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Dishonored 2: Das Vermächtnis der Maske


Wenn es ein Spiel gibt, welches ich über alles liebe, dann ist es Dishonored: Die Maske des Zorns. Bisher habe ich noch kein Spiel so oft neu begonnen und verschiedene Lösungswege und Spielarten ausprobiert oder die Spielwelt erkundet, wie bei diesem Titel. Nun, nach bereits vier Jahren, halte ich Dishonored 2 – Das Vermächtnis der Maske  in meinen Händen und bin überglücklich. Endlich kann ich wieder in die Welt dieses First-Person-Action-Adventures eintauchen und in die Rolle eines übernatürlichen Assassinen schlüpfen und das Spiel mit seinen beinahe endlosen Möglichkeiten auf meine Art und Weise durchspielen.


Was bisher geschah…

Solltet Ihr Dishonored: Die Maske des Zorns noch nicht gespielt haben, empfehle ich Euch nicht auf diesen Text zu klicken. Die Kaiserin des Inselreichs, Jessamine Kaldwin, wurde durch eine politische Intrige durch den Auftragsmörder Daud getötet und ihre Tochter Emily Kaldwin, die rechtmäßige Thronerbin, entführt. Daraufhin wurde der Leibwächter der Kaiserin, Corvo Attano, für den Tod dieser beschuldigt, für sechs Monate in das Gefängnis von Dunwall gesperrt und floh daraufhin vor seiner geplanten Hinrichtung. Er erhielt von dem „Outsider“, einer Traumgestalt, einige magische Fähigkeiten, die ihm bei der geplanten Rettung von Emily Kaldwin helfen sollten. Drei verschiedene mögliche Enden sorgten dafür, dass Emily in einem schönen oder vom Chaos zerstörten Reich zur Kaiserin ernannt wurde oder dass Emily starb.

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Story

Dishonored 2 spielt 15 Jahre nach dem Ende des ersten Teils und Emily Kaldwin regiert als junge Kaiserin das Inselreich, während ihr Vater Corvo Attano als Leibwächter und Berater zur Seite steht. Eines Tages besucht der Fürst von Serkonos den Dunwall Tower in dem Emily regiert für einen Staatsbesuch und präsentiert ihr aus dem Nichts heraus die neue rechtmäßige und einst verschollene Thronerbin, Delilah Kaldwin, welche sich als die Schwester von der ehemaligen Kaiserin Jessamine Kaldwin herausstellt. Emily wird daraufhin entmachtet und es folgt über neun umfangreiche Kapitel hDishonored 2_20161115143722inweg ein Kampf um den Thron und gegen die mächtige Delilah und ihre Verbündeten. Als Spieler könnt Ihr selbst entscheiden, ob Ihr eher schleichend
oder aggressiv vorgeht, Gegner ermordet oder sie nur betäubt, sammelt/erkundet oder durchrusht… auch Dishonored 2 bietet hier wieder einige Lösungswege und Spielweisen, meines Erachtens sogar noch mehr als der Vorgänger. Es zieht uns erstmals nun auch in eine komplett andere Gegend als Dunwall, und zwar nach Karnaca. Karnaca ist eine südliche Metropole, die durch den nun herrschenden Krieg leider wie auch Dunwall im Chaos versinkt. Und das ist noch längst nicht alles, Ihr könnt in den ersten Minuten des Spiels entscheiden, ob Ihr als Emily oder Corvo das Spiel spielen wollt. Delilah verwandelt denjenigen, den Ihr zurücklassen wollt in eine nicht bewegliche Gestalt und schließlich beginnt Ihr als Emily oder Corvo das Spiel. Ich selbst habe mich übrigens erst einmal für Emily entschieden, da ich mit Corvo bereits den ersten Teil bestritten hatte.


Emily oder Corvo?

Ich vermute ganz stark, dass einige Dishonored Fans sich genau wie ich erst einmal mit Emily in das Spiel gestürzt haben oder stürzen werden, da uns alle natürlich brennend interessiert, wie sich die Spielweise dadurch verändert, da Emily teilweise andere Fähigkeiten als Corvo erlernen und einsetzen kann. Man kann natürlich auch mit beiden Charakteren ganz normale Waffen wie die Pistole, die Armbrust oder das Schwert nutzen oder sich durch das Sammeln von Runen und Knochenartefakten, wie wir es bereits aus dem ersten Teil kennen, verschiedene Zauber aneignen. Emily ist komplett auf das Schleichen ausgelegt, sie kann Gegner an sich heranziehen, sich unsichtbar machen oder als Schattenwesen aus dem Hinterhalt angreifen und sich größtenteils unbemerkt an ihnen vorbeischleichen, wenn man sich geschickt anstellt. Corvo hingegen, ist ein guter und starker Kämpfer und überzeugt durch seine mächtigen Zauber, wie zum Beispiel den Teleport. Durch diesen kann man sich extrem schnell zu einem Gegner teleportieren und diesen töten Dishonored 2_20161112182908oder erst einmal nur ausknocken. Ich hatte mit Emily anfänglich Probleme mich in das Spiel einzufinden, da sie sehr viel weniger einstecken kann als Corvo, falls es zu einem Kampf kommt. Man merkt stark, dass man mit ihr eher unauffällig durch das Spiel schleichen und Kämpfe größtenteils vermeiden sollte. Andernfalls, werdet Ihr möglicherweise einige Male sterben. Mit Corvo spielt es sich wesentlich einfacher, da er stärker im Kampf ist und ich ihn bereits aus dem ersten Teil in und auswendig kenne. Man sollte Dishonored 2 auf jeden Fall mit beiden Spielfiguren ausprobieren und spielen und herausfinden, was einem besser liegt. Ich brauchte mit Emily zwar länger in den Kapiteln, wurde durch das viele Schleichen und langsame Vorgehen aber auch motiviert mir die Umgebung genauer anzusehen.

Die verschiedenen Angriffe im Video


Looten und Leveln

Abgesehen davon, dass Ihr Euch für Emily oder Corvo entscheiden könnt, bekommt Ihr ebenfalls die Möglichkeit zu entscheiden, ob Ihr mit besonderen Fähigkeiten oder ohne spielen wollt. Ohne kommt für mich überhaupt nicht in Frage, da ich das Spiel wahrscheinlich nie beenden könnte. Ich spiele eine Mischung aus Stealth und Kampf und habe die Zauber mit Emily auf jeden Fall ganz dringend benötigt. In jedem Gebiet können bei Dishonored 2 Runen und Knochenartefakte für Eure Zauber und außergewöhnlichen Fähigkeiten gefunden werden. Wer viel sammelt, hat am Ende viele Fähigkeiten, wodurch das Spiel definitiv einfacher zu beenden sein wird. Es lohnt sich also sich genau umzusehen und mit dem ausgerüsteten Herz, welches Runen und Knochenartefakte in der Nähe markiert, auf Such-Tour zu gehen. Natürlich können auch ganz klassisch Häuser ausgeraubt werden, in denen Ihr Gold und Wertgegenstände oder auch wichtige bis unwichtige Notizen findet. Manche von ihnen vereinfachen Euch Spiel interne Rätsel oder geben Euch wichtige Informationen zu kommenden  Gegnern. Ganz klassisch können natürlich auch manche Wachen von Euch bestohlen werden… aber passt auf, dass sie Euch nicht entdecken. Mit den gesammelten Wertgegenständen und dem Gold könnt Ihr beim Schwarzhändler Eure Waffen aufwerten lassen oder aber nützliche Dinge wie zum Beispiel Heiltränke, Schlüssel für verschlossene Häuser und Räume oder Munition erwerben.


Immer schön aufpassen!

 

Kommt es bei Dishonored 2 zu einem Kampf, müsst Ihr meistens viel Geschick beweisen und Euch die Angriffe und Verhaltensweisen der Gegner merken. Die feindliche KI ist viel besser als im ersten Teil und kann Euch sehr schnell entdecken und auch sehr schnell töten. Meine ersten zwei bis drei Kapitel im Spiel bin ich unzählige Male gestorben (auf dem normalen Schwierigkeitsgrad) und war zum Teil schon ziemlich ernüchtert über das ständige Landen im Ladebildschirm nachdem man getötet wurde. Gerade die stärkeren Gegner wie zum Beispiel Roboter oder Hexen, haben mir das Leben als Emily nicht gerade versüßt. Ich habe im Spielverlauf lernen müssen, mich anzuschleichen und die meisten Gegner erst einmal unbemerkt auszuschalten. Das hat natürlich nicht immer gut funktioniert, weshalb ich des Öfteren in Kämpfen gelandet bin und panisch versucht habe die Gegner auf irgendeine Art und Weise zu vernichten. In den meisten Fällen habe ich es auch mit etwas image1Übung ziemlich schnell geschafft, vor allem als ich die ersten Zauber besaß und aufgewertet hatte. Besonders viel Spaß hat es wie auch bereits im Vorgänger gemacht, Feinde auszutricksen und in Fallen zu locken. In Dunwall und auch in Karnaca warten wieder einmal einige Lichtwände auf Euch, die durch Walöltanks oder Windenergie betrieben werden und euch in Staub auflösen lassen, sobald Ihr versucht diese zu passieren. Entweder könnt Ihr den Walöltank oder das Windrad finden und die Energiequelle ausschalten oder aber durch gefundenes oder gekauftes Kabelwerkzeug die Lichtwand manipulieren, sodass Eure Gegner durch diese vernichtet werden können. Ich habe gerne einige Feinde aus einem Gebiet angelockt und konnte dann zusehen, wie sie nach und nach alle in Staub zerfallen sind. Mit ein paar Tricks oder guten Skills kann man diese auf jeden Fall besiegen, auch wenn sie erst einmal unbesiegbar erscheinen, wie zum Beispiel die Roboter. Aber jeder Gegner hat seine Schwächen, die entdeckt und ausgenutzt werden müssen.

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Lösungsmöglichkeiten

Dishonored 2 bietet Euch, wie es bereits der Vorgänger tat, verschiedene Wege an das Spiel zu durchqueren. Zum einen habt Ihr natürlich die Wahl zwischen Emily und Corvo, welche das Spiel von der Spielweise her sehr verändern und zum anderen die Option zu Schleichen oder auffällig jedem Gegner den Gar aus zu machen. Darüber hinaus müsst Ihr um das Spiel zu beenden niemanden töten, es reicht vollkommen aus die Gegner bewusstlos zu hinterlassen oder sich nur an ihnen vorbeizuschleichen. Personen, die Ihr als Missionsziel ausschalten müsst, könnt Ihr ebenfalls am Leben lassen oder töten. Beides wirkt sich auf den Verlauf der Story aus und verändert das Ende, denn auch in Dishonored 2 sind davon wieder mehrere verschiedene enthalten. Wer Chaos anrichtet, bekommt hinterher auch viel Chaos zurück… das sollte Euch bewusst sein. Ich habe mit Emily beispielsweise versucht möglichst viele Gegner nicht zu töten, mit Corvo habe ich es aber maßlos übertrieben, um die Unterschiede zu entdecken.


Grafik und Spielwelt

Grafisch wirkt Dishonored 2 in meinem Fall auf der PS4, nicht so hübsch wie es hätte sein können. Trotz der neuen Void-Engine, die vor allem für den Look eines lebendigen Gemäldes sorgen soll, sehen die Texturen an einigen Stellen eher aus wie auf der PS3 und hätten definitiv besser sein können. Die Spielwelt wiederum ist abgesehen von der kleinen grafischen Enttäuschung wunderschön und interessant. Die Stadt Karnaca wurde toll in Szene gesetzt und jeder Spielbereich wirkt neu und einladend zum Entdecken. Ich habe mich einige Male dabei erwischt, wie ich mir die Häuser, den Himmel oder verschiedene Zimmer genau angesehen habe und das hat sich für mich auch in Form von gefundenen Wertgegenständen etc. gelohnt. Sollte es ein Dishonored 3 geben, würde ich mich aber auf jeden Fall über schärfere Texturen freuen, denn möglich ist dies allemal. Das hat auf der PS4 Uncharted 4 bereits bewiesen und das kann eigentlich auch trotz des gemalten Looks ein Dishonored heutzutage erreichen.


Fazit

Ich muss zugeben, dass mir Dishonored 2 die ersten Kapitel über nicht besonders gut gefiel. Die Story ist schlicht und einfach eine typische Rachegeschichte, die man sich selbst bereits komplett zusammenreimen kann und mich auf Dauer wirklich nicht fesselt. Man erfährt zwar im Laufe des Spiels mehr über Delilah, ihre Kräfte und ihre Hintergründe, aber im Vergleich zum ersten Dishonored konnte mich die Story nicht überzeugen. Auch spielerisch kam ich anfänglich schlecht voran. Da ich Emily als spielbaren Charakter gewählt hatte, bin ich einige Male gestorben und habe dadurch oft die Motivation verloren das Spiel weiterzuspielen. Und dann kam plötzlich der Punkt, an dem die Haupt- und Nebenmissionen etwas interessanter geworden sind und es mir Spaß machte mich mit Emily, ihren Fähigkeiten und dem Schleichen mehr zu beschäftigen. Ich lernte ab dem Punkt, wie ich mit ihr zu spielen habe und wie ich alle Gegner überlisten kann. Mit weiterem Fortschritt des Spiels wurde auch die Grafik, beziehungsweise die Welt schöner und detailverliebter. Gerade das hatte ich an Dishonored so geliebt und es fehlte mir zu Beginn von Dishonored 2 sehr. Aber Grafik hat für mich persönlich keinen hohen Stellenwert und lässt sich bei mir dann durch eine gute Story wieder ausgleichen… ja, die bekam ich hier nun auch nicht in dem Ausmaß geliefert, wie ich es vom vorherigen Teil gewohnt war, aber durch das Erkunden der Welt, die Geschichten, die abgesehen von der Hauptstory erzählt werden und das Aneignen einer wahnsinnig coolen Kampftechnik zwischen Waffen und Zaubern hat das Spiel letztendlich vom Spaßfaktor wieder weit nach oben getrieben. Allein die Ideen, die in diesem Spiel stecken, was die einzelnen Zielpersonen der Missionen angeht oder die Architektur der Häuser, da kann einem Dishonored  2 kaum ein Spiel das Wasser reichen, da bin ich mir sicher. Obwohl ich normalerweise in Spielen so gut wie nie auf Erkundungstour gehe, habe ich nun sämtliche Häuser Karnacas bis auf das letzte Detail und den letzten Raum erkundet, mir Gespräche von Wachen angehört, Tagebucheinträge gelesen, und und und…  Dishonored 2 ist im Gesamten meines Erachtens weder schlechter noch besser als der Vorgänger. Ich hätte mir eine spannendere Story und auch etwas mehr Spielzeit gewünscht, denn trotz des vielen Erkundens und planlosen Versuchen Gegnerwellen mit Emily zu töten, habe ich gerade einmal etwas über 10 Stunden benötigt um das Spiel durchzuspielen. Allerdings werde ich dies auch bei diesem Titel noch mehrfach tun, um alle verschiedenen Enden zu erzielen und alles zu Sammeln, was mir in die Quere kommt, der Wiederspielwert ist trotz lahmer Story nämlich extrem hoch.


Meine Wertung

Final Thoughts

Ich muss zugeben, dass mir Dishonored 2 die ersten Kapitel über nicht besonders gut gefiel. Die Story ist schlicht und einfach eine typische Rachegeschichte, die man sich selbst bereits komplett zusammenreimen kann und mich auf Dauer wirklich nicht fesselt. Auch spielerisch kam ich anfänglich schlecht voran. Da ich Emily als spielbaren Charakter gewählt hatte, bin ich einige Male gestorben und habe dadurch oft die Motivation verloren das Spiel weiterzuspielen. Und dann kam plötzlich der Punkt, an dem die Haupt- und Nebenmissionen etwas interessanter geworden sind und es mir Spaß machte mich mit Emily, ihren Fähigkeiten und dem Schleichen mehr zu beschäftigen. Ich lernte ab dem Punkt, wie ich mit ihr zu spielen habe und wie ich alle Gegner überlisten kann. Mit weiterem Fortschritt des Spiels wurde auch die Grafik, beziehungsweise die Welt schöner und detailverliebter. Durch das Erkunden der Welt, die Geschichten, die abgesehen von der Hauptstory erzählt werden und das Aneignen einer wahnsinnig coolen Kampftechnik zwischen Waffen und Zaubern hat das Spiel letztendlich vom Spaßfaktor wieder weit nach oben getrieben. Allein die Ideen, die in diesem Spiel stecken, was die einzelnen Zielpersonen der Missionen angeht oder die Architektur der Häuser. Ich hätte mir eine spannendere Story und auch etwas mehr Spielzeit gewünscht, denn trotz des vielen Erkundens und planlosen Versuchen Gegnerwellen mit Emily zu töten, habe ich gerade einmal etwas über 10 Stunden benötigt um das Spiel durchzuspielen.

Overall Score 4.1 Fast perfekt!
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4.1

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4 Kommentare zu Dishonored 2: Das Vermächtnis der Maske

  1. alittleactor

    Hallo, ich habe eine frage: ich bin der Meinung das meine (nun schon etwas ältere Nvidia Geforce GT 630) nicht DirectX 11.1 kompatibel ist kann ich das Spiel denoch irgendwie spielen oder habe ich es mir umsonst gekauft?

  2. Hansi

    Ich bin am überlegen, ob ich mir Dishonored 2 für den PC zuelge. Der Test macht mich irgendwie scharf drauf. Wisst ihr zufällig, wie das am PC mit Denuvo aussieht?

    • Lisa Speicher Lisa

      Einen Kopierschutz zu umgehen ist nicht die beste Methode eines Assassinen oder? Das Spiel ist es wert gekauft zu werden, glaub mir. 🙂

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