen also mit unserer Arbeitskraft ordentlich reinzuhauen und das Dorf wieder lebendig zu machen, neu aufzubauen und zum Wachsen und Gedeihen zu bringen, sodass auch die Einwohnerzahl wieder wächst.

Die ersten Tage nutze ich um mich erstmal mit der Welt im Dorf des Himmelsbaumes vertraut zu machen. Ich spreche mit der Erntegöttin und ihren Gehilfen, lerne einen Händler kennen, der mir Saatgut verkauft und auch meine Ernte einkauft. Dann ran an die Arbeit und die ersten Kohlköpfe angepflanzt, gegossen, geerntet.

Im späteren Verlauf stoßen immer mehr Einwohner und Händler in mein Dorf und lassen sich nieder. Es gibt somit mehrere Bewohner, die unterschiedliche Handelswaren anbieten und auch kleine Aufgaben für mich parat haben. Zum Beispiel gibt es einen Schreiner, der mir anbietet Baupläne für meine Innengestaltung der Farm zu kaufen oder Baupläne, um meine Ställe zu erweitern und neue Gebäude wie eine Windmühle zu errichten. Wir dürfen an den alljährlichen Dorfwettbewerben teilnehmen und wie eben schon erwähnt, haben einige Dorfbewohner auch kleinere Aufgaben für uns, wofür wir nach erfolgreichem Abschluss entsprechend belohnt werden. Und immer schön die Augen offen halten- vielleicht finden wir auch unseren potentiellen Lebensgefährten.

Seit dem Verlust der Bokujō Monogatari-Lizenz hat Natsume versucht, die Magie von Minecraft zu nutzen und mit der bewährten Bauernformel zu verschmelzen. Bei mir persönlich fruchtet das Prinzip nicht und ärgerte mich vielmehr, aber für die Minecraft-Fans wird die Kombination ein willkommenes Geschenk sein um das eigene Land so formen zu können, wie man es selbst möchte. Man kann zum Beispiel einen eigenen Wasserlauf errichten, der das trockene Land in ein saftiges Grün verwandelt.

Ernsthaft? Wir dürfen keine eigenen Screenshots machen und mussten uns am Pressematerial bedienen: Im unteren 3DS Screen ist bei diesem Screenshot noch das Debug Menü offen...

Ernsthaft? Wir dürfen keine eigenen Screenshots machen und mussten uns am Pressematerial bedienen: Im unteren 3DS Screen ist bei diesem Screenshot noch das Debug Menü offen…

Rising Star Games verspricht auf die Fans gehört und ein ausführliches Tutorial, sowie eine verbesserte Spielsteuerung eingeführt zu haben. Dies kann ich leider nicht abnicken. Ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass sich die Fans ein ausführliches Tutorial wünschen- in den ganzen Vorgängern der Handhelds wurde doch genau dieser Punkt kritisiert: zu lang und zu umfangreich.

Komm und nehme mich an die Hand… Nein Tutorial- verschwinde! Wir werden auch in Harvest Moon: Dorf des Himmelsbaumes schon wieder zu Beginn mit Erklärungen und Texten zugeschmissen. Vieles kann man durch einfaches Austesten selbsterklärend rausfinden und wissen wir mal wirklich nicht weiter, so können wir auf unser Bücherregal zugreifen und nachlesen. In den ersten 6 Spielstunden werden wir praktisch immer und immer wieder ausgebremst- das nervt! Echt jetzt.

Den Reiz von Harvest Moon: Dorf des Himmelsbaumes macht die unzähligen Möglichkeiten aus. Anfangs habe ich nur ein Schaf und Pferd besessen, sah aber, dass man auch Hühner oder Kühe züchten, ein Rastalocken-Pferd oder Haustiere besitzen kann- das wollte ich auch. Arbeit adelt! Wir können angeln und verarbeiten später die Fische in leckere Essensgerichte, oder erweitern Gerichte durch Rezepte. Schon mal Mayo oder ein Brot selbst gemacht? Nein? Dann aber ran! Wir können auch in einer Bergbaumine Materialien oder gar Edelsteine abbauen. Wir sammeln Holz indem wir mit unserer Axt Bäume fällen oder kloppen Felsen zu Brei. Diese Materialien und noch viel mehr können wir dazu verwenden um mit unseren Bauplänen neue Gegenstände herzustellen oder Bestehendes zu verbessern. Das ist alles nicht neu und gab es schon mal, darf aber auch nicht in diesem Harvest Moon Teil fehlen!

Unsere drei Hauptaufgaben bestehen aus Landwirtschaft, Angeln und Bergbau. Die kleinen Nebenaufgaben der Dorfbewohner fingen an mir auf die Nerven zu gehen, als sie zum Beispiel die Aufgabe erteilten bestimmte Arten von Fischen zu fangen oder bestimmtes Erz abzubauen. Es dauerte in etwa 6 Spieltage um einen Hund zu retten, der im Sterben liegt (!) indem ich sein Lieblingsfutter herstellen und servieren musste. True Story.


Fazit

Der Himmelsbaum, der aus der Hölle kommt. Mittlerweile habe ich knappe 10 Stunden auf dem Spieltacho und es ärgerte mich unwahrscheinlich, dass es im spielerischen Fortschritt nur langsam und gemächlich voran geht. Klar machen wir fast jeden Tag dasselbe: Aufstehen, uns um die Anliegen der Dorfbewohner und um unsere Tiere kümmern, ernten, säen, anpflanzen- jedoch habe ich erst nach fast 7 Stunden mein erstes Tier erhalten und konnte dann erst die ersten Gebäude bauen. Es geht schleppend voran, dennoch bin ich sehr bemüht den kompletten Spielumfang auszuschöpfen und genießen zu können. Selbst jetzt habe ich mein Land auf der Karte nur zweimal erweitern können und oft ist mir auch mein Anbauplatz auf den Feldern aufgrund der Begrenzung knapp geworden. Das Fischen ist eine langweilige und frustrierende Angelegenheit und neben meiner eigentlichen Feldarbeit habe ich kaum bis keine Zeit für eine partnerschaftliche Verbindung. Was ist das? Real Life? Viel Arbeit, keine Freizeit. Man kommt sich in den ersten 5 Stunden Spielzeit vor, als spielt man ein nie endendes Tutorial. Noch ein Manko ist die umständliche Steuerung und die ständige Kameranachjustierung. Es wurde versucht mit verschiedenen Bodenebenheiten mehr Dynamik ins Spiel reinzubringen, als Nicht-Minecraftfan ist das nur leider ein Schuss in den Ofen, sodass ich oft meine Hacke rausholte und das Land auf eine Bodenebene anglich.

Auch wenn ich viel zu kritisieren habe und diesen Ableger als nicht würdig verbuche: Dennoch gibt es viel Liebenswertes in Harvest Moon: Dorf des Himmelsbaumes. Es gibt viele Möglichkeiten neue Geschäftsideen auszuprobieren und den Handel anzutreiben. Man kann nicht nur Gewinne machen, sondern hilft dem ganzen Dorf und der Erntegöttin zu florieren. Und die, wenn auch wenige Auswahl, Farmtiere wecken den Instinkt, sich liebevoll um sie zu kümmern. Das Crafting System fällt üppig aus und das Spiel lässt uns praktisch freie Hand uns gemütlich nach eigenem Tempo die Spielwelt zu erkunden.

Leider haben die negativen Punkte meinen Spielspaß überwiegend getrübt. es gibt keine richtige Erkundung, die Festivals sind ein Witz, die Dorfbewohner geben keine Unterhaltungsquelle, zudem hat mich die Kombination von Minecraft und Landwirtschaft nicht beeindruckt. Kurzum: Ihr erwartet einen guten Harvest Moon Ableger auf dem 3DS? Dieser hier ist es nicht. Spielt lieber Story of Seasons, oder helft Euren Eltern im Garten. Harvest Moon: Dorf des Himmelsbaumes ist tatsächlich nur für Fans, da es andere Titel besser machen.


Meine Wertung

Final Thoughts

Der Himmelsbaum, der aus der Hölle kommt. Mittlerweile habe ich knappe 10 Stunden auf dem Spieltacho und es ärgerte mich unwahrscheinlich, dass es im spielerischen Fortschritt nur langsam und gemächlich voran geht. Leider haben die negativen Punkte mein Spielspaß überwiegend getrübt. es gibt keine richtige Erkundung, die Festivals sind ein Witz, die Dorfbewohner geben keine Unterhaltungsquelle, zudem hat mich die Kombination von Minecraft und Landwirtschaft nicht beeindruckt. Kurzum: Ihr erwartet einen guten Harvest Moon Ableger auf dem 3DS? Dieser hier ist es nicht. Spielt lieber Story of Seasons, oder helft Euren Eltern im Garten. Harvest Moon: Dorf des Himmelsbaumes ist tatsächlich nur für Fans, da es andere Titel besser machen.

Overall Score 3 Schnarchig
Readers Rating
9 votes
1.8

Belebe die sieben Himmelsbäume wieder

Hol's Dir!

7 Kommentare zu Harvest Moon: Dorf des Himmelsbaumes

  1. Yukiya

    Die Geschmäcker sind ja bekanntlich verschieden. Ich hatte als nicht minecraftfan (ich hasse es xD) totale Freude an diesem Harvest Moon Teil. Ich finde etwas ärgern gehört dazu und man kann es sowieso nicht allen rechtmachen. Mein einziger Kritikpunkt ist , dass man das Toturial nicht endlich wegdrücken kann bzw. selbst entscheiden darf ob man eine Anweisung braucht oder nicht. Für das Anliegen mit Max dem Hund benötigte ich 2 Spieltage, auch das finde ich in Ordnung. Ich habe alle Teile gespielt, auch ich empfinde einige Teile als nicht so großartig, die andere dann wahrscheinlich als DEN besten Teil empfinden. Also lasst euch nicht abschrecken wenn jemand schreibt dieser Teil sei für irgendwen „nicht würdig“ . Für mich persönlich Platz 3 der Harvest Moon Reihe und für einen von euch evtl. Platz 1 xD

  2. Carina

    Ich muss mal meinen Senf dazu geben. Die Technik wird immer besser aber die Spiele immer schlechter. Eigentlich mussten die Harvest Moon Entwickler nur paar Dinge beachten nämlich freie Charakterwahl und frei gestaltbare ebenso tolle Kleider und viele Acsessoires, schöne Events die das Harvest Moon Jahr um die Jahreszeiten interessanter gestalten, wunderbare und viele aufregende Charaktere die interessant wirlen und eine Geschichte zu erählen haben. Eigentlich war Tree of Tranquility für die Wii genau das worauf ich gewartet habe aber leider nicht für den DS und mit viel zu langen Wartezeiten aber genauso müsste das nächste Harvest Moon sein. Ich stehe nicht auf Minecraft ich will nicht Spieleentwickler spielen ich möchte ein Feld anbauen und eine Familie gründen mit ganz viel Kitsch und Zauber und wenn das die Leute nach fast 10 Jahren harvest Moon immer noch nicht verstanden haben dann gehören die Leute dort ordentlich ausortiert.

  3. Lisa Lisa

    Ich kann mir durchaus vorstellen, dass das Spiel genau so ist, wie du es beschreibst. Werde es demnächst mal austesten, aber Story of Seasons war bereits hart an der Grenze mit seinen Tutorials und dem ewigen Warten auf Feste, den Verkaufsstand usw… Wo sind die goldenen Harvest Moon Zeiten hin? Ich bin dann mal Stardew Valley zocken!

  4. Gast

    Bin sehr enttäuscht von diesem Game und kann dem Artikelschreiber nur zustimmen – habe zwar bereits ein Pferd, den Esel, einen Hund und eine Kuh, aber vieles wird nicht erklärt (wie zum Teufel kommt man zB an Hartholz?!)…

  5. MineralHM

    Ich habe längst nicht 10 Stunden spielzeit und konnte den Hund ganz bequem retten. Außerdem habe ich bereits 5 Tiere. Man muss viel mit dem Spiel mitdenken und deshalb gibt es auch dieses „lange“ Tutorial damit man nicht gleich auf dem Trockenen sitzt. Ich habe direkt nach erhalt der Angel angefangen Fische zu fangen und habe dadurch gemerkt, dass es nur bestimmte stellen gibt, an den man bestimmte Fischsorten fangen kann. Im Vergleich zu den vorigen Harvest Moon endet die Story nicht mit: Hier hast du deine Farm und mach mal.“ Die Anliegen der Dorfbewohner schalten dir neue Sachen frei. Also ich finde das Harvest Moon sehr schön und auch die Idee mit dem neuen Esel gefällt mir sehr. Was mich allerdings sehr stört, ist, dass man seine Tiere nur mit Hilfe eines Erntewichtels weiden lassen oder wieder rein holen kann. Das alles auch dann nur bis 6pm und nicht am Sonntag. Das hat mich genervt. Vorallem kann ein Tier nicht reingeholt werden, wenn es ein auf Bergsterger gemacht hat. Ich hoffe das wird im Spielverlauf noch besser.

  6. Harald

    Die Kameraführungen sind grauenhaft, 3 Einstellungen, jede hat irgendwelche Fehler oder ist einfach nutzlos. Bei manchen Aktivitäten kann das zu Problemen führen.

    Wenn man die Gegend erkundet und über ein paar Klötzchen springt, kann es am Anfang passieren, dass man hängen bleibt und sich nicht mehr bewegen kann, dann muss man sich von den Erntewichteln retten lassen, was den ganzen Tag in Anspruch nimmt.

  7. Mullifee

    Schade, dass das Spiel die Erwartungen nicht erfüllt und im großen und ganzen immer noch dasselbe geblieben ist. Ich persönlich bin ein riesen HM Fan, doch wird sicher kein Teil mehr an das damals für die Playstation 1 erschienene Back to Nature heran kommen.

Gib Deinen Senf dazu

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.