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Digimon Story: Cyber Sleuth – Hacker´s Memory


Als Kind der 90er-Jahre bin ich unter anderem mit der 1999 erschienenen Anime-Serie Digimon aufgewachsen – zu diesem Zeitpunkt war ich gerade erst süße sechs Jahre alt und hatte durchaus Gefallen an den Pokémon ähnlichen Monstern gefunden, auch wenn sie für meinen Geschmack nicht mit Pikachu und Co. mithalten konnten. Was die Videospiele aus diesem Franchise angeht, war Digimon vor allem im europäischen Raum nie sonderlich beliebt, was sich für einen Großteil der Spielerschaft vor zwei Jahren durch das Erscheinen des JRPGs Digimon Story: Cyber Sleuth änderte. Es erzählte eine coole Story, bot uns sehr viel Spielzeit und fand bei Fans der Anime-Serie durchaus Anklang.

Nun ist der zweite Teil dieser Reihe, Digimon Story: Cyber Sleuth – Hacker`s Memory, auf der PS4 erschienen, der weder ein Prequel, noch ein Sequel darstellt, sondern parallel zum ersten Cyber Sleuth spielt. Ich habe mich also ins Digimon Abenteuer gestürzt und gespielt, was das Zeug hält. Wie das Spiel ist und ob sich der Kauf für Digimon- und Nicht-Digimon-Fans lohnt, erfahrt ihr nun in meinem Test.


Die Diebe ausfindig machen

In Digimon Story: Cyber Sleuth – Hacker´s Memory schlüpfen wir in die Rolle eines noch unerfahrenen Users und Hackers, welchem wir einen beliebigen Namen erteilen können. PWRUP ist zwar nicht der schönste Name für einen Jungen, für diesen Test habe ich aber mal ein oder sogar zwei Augen zugedrückt. Unsere Daten und unsere Identität wurden gestohlen, woraufhin wir auf die Hackergruppe Hudie treffen und zusammen mit ihrer Hilfe versuchen, die Diebe zu stellen und die gesamten Daten zurückzubekommen.

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Untermalt wird dies mit knuffigen Anime-Zwischensequenzen und den für JRPGs typischen quietschigen oder coolen Stimmen in der japanischen Originalvertonung. Aber keine Sorge, bei Digimon Story: Cyber Sleuth – Hacker´s Memory bekommen wir im Gegensatz zum Vorgänger die Möglichkeit geboten, deutsche Untertitel einzustellen. Während andere Gesprächsteilnehmer und sogar Digimon abseits ihrer Textboxen im weiteren Spiel ebenfalls eine Stimme verliehen bekommen haben, bleibt unser Hauptprotagonist stumm – Hey, wir haben 2018, eine Stimme hätte dem Jungen wirklich gut getan.

Und übrigens: Falls ihr den Vorgänger gespielt habt, könnt ihr eure Speicherdaten importieren und zusätzliche Boni erhalten. Des Weiteren ist eine Cross-Play Funktion mit der PS Vita vorhanden. Coole Sache.


Oldschool-Gameplay

Nach einem etwas zähen Einstieg, entwickelt sich Digimon Story: Cyber Sleuth – Hacker‘s Memory zu einem klassischen JRPG der alten Schule. Wir nehmen jeweils eine Quest an unserem Hauptterminal an und begeben uns zum gewünschten Zielort im Spiel. Größtenteils spielen sich diese im Cyberspace „EDEN“ ab, in welchem wir mit unseren Digimon rundenbasierte Kämpfe absolvieren können. Falls wir nicht sonderlich viel Zeit zum Spielen mitgebracht haben und es etwas schneller gehen soll, bekommen wir darüber hinaus die Möglichkeit, Kämpfe automatisch ablaufen zu lassen – wir können aber jederzeit in das Spielgeschehen eingreifen, falls der Computer doch nicht so tolle Entscheidungen getroffen hat, wie wir es uns gewünscht hätten. Insgesamt sind übrigens 327 Digimon im Spiel enthalten.

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Entweder man liebt oder hasst ihn, der Random Encounter mit zufällig angreifenden Gegnern ist selbstverständlich mit von der Partie. Aber Achtung, während wir Nebenquests, Nachrichten und weitere Infos abseits von Kämpfen zu jeder Zeit des Spiels in einem aufwändigem Menü noch einmal aufrufen können, sollten wir uns bei unseren Storymissionen genau merken, was von uns gewollt und wo unsere Hilfe gebraucht wird, da diese nicht verzeichnet werden und wir dadurch schnell ziellos durch die Spielwelt irren. Zwischendurch brauchen auch unsere Digimon unsere Aufmerksamkeit, um welche wir uns im DigiLab kümmern oder sie digitieren (entwickeln) lassen. Ansonsten können wir uns auch in der realen Welt ohne jegliche Aufgaben herumtreiben.

Abseits der klassischen Haupt- und Nebenmissionen können wir auch spezielle Dungeons freispielen oder aber Online-Kämpfe gegen reale Gegner bestreiten. Natürlich mit einem eigenen Profil inklusive Avatar und möglichen Event- oder Ranglistenkämpfen. Diese liefen beim Testen flüssig und ohne jegliche Probleme.


Eintönige Spielwelt

Die Spielwelt in Digimon Story: Cyber Sleuth – Hacker‘s Memory ist leider etwas zu leblos und eintönig ausgefallen. Vor allem in EDEN sieht jeder zweite bis dritte Ort gleich aus und unterscheidet sich kaum von anderen Ebenen. Auch die reale Welt kann mit seinen Shops und NPCs nicht mit anderen Spielen dieses Genres mithalten. Hübsch sieht sie aber dennoch aus und wirkt bis auf kleineren Feinheiten sehr authentisch. Lediglich die Texturen sind nicht immer zeitgemäß und oftmals etwas schwammig.


Trivia

V-Pet aus dem Jahr 1997 - Quelle: terapeak.com

V-Pet aus dem Jahr 1997 – Quelle: terapeak.com

Die Digital Monsters oder auch Digimon sind ursprünglich durch die Virtual Pets (V-Pets) entstanden. Bei diesen handelt es sich um kleine Geräte mit denen man, ähnlich wie bei dem Tamagotchi, ein digitales Monster aufziehen und zusammen kämpfen kann. Die 1997er Original V-Pets sind heute allerdings kaum bezahlbar. Durch diese kleine Erfindung entstanden wenige Jahre später bereits weitere Spielzeuge und Merchandise, Sammelkarten, Comics, Fernsehserien, Filme und natürlich Videospiele.


Bildergalerie


Fazit

Ich konnte Digimon Story: Cyber Sleuth – Hacker`s Memory trotz seiner Schwächen einiges abgewinnen. Die Charaktere und die Story sind putzig geschrieben, die Kämpfe unterhaltsam und aufregend in Szene gesetzt und auch die Arbeit im DigiLab bringt eine Komponente mit sich, die das Spiel von seiner Konkurrenz aus dem Hause Nintendo unterscheidet. Nur leider fühlt es sich alles andere als zeitgemäß an. Wir können jeweils nur eine Quest annehmen, verlaufen uns mit etwas Pech von einer Sackgasse zur anderen, unsere Spielfigur besitzt keine Stimme und unglücklicherweise ist mir persönlich die Spielwelt, vor allem EDEN, zu trist und identisch. Für Fans des Digimon-Franchises ist Digimon Story: Cyber Sleuth – Hacker`s Memory allerdings ein absoluter Pflichttitel, denn wenn man auf das Universum, die kleinen Monster und viel Japan-Einflüsse steht, kann man sich mit diesem Spiel unzählige Stunden die Zeit vertreiben. Es ist ein solides JRPG, aber kein Meisterwerk, weshalb ich es anderen Spielern nur bedingt empfehlen kann.


Meine Wertung

Final Thoughts

Die Charaktere und die Story sind putzig geschrieben, die Kämpfe unterhaltsam und aufregend in Szene gesetzt und auch die Arbeit im DigiLab bringt eine Komponente mit sich, die das Spiel von seiner Konkurrenz aus dem Hause Nintendo unterscheidet. Nur leider fühlt es sich alles andere als zeitgemäß an. Wir können jeweils nur eine Quest annehmen, verlaufen uns mit etwas Pech von einer Sackgasse zur anderen, unsere Spielfigur besitzt keine Stimme und unglücklicherweise ist mir persönlich die Spielwelt, vor allem EDEN, zu trist und identisch. Für Fans des Digimon-Franchises ist Digimon Story: Cyber Sleuth – Hacker`s Memory allerdings ein absoluter Pflichttitel, denn wenn man auf das Universum, die kleinen Monster und viel Japan-Einflüsse steht, kann man sich mit diesem Spiel unzählige Stunden die Zeit vertreiben. Es ist ein solides JRPG, aber kein Meisterwerk, weshalb ich es anderen Spielern nur bedingt empfehlen kann.

Overall Score 3.5 Für Fans der Reihe
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1 Kommentar zu Digimon Story: Cyber Sleuth – Hacker´s Memory

  1. Ich denke an der Optik hätte man etwas schrauben können, wenn ich auch nichts zu den Vorgängern sagen kann, da ich Digimon (den ersten Teil) mal auf der PSX hatte. Scheint ja sehr umfangreich zu sein und gutes Konkurrenzprodukt zu den Taschenmonstern. Guter Test, Danke 🙂

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