Dishonored: Der Tod des Outsiders Test

Dishonored: Der Tod des Outsiders


Ja, ich habe Dishonored 2: Das Vermächtnis der Maske im letzten Jahr kritisiert und doch hatte es das Spiel geschafft einen Platz unter meinen persönlichen Top 3 Videospielen 2016 zu bekommen. Die Schwächen lagen vor allem bei der Story und den anfänglichen Schwierigkeiten mich in das Spiel einzufinden, aber letztlich hatte es mich doch bis zum Ende einige Stunden faszinieren und unterhalten können. Mit Dishonored: Der Tod des Outsiders ist nun ein 6-8 Stunden langes Standalone-Addon am Start, das aus den Fehlern des Vorgängers gelernt haben soll.


Der Outsider muss sterben

In Dishonored: Der Tod des Outsiders befinden wir uns erneut in Karnaca und schlüpfen in die Rolle von Billie Lurk, die wir bereits aus dem Vorgänger und dem Dishonored DLC „The Knife of Dunwall“ als Meagan Foster kennen. Wir treffen unseren ehemaligen Meister Daud wieder und bekommen von ihm den Auftrag erteilt den Outsider zu töten, der im Spiel als eine Art Gott behandelt wird und für die übernatürlichen Kräfte bei Dishonored verantwortlich ist. Der Grund weshalb wir ihn töten sollen ist der, dass wir laut Daud ausschließlich wegen dem Outsider zu Mördern wurden und er sich daher für die Menschheit rächen möchte und sich die Welt um sie herum wieder in einen normalen Ort verwandelt. Auch ohne große Vorkenntnisse könnt ihr euch in das Spielgeschehen stürzen, denn lediglich gefundene Schriftstücke, die bereits bekannte Charaktere behandeln, werdet ihr nicht verstehen können. Alles andere erklärt sich während des Spiels von ganz allein.

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Gewohnte Freiheiten

Während wir in Dishonored 2 noch weise entscheiden mussten, ob wir Schlüsselfiguren des Spiels ermorden oder doch nur betäuben sollten, da es sich auf die weitere Story auswirkte, können wir diese nun ohne Bedenken töten oder weiterhin ohne Blutvergießen den Weg des Betäubens wählen. In diesem Fall wirkt es sich allerdings nicht auf das restliche Spiel aus und dank des fehlenden Chaos-Levels bietet es sich meines Erachtens sogar an, die brutalere und somit einfachere Spielvariante zu nutzen. Lediglich bei einzelnen Nebenmissionen ist es hilfreich vorerst zu lesen, ob eine gewisse Person lebend an einen bestimmten Ort gebracht oder getötet werden soll, diese könnte im Anschluss ansonsten als nicht bestanden gelten und uns so wertvolles Geld flöten gehen. Die verschiedenen Nebenmissionen erhalten wir übrigens in den jeweiligen Levelabschnitten beim Schwarzmarkt. Diese können natürlich komplett ignoriert werden, bieten aber eine Menge an zusätzlichen Informationen und vor allem Geld, das wieder in neue Gegenstände, Erweiterungen oder vielleicht sogar seltene Knochenartefakte, die uns bessere Kräfte ermöglichen, investiert werden kann.

Auch in Dishonored: Der Tod des Outsiders bieten sich uns verschiedene Möglichkeiten, Missionen zu lösen. In einem Fall ist es beispielsweise unser Ziel in eine Bank einzubrechen. Dies können wir tun, in dem wir sie direkt betreten und uns durchkämpfen oder aber vorher durch einen Lüftungsschacht alle Mitarbeiter mit einem gesammelten Gas betäuben und somit in einen Schlaf versetzen. Die Story schreitet zwar schneller und vor allem spannender voran, lässt uns aber dennoch genügend Zeit, uns in den Arealen umzusehen, die Missionen in Ruhe zu beenden und falls wir es möchten, unsere Nebenaktivitäten zu erledigen.


Neue Fähigkeiten

Mit Emily und Corvo hatten wir in Dishonored 2 eine dicke Palette an außergewöhnlichen Fähigkeiten, die uns durch das Spiel halfen. In der Rolle von Billie bekommen wir nun die Möglichkeit unsere Feinde telekinetisch wegzustoßen, ein Trugbild des Feindes zu erstellen, unseren Geist vom Körper zu trennen und die Gegend auszuspionieren und uns ganz klassisch zu teleportieren. Zuzüglich können wir verschiedene Waffen, wie Brandbolzen, Granaten oder auch Springminen und viele weitere nutzen, um unsere Gegner in die Ohnmacht oder das Jenseits zu befördern. Vor allem die Kombination verschiedener Fähigkeiten und Waffen macht besonders bei größeren Gegnergruppen sehr viel Spaß. Sehr hilfreich ist auch die Funktion „Rattengeflüster“. Durch diese können wir kleine Gruppen von Ratten auswählen und verstehen, was sie sagen. Dadurch erhalten wir oftmals hilfreiche Hinweise für eine Mission. Haben wir das Spiel einmal durchgespielt, können wir es übrigens mit Billie und den Fähigkeiten aus Dishonored 2 erneut starten.


Technik

Karnaca sieht durch seine Lichteinfälle und die liebevollen Details auf den ersten Blick zwar beeindruckend aus, beinhaltet aber wie schon Dishonored 2, schwammige Texturen und Charaktermodelle, die sich anfühlen, als wären sie bei der vorherigen Konsolengeneration steckengeblieben. Dem Spielspaß schadet dies zum Glück nicht, aber bei einem eventuellen Dishonored 3, wäre eine zeitgemäße Grafik wünschenswert. Ich habe Dishonored: Tod des Outsiders auf der PS4 gespielt und hatte währenddessen keine Abstürze oder anderweitige Probleme. Die PC-Version soll dieses Mal ebenfalls problemlos laufen, dies kann ich allerdings nicht beurteilen.


Fazit

Dishonored: Der Tod des Outsiders konnte mich vor allem spielerisch begeistern. Das fehlende, steigende Chaos-Level ermöglicht es uns das Spiel exakt so zu spielen, wie wir es gern hätten, ohne mit einem schwierigeren Ende rechnen zu müssen. Auch das gewohnt wundervolle Artdesign des Spiels ließ mich über die teils veraltete Grafik hinwegsehen und mich komplett in die Spielwelt mit ihren unzähligen Facetten eintauchen. Einzig und allein die Storyinhalte bezüglich dem eigentlich sehr interessanten Daud und dem Ende hätten intensiver erzählt und gelöst werden können und wirkten sehr gekürzt.

Spieler, die gerne sammeln und Nebenaufgaben annehmen, werden insgesamt auf ca. 8 Spielstunden kommen, die sich bei einem Preis von ca. 30 € und einem New Game+ in jedem Fall lohnen werden. Ich hätte mir das Spiel aber tatsächlich noch größer und länger als das neue Dishonored 3 gewünscht, denn vor allem der Outsider verdient aufgrund seiner Wichtigkeit in den bisherigen Spielen eigentlich noch viel mehr Aufmerksamkeit.


Meine Wertung

Final Thoughts

Dishonored: Der Tod des Outsiders konnte mich vor allem spielerisch begeistern. Das fehlende, steigende Chaos-Level ermöglicht es uns das Spiel exakt so zu spielen, wie wir es gern hätten, ohne mit einem schwierigeren Ende rechnen zu müssen. Auch das gewohnt wundervolle Artdesign des Spiels ließ mich über die teils veraltete Grafik hinwegsehen und mich komplett in die Spielwelt mit ihren unzähligen Facetten eintauchen. Einzig und allein die Storyinhalte bezüglich dem eigentlich sehr interessanten Daud und dem Ende hätten intensiver erzählt und gelöst werden können und wirkten sehr gekürzt. Spieler, die gerne sammeln und Nebenaufgaben annehmen, werden insgesamt auf ca. 8 Spielstunden kommen, die sich bei einem Preis von ca. 30 € und einem New Game+ in jedem Fall lohnen werden. Ich hätte mir das Spiel aber tatsächlich noch größer und länger als das neue Dishonored 3 gewünscht, denn vor allem der Outsider verdient aufgrund seiner Wichtigkeit in den bisherigen Spielen eigentlich noch viel mehr Aufmerksamkeit.

Overall Score 4.4 Tolles Standalone
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4.4

Schlüpfe in die Rolle von Billie Lurk und räche dich am Outsider.

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