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Far Cry Primal


Hoppla, das ging ja ganz schön schnell: Im Herbst des letzten Jahres eröffnete uns Ubisoft einen Ankündigungstrailer zu Far Cry Primal. Diesmal ohne Vaas Montenegro oder irgendeinen anderen durchgeknallten Killer wie Pagan Min als Aushängeschild. Das neue Far Cry Primal spielt in der Steinzeit. Das hörte sich für viele erstmal so an als handelte es sich hier um ein neues Standalone Addon wie Far Cry Blood Dragon, aber wollen wir dem Titel doch mal auf den Zahn fühlen und schauen, wie sich ein Far Cry Titel 10.000 Jahre vor unserer Zeit schlägt, in einer Serie in der doch eigentlich der Einsatz von Waffen und Fahrzeugen essenziell ist.

 

Wir übernehmen die Rolle von Takkar, einem stolzen Krieger des Wenja-Stammes. Nach einem tragischen Jagdversuch,  bei dem alle unsere Stammesbrüder gefallen sind, beginnt unsere Mission bei null: Es gilt in einer Welt voller Gefahren zu Überleben. Wir sind auf uns alleine gestellt und mit den einfachsten Mitteln müssen wir nach und nach Waffen und Ausrüstung herstellen. Craftig machte nie so viel Sinn, wie in der Steinzeit: Holz und Stein werden zu einem Speer oder Pfeilen kombiniert, Schilf hilft uns Taschen anzufertigen und weitere sinnige und überlebenswichtige Waffenentwürfe sind fast keine Grenzen gesetzt.

 

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Auf der Suche nach Nahrung und Material begegnen wir, wenn auch eher unfreiwillig, unserer ersten Eidgenossin, welche sich schnell mit uns verbündet. Schnell wird Takkar klar, dass der Kampf ums Überleben kein Zuckerschlecken wird und man eventuell doch den gemeinsamen Weg einschlagen sollte, um neue Stammesmitglieder zu rekrutieren und das Überleben zu sichern.

Bei unserer Reise durch das schier endlose Gebiet von Oros, bringt die Urzeit auch weitere interessante Aspekte mit sich: die wilden Urtiere. Mammuts, Säbelzahntiger, Bären, Wölfe, Hyänen, Löwen und noch viele mehr kreuzen unseren Weg. Anfangs werden sie uns noch das Fürchten lehren und wir nehmen unsere Beine in die Hand, aber wir lernen dazu und können im späteren Spielverlauf diese wilden Bestien noch zähmen, aber dazu gleich mehr.

 

 

Nur gut, das Far Cry Primal nicht bloß aus dem Abklappern der Story besteht.  Von Anfang an haben wir eine weitläufige Karte vor uns, die es Stück für Stück aufzudecken gilt. Ähnlich wie in Far Cry 4 gibt es auch hier wieder Aufgaben die Teile der Karte aufdecken, das bedeutet, dass ein weiteres Areal aus dem Schatten auftaucht und in der Karte zu sehen ist. Auch die feindlichen Stammesaußenposten sind überall verstreut und es gilt, diese zu erobern und feindliche Heerscharen zurück zuschlagen.
Allein diese beiden Aufgaben halten uns zunächst eine ganze Weile beschäftigt, sodass die eigentliche Hauptstory zunächst ins Hintertreffen gerät.

 

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Einen weiteren lohnenden Zeitvertreib bietet Far Cry Primal mit sammelbaren Gegenständen, zu ortender Beutebeutel, die sich in diesem Teil in Höhlen oder an einem Gestell in der Luft befinden und mit Pfeil und Bogen heruntergeschossen werden können, sowie das Ernten von Heilpflanzen und bejagbarer und auch zähmbarer Tiere, die zur Herstellung verschiedenster Gegenstände erlegt beziehungsweise gezähmt werden wollen.

Wilde Tiere zähmen? Geht das? Ja! In Far Cry Primal haben wir die Möglichkeit wilde Tiere mittels eigen hergestellten Ködern zu zähmen und sie als tierische Begleiter an unserer Seite zu haben. Nicht ganz unpraktisch, wenn wir unseren Wolf, Hyäne, oder Tiger lautlos den Befehl geben sich auf unsere Feinde zu stürzen. Ist unser Begleiter Verwundet können wir ihn mit Futter heilen. Schaffen wir dies nicht zeitig, so können wir unsere Begleiter nach einer kurzen Zeit wieder beleben und zu unserer Seite rufen.

 

 

Wenn wir ehrlich sind, bietet das Jagen und Sammeln alleine wohl wenig Anreiz für die meisten Spieler, es gibt jedoch auch einen roten Faden im Spiel, welcher mit etwas Story geschmückt ist. Prinzipiell baut ihr euren eigenen Stamm auf und versucht, andere Stämme zu bekämpfen und das Land von Oros einzunehmen.

Für die Abwechslung sorgt unser Fähigkeitenbaum. Je mehr Spezialisten wir anheuern umso mehr können wir neue Gegenstände herstellen und auch neue Fähigkeiten wie zum Beispiel größere Gesundheit, heilen beim Laufen aneignen.

 

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Eine weitere Neuerung ist die Eule, die unser Auge aus der Luft darstellen soll. Wir nutzen sie um Gebiete auszuforschen und Gegner zu markieren oder gar anzugreifen. Später können wir auch die Fähigkeiten der Eule ausbauen und sie zum Beispiel einen Beutel mit Bienen abwerfen lassen, praktischerweise natürlich auf die Körper unserer Feinde, versteht sich.

In Sachen schrulliger Figuren macht Ubisoft so schnell keiner was vor, jedoch sind die Charaktere in Far Cry Primal doch etwas Over the Top und eine Charakterbindung entsteht auch leider nicht wirklich, weil man sich nicht mit den Personen identifizieren kann.

In Sachen Steuerung und Gameplay ist Ubisoft bei dem geblieben, was schon bei den vorangegangenen Teilen bestens funktionierte – es gibt zwar merkliche Veränderungen wie ein deutlich entschlacktes und vereinfachtes Craftingsystem, jedoch dürften sich auch Neulinge sich sofort zurechtfinden.

 

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Rein optisch ist das Tal von Oros definitiv eine Reise wert, auch wenn ich rein oberflächlich betrachtet von der Auflösung jetzt keine deutliche Neuerung zum Vorgänger bemerkte. Far Cry Primal ist solide und hat mit keinen Bugs oder Abstürzen in meinem Test zu kämpfen gehabt. Die gesamte Karte ist ohne große Ladebildschirme uneingeschränkt frei erkundbar. Das Setting mag Geschmackssache sein, aber ich persönlich mochte die tropischen Gefilde in Far Cry 3 oder die Himalaya-Regionen von Far Cry 4 lieber, auch wenn Primal einen schönen Tapetenwechsel bietet.

Wir dürfen auch unseren grünen Daumen unter Beweis stellen. Wir können auch in Far Cry Primal einiges an Kräutern und Pflanzen sammeln und diese miteinander kombinieren um eine heilende Mixtur herzustellen.  Im weiteren Spielverlauf lernen wir immer mehr Rezepturen um zum Beispiel resistenter gegen Feuer zu werden.

Ein großes Manko ist das Nahkampfsystem. Man kann die feindlichen Attacken weder blocken noch kontern, darum entscheiden wir uns im Spiel ziemlich oft zu Speer oder Pfeil und Bogen zu greifen, statt auf Frontalangriff zu setzen.

 

 

Die Spielsprache von Far Cry Primal ist indogermanisch und wird komplett untertitelt. Man spart sich auf diesem Wege die Synchronsprecher und ich finde dieses Stilmittel eine lustige Idee. Ob die indogermanische Sprache richtig wiedergegeben wird, kann ich an dieser Stelle nicht sagen. Spaß beiseite, kommen wir zum Fazit. In diesem Sinne: Woy yi mu sédd Mademba, Omar ak yeneen, woroowuñook lees di séentu ci woykat bu dégg galan te mokkal nataali janeer.

 

Fazit

Far Cry Primal bietet uns Spielern ein technisch gut umgesetztes und großes Areal mit vielen zu erledigenden Aufgaben, die uns aber irgendwie bekannt vorkommen. Die einen schimpfen Far Cry ein „typisches Ubisoft Spiel“, die anderen freuen sich über den Tapetenwechsel im Setting und Fans der Serie werden so oder so zugreifen. Das Craftingsystem wurde deutlich entschlackt und auch die Waffen aus der Steinzeit sind super umgesetzt, aber irgendwie kommt Far Cry Primal zu langsam in die Gänge. Ob man sich mit Primal anfreunden kann bleibt letztendlich Geschmackssache. Ich habe jedenfalls ein motorisiertes Transportmittel und Waffen, die man mit Schalldämpfer upgraden und mit denen man ordentlich snipern kann vermisst. Die Story ist eigentlich kaum der Rede wert und die KI ist jetzt nicht auf Huhn-ohne-Kopf Niveau, aber einen Preis wird sie auch nicht gewinnen. Auch wenn Primal auch das neue Feature der tierischen Begleiter präsentiert, ganz abholen konnte mich der Titel als Fan der Serie nicht. Das Steinzeitszenario sieht optisch sehr gut aus, transportiert aber die Survival-Komponente nicht richtig und auch die Figuren können das Ruder nicht herumreißen. Letztendlich bekommen wir einen soliden Serienableger, der sich meines Erachtens wie ein größeres Addon anfühlt. Nichts desto trotz macht Far Cry Primal einigen Spaß, ob es jedoch auch nach Abschluss der Hauptmission noch genügend Langzeitmotivation zu bieten hat ist fraglich. Kurzum: ein Game für Jäger und Sammler.

Meine Wertung

Final Thoughts

Far Cry Primal bietet uns Spielern ein technisch gut umgesetztes und großes Areal mit vielen zu erledigenden Aufgaben, die uns aber irgendwie bekannt vorkommen. Die einen schimpfen Far Cry ein „typisches Ubisoft Spiel“, die anderen freuen sich über den Tapetenwechsel im Setting und Fans der Serie werden so oder so zugreifen. Das Craftingsystem wurde deutlich entschlackt und auch die Waffen aus der Steinzeit sind super umgesetzt, aber irgendwie kommt Far Cry Primal zu langsam in die Gänge. Ob man sich mit Primal anfreunden kann bleibt letztendlich Geschmackssache. Ich habe jedenfalls ein motorisiertes Transportmittel und Waffen, die man mit Schalldämpfer upgraden und mit denen man ordentlich snipern kann vermisst. Die Story ist eigentlich kaum der Rede wert und die KI ist jetzt nicht auf Huhn-ohne-Kopf Niveau, aber einen Preis wird sie auch nicht gewinnen. Auch wenn Primal auch das neue Feature der tierischen Begleiter präsentiert, ganz abholen konnte mich der Titel als Fan der Serie nicht. Das Steinzeitszenario sieht optisch sehr gut aus, transportiert aber die Survival-Komponente nicht richtig und auch die Figuren können das Ruder nicht herumreißen. Letztendlich bekommen wir einen soliden Serienableger, der sich meines Erachtens wie ein größeres Addon anfühlt. Nichts desto trotz macht Far Cry Primal einigen Spaß, ob es jedoch auch nach Abschluss der Hauptmission noch genügend Langzeitmotivation zu bieten hat ist fraglich. Kurzum: ein Game für Jäger und Sammler.

Overall Score 3.8 Verschenktes Potenzial
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2 Kommentare zu Far Cry Primal

  1. Mützi

    Ich liebe Far Cry 3, fand Far Cry 4 auch noch recht gut, aber das ist mir einfach zu langsam und zuuuu weit in der Zeit zurück 😀

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