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Dirt 4


Seit der Ankündigung von Dirt 4 aus dem Hause Codemasters war ich wirklich gehyped und hatte bereits vor mehreren Wochen angefangen, die Tage zu zählen, bis ich es endlich spielen kann. Und nun ist es glücklicherweise so weit, ich habe den neuesten Ableger der Reihe bereits unzählige Stunden gezockt, bin mit den verschiedensten Autos rumgedüst und teile Euch in dieser Review mit, ob Dirt 4 meine Erwartungen erfüllen konnte oder ich enttäuscht in einem Auto mit geplatzten Reifen zurückgelassen wurde.


Hier gibt es ganz schön was zu tun!

Wie auch schon das zuletzt veröffentlichte Dirt Rally, legt auch Dirt 4 den Schwerpunkt stark auf den klassischen Rallye-Sport, wodurch man die Wurzeln der Colin McRae Rally – Reihe immer noch deutlich spüren kann. Wer sich Straßenrennen, wie bei Need for Speed wünscht oder auf ein Open World Rennspiel, wie Forza Horizon 3 hofft, ist bei Dirt leider an der falschen Adresse, es werden dafür aber einige Spielmodi aus den Disziplinen Rally, Land Rush, Rally Cross und Historic Rally geboten, die Rennspiel-Freunde lange Zeit unterhalten können.

Wir haben die Möglichkeit zwischen verschiedenen Events zu wählen. Dirt 4 bietet uns hier einen klassischen Karriere-Modus, in dem wir klein anfangen müssen und uns möglichst einen Pokal nach dem anderen schnappen, was anschließend natürlich mit einer Siegesfeier und sprühenden Funken belohnt wird.

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50 points go to: Team PWRUP

Im Wettkampf-Modus können wir Tages-, Wochen- und Monats-Events auswählen und an verschiedenen Herausforderungen teilnehmen und wenn wir uns gut genug einschätzen, haben wir die Möglichkeit, uns im Mehrspieler-Modus online in Kopf-an-Kopf Rennen und Herausforderungen mit Spielern weltweit zu messen. Im freien Spiel können wir unsere eigenen Meisterschaften erstellen, uns ein beliebiges Auto auswählen und diese sogar online mit unseren Freunden teilen. Habt Ihr Lust auf Schule? In der Dirt-Akademie wird gelernt und geübt, bis der Fahrstil sitzt und wir ein zweiter Collin McRae werden. Und zu guter Letzt gibt es im Spritztour-Modus die Time-Attack und Smash-Attack Herausforderungen, in denen wir unter Zeitdruck möglichst schnell ein Rennen beenden oder möglichst viele Blöcke zerstören müssen.


Mitarbeiter-Management und schnelle Karren

In Dirt 4 können wir unser eigenes Motorsport-Team gründen, Sponsoren an Land ziehen und Mitarbeiter einstellen, die sich um unsere Reparaturen oder die wichtigen Dinge hinter den Kulissen kümmern. Auch verschiedene Anlagen können wir erwerben und ausbauen, wozu beispielsweise Garagen oder auch Aufenthaltsräume für unsere Mitarbeiter gehören. Und wer hätte es gedacht, je größer und komfortabler die Räume sind, desto besser die Arbeitsmoral und Qualität. Wer sich gerne einen großen Fuhrpark zusammenstellt, sollte natürlich zu erst die Garage bis zum Optimum ausbauen, da die im Autohaus oder den Kleinanzeigen erworbenen, heißen Schlitten genügend Platz benötigen.

Der ganze Spaß muss natürlich irgendwie finanziert werden, was wie gewohnt über durch in Events verdiente Credits geschieht. Wir bekommen abseits des Rennsports sogar ein wenig Wirtschafts-Simulation geboten, da wir abwiegen müssen, welche Investition Sinn ergeben wird, ob wir uns neue Autos leisten können oder lieber besser qualifizierte Mitarbeiter einstellen, die allerdings mehr Geld von uns erhalten wollen. Ob man dies in einem Rennspiel braucht, ist natürlich Geschmackssache und muss nicht zwangsläufig beachtet werden. Wir können auch ganz einfach unsere Rallyes und Rennen fahren und den ganzen Kram abseits davon ausblenden und gekonnt ignorieren. Dem Fahrspaß tut das Ganze nämlich überhaupt keinen Abbruch.


Geniales Feeling!

Wer bereits ein Spiel der Dirt-Reihe gespielt hat, weiß dass das Fahrgefühl bisher immer wieder wunderbar eingefangen und umgesetzt worden ist, was nun auch bei Dirt 4 wieder der Fall ist. Ob wir nun mit Rallye-Autos oder Buggys und 900PS Trucks über unebene, staubige, schlammige oder asphaltierte Straßen fahren, es fühlt sich immer unfassbar authentisch an. Hat es geregnet oder geschneit, kommen wir leichter von der Straße ab und rutschen weg. Ist es besonders schlammig, fehlt uns der Grip oder wir werden ausgebremst. Dazu kommt, dass wir auch bei den Autos Unterschiede spüren. Sei es nun die Geschwindigkeit, die Federung oder das Profil der Reifen. Es fühlt sich alles unterschiedlich an und so macht es Spaß verschiedene Autos auszuprobieren und in den Fahrzeugklassen seinen Favoriten zu finden.

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Bei schlechtem Wetter solltet Ihr auf die Anweisungen Eures Co-Piloten hören.

Ich bin ein absoluter Oldimer-Fan und daher gerne mit den alten Minis durch den Dreck gejagt, auch wenn die kleinen Blechschüsseln im Vergleich zu anderen Wagen ziemlich langsam sind und eine schwerfälligere Lenkung haben. Auch das Schadensmodell wirkt sich auf das Fahrverhalten aus. Haben wir einen Platten, merken wir, wie das Rad eiert und wir nicht mehr problemlos vorwärts kommen und hier und da fliegt auch mal unsere Autotür an uns vorbei. Aber nicht nur das wurde so realitätsnah, wie möglich umgesetzt. Besonders toll fand ich zum Beispiel die Liebe zum Detail, als mir vom Marshall an der Startposition einer Rallye mitgeteilt wurde, dass es auf der Strecke einen Unfall gab. Irgendwann sah ich ein Warndreieck vor mir stehen und kurz darauf einen qualmenden und verbeulten Unfallwagen inklusive einer Menschenmenge um ihn herum. Apropos Menschenmenge… bei MXGP 3 ärgerte ich mich erst kürzlich über die langweiligen und starren Zuschauer am Rand. In Dirt 4 habe ich viele verschiedene Zuschauer und verschiedenste Verhaltensweisen wahrgenommen, meine Lieblinge waren zum Beispiel Personen mit Selfiesticks oder Mädels, die sich durch ihr Haar strichen.


Crash-Video


Steuerung und Grafik

Die Steuerung in Dirt 4 geht wunderbar von der Hand und lässt einen optimal die Kontrolle über sein Auto übernehmen. Sollte Euch die Tasten- oder Knopfbelegung nicht zusagen, kann diese natürlich ohne großen Aufwand manuell abgeändert und angepasst werden und auch die Lenkrad-Steuerung wird unterstützt. Grafisch war ich bereits von Dirt Rally absolut begeistert und bin es auch nun mit Dirt 4 erneut. Die Umgebung sieht größtenteils extrem gut aus und vor allem die verschiedenen Streckenuntergründe und Wettereffekte wurden nahezu perfekt umgesetzt. Ich muss schon zugeben, dass ich teilweise sprachlos vor dem Bildschirm saß, nur weil ich den Regen, den Staub, den Dreck auf meinem Auto oder das Aussehen meines Cockpits bewundert habe. Vor allem die Lichteffekte, die wir in der Cockpit-Perspektive zu sehen bekommen, sind auf einem extrem hohen Niveau. Wie die Sonne in das Auto scheint und sich die verschiedenen Schatten im Auto befinden und durch weiteres Fahren stets verändern, ist wunderschön anzusehen. Ich lege nie viel Wert auf die Grafik, aber bei Dirt 4 war ich nun total baff.


Arcade oder Simulation?

Dirt Rally ist ein tolles, jedoch unfassbar schwieriges Spiel, was vor allem für Rennspiel-Anfänger und auch Gelegenheitsspieler für einen Wutanfall nach dem nächsten sorgte. Dirt 4 bietet nun denjenigen, die es arcadiger mögen auch die Möglichkeit dieses Spiel genau so zu spielen. Wir können Neustarts nutzen, einen Fahr-Assistenten einstellen oder die knackige und simulationslastige Variante auswählen, die ich mit vollster Konzentration zwar beherrsche, aber doch lieber einen ausgewogenen Schwierigkeitsgrad bevorzuge und überwiegend nutze. Die Möglichkeit zurückzuspulen, das automatische Bremsen oder die Ideallinie fehlt allerdings, was gerade Anfängern den Einstieg in die holprigen Rallye-Strecken vereinfacht und motiviert am Reifen zu bleiben. Ich bin aber zuversichtlich, dass Ihr trotzdem lernen werdet, mit den vielen verschiedenen Autos umzugehen und einen Pokal nach dem anderen gewinnt. Es bietet sich übrigens an, den Schwierigkeitsgrad zu erhöhen, sobald der nötige Skill vorhanden ist, da so mehr Credits verdient werden können, die wieder in Anlagen, den Fuhrpark oder neue Mitarbeiter investiert werden können.


Bildergalerie


Fazit

Ich bin total beeindruckt von Dirt 4 und werde mich so schnell nicht von dem Spiel lösen können. Ich hatte schon lange nicht mehr so viele Spielstunden in kürzester Zeit auf dem Tacho und saß endlich mal wieder bis spät in die Nacht vor einem Videospiel, da es mir extrem viel Spaß macht und ich immer besser werden möchte. In den letzten Jahren hat sich bei mir immer mehr herauskristallisiert, dass ich total auf den Rallye-Sport abfahre, den die Leute von Codemasters nun wieder einmal perfekt in einem Videospiel umgesetzt haben. Wenn Ihr auf Rennspiele und vor allem Rallyes steht, bekommt Ihr nun ein geniales Fahrgefühl, viele Autos, abwechslungsreiche Strecken, eine beeindruckende Grafik und einen dicken Batzen an Inhalt geboten, der so schnell nicht langweilig wird. Und vor allem ist auch der Schwierigkeitsgrad nun wieder so einstellbar, dass jeder von Euch Spaß mit dem Spiel haben wird, ohne es zu leicht oder zu schwer zu finden.

Ich mag es dreckig, schnell und hübsch und genau das bietet Dirt 4. Danke Codemasters!


Meine Wertung

Final Thoughts

Ich bin total beeindruckt von Dirt 4 und werde mich so schnell nicht von dem Spiel lösen können. In den letzten Jahren hat sich bei mir immer mehr herauskristallisiert, dass ich total auf den Rallye-Sport abfahre, den die Leute von Codemasters nun wieder einmal perfekt in einem Videospiel umgesetzt haben. Wenn Ihr auf Rennspiele und vor allem Rallyes steht, bekommt Ihr nun ein geniales Fahrgefühl, viele Autos, abwechslungsreiche Strecken, eine beeindruckende Grafik und einen dicken Batzen an Inhalt geboten, der so schnell nicht langweilig wird. Und vor allem ist auch der Schwierigkeitsgrad nun wieder so einstellbar, dass jeder von Euch Spaß mit dem Spiel haben wird, ohne es zu leicht oder zu schwer zu finden. Ich mag es dreckig, schnell und hübsch und genau das bietet Dirt 4. Danke Codemasters!

Overall Score 4.8 Dirrrty!
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Ab auf die dreckigen Pisten!

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