bubsy-woolies-PWRUP Test

Bubsy: The Woolies Strike Back


Bubsy der Rotluchs ist zurück! 21 Jahre lang lebte er im Untergrund, vielleicht sogar in die ewigen Abgründe der Spielehölle verbannt und ist wieder auferstanden. Was soll bei einem neuen Bubsy denn schon schief gehen? Leider Gottes vieles. Aber fangen wir mal an…

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Story

Selbst ein Jump ‘n‘  Run hat das Recht eine Geschichte zu besitzen, wenn auch sehr einfach erzählt. In Bubsy: The Woolies Strike Back fallen die fiesen Woolies aus dem Weltall erneut über die Erde her um alle Wollknäuelreserven auf dem Planeten an sich zu reißen. Bubsys größter Schatz ist das goldene Vlies und das möchte der kleine Rotluchs nicht so einfach hinnehmen. Also Krallen gewetzt und die dunklen Rachepläne durchkreuzt- die finsteren Pläne der Woolies dürfen nicht umgesetzt werden und ihre Armee aus Woolies, Hummeln und Haien wollen geschlagen werden. Frisches T-Shirt an und ab geht’s! An dieser Stelle werde ich zugeben, dass ich viel Informationsgehalt aus der Produktbeschreibung hatte, denn mehr als anfangs einen kleinen Einspieler, der zeigt, dass Bubsys goldenes Vlies von den Woolies geklaut worden ist, bekommen wir nicht zu sehen. Aber ich mache da keine große Sache daraus, hey es ist ein Jump ‘n‘ Run.


Gameplay

An und für sich gestaltet sich das Gameplay als kompetenter Platformer. Das altbekannte Gleiten ist da und der Sprung wurde so angepasst, dass wir einen Doppelsprung ausführen dürfen. Neu ist der Katzensprung, mit dem wir zugleich einen gegnerischen Woolie angreifen und vernichten können. Nur, dass der Sprung nicht stur geradeaus verläuft, sondern ein kleiner Sprung nach vorne mit Bogen ausgeführt wird. Wir können Bubsys Flugbahn leider nicht anpassen, was ich sehr schade finde, wenn man schon so ein Feature mit einbaut. Auf meinem ersten Blick gestaltete sich das Gameplay schnell und dynamisch, beim längeren spielen jedoch, verteufelte ich den Katzensprung, da ich die Flugbahn nicht umlenken konnte, oder direkt einen nächsten Sprung ausführen konnte und ich somit viel zu oft von meinem Weg abkam. Ok, dann springe ich halt dem Gegner nach Oldschoolmanier auf den Kopf, um ihn aus dem Weg zu räumen. Wenn Ihr einmal gesprungen seid, dann könnt Ihr entweder einen Doppelsprung ausführen oder gleiten, aber dürft die verschiedenen Elemente nicht miteinander kombinieren. Dieses entweder oder ist schnell frustrierend, hätte man mehr Kontrolle gehabt, könnte Bubsy: The Woolies Strike Back so viel besser machen. Die Hitboxes der Gegner sind auch noch so ein Ärgernis, mit dem ich mich aber besser abfinden konnte, trotzdem aber erwähnenswert ist, dass sie scheinbar auf den Gegner pixelgenau auf eine Zone auf dem Kopf der feindlichen Woolies platziert sind. Trifft man nicht richtig, dann kostet es euch euer blaues T-Shirt, oder Leben. Apropos- egal wie viele Leben man sammelt, Ihr beginnt jedes Level mit 9 Katzenleben. Ich wollte zum Beispiel für einen Boss ein paar Leben im Tutorial oder anderen einfachen Level sammeln um einen Vorteil zu haben, da machte mir das Spiel aber ein Strich durch die Rechnung.

Bubsy: The Woolies Strike Back_20171106140829Die einzelnen Level an sich sind ziemlich leicht und in drei bis vier Minuten zu durchqueren, wenn man nicht auf das Sammeln der Wollknäuele oder das Erforschen der Level aus ist. Die einzige Herausforderung ist, die drei freiwilligen Herausforderungen zu meistern. Diese bestehen aus: Alle Schlüssel sammeln um den Wollknäuel-Tresor zu öffnen, das Level an sich abzuschließen und zuletzt das Level ohne zu sterben durchgespielt zu haben. Der letzte Punkt ist eine echte Arschnummer, gerade wegen dem genannten Problem der Hitboxen, aber wenn Ihr Erfolge und Trophäen erreichen und das Spiel zu 100% abschließen wollt, denn bleibt Euch nichts anderes übrig, als in die saure Katzenminze zu beißen.


Sound

Über den Soundtrack gibt es nichts zu meckern, denn er wurde, wie bereits bei der Neuauflage von Giana Sisters: Twisted Dreams komplett vom Chiptune Großmeister Chris Hülsbeck komponiert und erschaffen. Klar, nicht ganz so fetzig und rockig wie bei eben erwähnten Twisted Dreams, aber dennoch sehr hörenswert. Die Musik fügt sich perfekt ins Spiel mit ein und gefällt mir sehr.

Bubsy ist ein gesprächiges kleines Kätzchen, die frechen Sprüche sind uns noch aus der Super Nintendo Ära bekannt. Anfangs fand ich die Sprüche sehr witzig und toll- selbst die 257ers mit „Holz“ wurden auf Bubsyart wiedergegeben („Ich und mein Maunz, Maunzi, Maunzi, Maunz!“), jedoch merkt man nach längerer Spielzeit, dass Bubsy nicht viele Sprüche im Repertoire hat und sich die kecken Phrasen sehr schnell wiederholen. Nervt Euch das generell, so gibt es im Optionsmenü einen Regler, wo Ihr die Häufigkeit der Sprüche anpassen, oder Bubsy auch schlichtweg einen Maulkorb verpassen könnt.

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Grafik

Bubsy: The Woolies Strike Back serviert uns eine zeitgemäße 2.5D Grafik und in 3D gestaltete Charaktere. Bubsy wurde möglichst charmant dargestellt, dennoch fehlen ein paar Kleinigkeiten im Feintuning. Ich hätte mir zum Beispiel die typische Animation vom Handgemenge und Geraufe aus den Retrotiteln gewünscht um dem Spiel und dem Nostalgiker doch noch mehr Wiedererkennungswert einzuhauchen. Natürlich möchte ich noch ein paar Zeilen zum Leveldesign loswerden. Hier mangelt es leider etwas an Abwechslung- die Aufmachung wirkt etwas fade. Es fühlt sich so an, als wurden ein paar Highlights gesetzt, diese aber wahllos durcheinander geworfen. Jedes Level fühlt sich genauso an und sieht auch so aus. Die Struktur und Geographie wirkt identisch, nur dass ab und an ein anderer Farbton benutzt worden ist.


Fazit

Bubsy, du machst es mir nicht leicht. Auf der einen Seite möchte mein Retroherz dich lieben und ich weiß es durchaus zu schätzen, wenn gerade Titel meiner Kindheit wieder auferstehen oder neu interpretiert werden, aber in dem Fall hätte man dich doch lieber in unserer sanften Erinnerung ruhen lassen sollen. Anfangs war ich vom Leveldesign sehr begeistert, aber beim Durchspielen der 14 Level erschien mir jedoch wenig Abwechslung geboten. Leider bekommt man für happige 29,95 Euro nicht viel Spielzeit und Umfang geboten, das können andere Spiele, wie zum Beispiel das in meiner Review erwähnte Giana Sisters: Twisted Dreams besser, oder aber das geniale Remaster von Crash Bandicoot, die N.Sane Trilogy, die uns für 3 Euro mehr sogar eine physische Version des Spiels, Ihr wisst schon CD und Hülle, bietet. Es sei denn Ihr lebt in Amerika, dort wird nämlich diese von Sammlern durchaus geschätzte Version fürs Regal, zudem eine Special Edition, vermarktet. Man sollte Bubsy: The Woolies Strike Back keinesfalls mit den Retrotiteln vergleichen, die man nebenbei erwähnt in einer Stunde durchgespielt hatte, dennoch möchte der Spieler von Heute doch mehr Umfang für seine Groschen. Einzige Motivation Bubsy: The Woolies Strike Back nach dem Durchspielen nochmal anzuwerfen sind globale und lokale Bestenlisten und das Sammeln aller Schätze und Wollknäuele in den einzelnen Level. Die Bosskämpfe bringen einem die Zornesröte ins Gesicht. Die meisten Angriffe werden so unverschämt übermittelt bzw. vorgetäuscht, aber dann wird der Boss eine unmittelbare Bewegung auslösen, die Reaktionsprozesse vermeidet. Das führte dazu, dass ich Schimpfwortsalven lauthals gegen den Fernseher brüllte und am liebsten meinen Controller quer durch die Bude schleudern wollte. Übrigens gibt es nebenbei erwähnt nur eine einzige Todesanimation. Es hätte alles so gut werden können und ich hatte große Hoffnung, vielleicht hätte man mehr die Community einbinden sollen.

Kurzum: Knappe 30 Euro für etwa zwei Stunden Spielzeit mit 14 Leveln als Umfang ist schon so eine Sache. Irgendwie vermisst man in The Woolies Strike Back vieles, was Bubsy in den 90ern charmant gemacht hat. Es fühlt sich nicht so an, als wäre viel Liebe in dieses Projekt investiert worden. Es ist wahrscheinlich das beste Spiel in der Bubsy –Reihe, ernsthaft jetzt, aber es fehlen auch einige der wenigen Dinge, die wirklich Bubsy überhaupt eine Definition gab. Leider ist Bubsy: The Woolies Strike Back nicht mehr als ein „Erinnerst du dich noch an…“-Spiel… nur für 30 Euro.
kneul


Meine Wertung

Final Thoughts

Kurzum: Knappe 30 Euro für etwa zwei Stunden Spielzeit mit 14 Leveln als Umfang ist schon so eine Sache. Irgendwie vermisst man in The Woolies Strike Back vieles, was Bubsy in den 90ern charmant gemacht hat. Es fühlt sich nicht so an, als wäre viel Liebe in dieses Projekt investiert worden. Es ist wahrscheinlich das beste Spiel in der Bubsy –Reihe, ernsthaft jetzt, aber es fehlen auch einige der wenigen Dinge, die wirklich Bubsy überhaupt eine Definition gab. Leider ist Bubsy: The Woolies Strike Back nicht mehr als ein „Erinnerst du dich noch an…“-Spiel… nur für 30 Euro.

Overall Score 2.3 Katzenjammerschade
Readers Rating
2 votes
3.2

4 Kommentare zu Bubsy: The Woolies Strike Back

    • Zimmy

      Huhu, dann eher noch weniger. Denke, dass hier nur die extremen Nostalgiker zugreifen. Manch Blindkauf könnte ein Ärgernis sein. Bei 10 Euro sagt keiner was, aber 30 ist schon eine Nummer. :-/

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