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Borderlands: The Pre-Sequel


Die Welt ist nicht genug! Zumindest wenn man die ganzen Bekloppten fragen würde, die den Planeten Pandora bevölkern. Zwei Teile lang habe ich mich bereits durch haufenweise Irre, Bekloppte, Massenmörder und natürlich durch die reichhaltige Flora und Fauna geballert. Da liegt es doch nahe, dass man jetzt endlich zu den Sternen greift… und… naja immerhin bis zum Mond kommt. Willkommen bei Borderlands 3… nein Moment… halt Stop… irgendwie passt das doch gar nicht zu dem schrägen Humor dieser Spielereihe. Nein, nein, direkt einen dritten Teil raushauen wäre zu einfach… dachte man sich zumindest bei 2K und setzte die Interne 2K Australia Crew an um Borderlands: The Pre-Sequel zu basteln, während die eigentlichen Borderlands Schöpfer, Gearbox, am legitimen dritten Teil basteln. Verstanden? Nach Borderlands 2 kommt jetzt erst mal ein Prequel, das nach dem ersten Borderlands spielt und die Vorgeschichte zu Borderlands 2 erzählt. Alle Klarheiten beseitigt? Gut!

Wusste nicht, dass mein Monitor so viele Farben darstellen kann

Wer die vergangenen Jahre im Urwald, Untertage oder auf der dunklen Seite unseres Mondes verbracht hat, wird wohl noch nix von Borderlands gehört haben. Dir, mein Freund, rate ich dringend Dein Wissen mit meinem Test zu Borderlands 2 aufzufrischen… grundsätzlich kann ich nur empfehlen, dass Du diesen Teil gespielt haben solltest um halbwegs durch die beknackte Story durch zusteigen. Wenn Du Borderlands 2 schon gespielt hast… dann wird es Dich wohl nicht überraschen, dass Du genau das bekommst, was Du von Borderlands erwartest. Ein unfassbar buntes Ego-Shooter-Rollenspiel-Fest voller bekloppter Figuren, unzähligen Gegnern und Bazillionen verschiedener Schießprügel, die alle nur darauf warten die Kacke aus Deinen Gegnern zu ballern. Der Clou dabei ist nach wie vor, dass die ganzen Knarren nicht klar vordefiniert sind, sondern per Zufall vom Spiel generiert werden. Lediglich die Hersteller der einzelnen Waffen lassen erahnen, was man grob von seiner neuen Lieblings-Wumme erwarten kann. Für eine Übersicht empfehle ich einen Blick in meine  „Knarrenkunde“.

Ein Mond voller Idioten

Ach… einfach nur eine neue Region auf Pandora einbauen… so was ist den unzähligen Borderlands DLCs vorbehalten… ein neues Spiel braucht was ganz Neues. Also geht es nach einem kurzen Zwischenstopp auf der protzigen, H-förmigen Hyperion-Raumstation direkt auf die Oberfläche des Mondes Elpis. Was Dich dort erwartet, bringt dann auch gleich Schwung in das bekannte Borderlands Gameplay. Da Elpis keine Atmosphäre hat, ist die Luft entsprechend knapp bemessen. Wer sich nicht gerade in einem Gebäude oder in der Nähe eines Sauerstoffblasen erzeugenden Generators befindet, muss sich allein auf die relativ knapp bemessene Reserve der neuen Sauerstoffmasken verlassen. Ausschweifende Expeditionen oder zu langes Abwarten bzw. das ausknipsen, der nach wie vor einfach gestrickten Gegner wird damit etwas beschnitten. Wirklich dramatisch knapp wird es aber nie. Es ist einfach die gewisse Würze, die bei Borderlands noch gefehlt hat und das Tempo der Kämpfe etwas anzieht. Wie es sich für einen Mond gehört, ist auf Elpis nicht nur der Sauerstoff knapp, sondern auch die Gravitation deutlich geringer als noch auf Pandora. Wo früher eine Schlucht ein unüberwindbares Hindernis war, reicht heute ein beherzter Sprung. Du musst auf das Dach eines Gebäudes? Einfach hoch springen. Dies können aber nun auch die zahlreichen Gegner auf Elpis und so bekommt das Pre-Sequel ein deutlich vertikaleres Gameplay als seine Vorgänger… oder Nachfolger… ach Du verstehst schon. Sei darauf gefasst, dass es nicht nur Bomben regnet, sondern eben auch Gegner versuchen werden Dich mit einer gezielten Arschbombe umzubringen.

Tod durch Arschbombe

Früher kamen die Gegner noch schön brav angelaufen und konnten mit einer „Ich bin das heißeste Wiener Würstchen“ singende Säure-Muniton-Minigun genüsslich zerlegt werden. Jetzt passiert es häufig, dass ein Gegner plötzlich mit einem Rums neben Dir landet und in den Nahkampf übergeht, der sich leider noch immer nicht besonders gut in Borderlands anfühlt. Es mangelt einfach an ordentlichen Nahkampfwaffen. Regulär benutzt man, wenn zu viele Gegner auf Tuchfühlung gegangen sind, einfach deren Trick. Hochspringen und anschließend mit einer satten Arschbombe zurück auf die Mondoberfläche krachen. Das damit das Chaos allerdings perfekt ist, kannst Du Dir jetzt denken. Schießen, hoch springen, durch die Gegend schweben, dabei weiter schießen und zum krönenden Abschluss auf den Boden krachen. Währenddessen steht man natürlich selbst unter knallbuntem Feindbeschuss aus allen Richtungen. Wer mit wild flackernden bunten Lichtern ein Problem hat, macht einen weiten Bogen um Borderlands: The Pre-Sequel. Wer möchte, kann seine Flughöhe/-weite noch mit etwas Sauerstoffeinsatz erweitern… ist aber in den seltensten Fällen unbedingt nötig. Lediglich ein zwei besonders schwer zu erreichende Stellen, lassen sich damit leichter erreichen.

Womit soll ich heute nur schießen

Aber, was wäre denn ein neuer Teil, wenn es nicht auch wieder neue Ballermänner gibt? Immerhin dreht sich in Borderlands erstmal alles um die Knarren! Neu dazugekommen sind Eis-Waffen die Gegner in… naja Eisbrocken verwandeln können, die mit einem freundlich beherzten Faustschlag nicht nur wie gewohnt Goodies wie ein platzender Luftballon voller Konfetti ausspucken, sondern auch noch friedlich in handlichen Bröckchen in der geringen Schwerelosigkeit des Pandora Mondes Names Elpis davon treiben. Hach… eine Borderlandsche Lavalampe… schau nur wie sie glitzern und… ahm, ich schweife ab… es gibt ja schließlich auch noch die Laser-Waffen. L-A-S-E-R-Waffen! Diese können nicht nur Deine Gegner durchdringen und auch hinter deren Rücken alles mit Tod und Verderben überziehen, sondern haben dazu noch die „unangenehme“ Angewohnheit, ihre Ziele in Flammen aufgehen zu lassen. Ob es eine „Grillparty“-Errungenschaft gibt? Voraussetzung ist natürlich, dass der Bösewicht wenigstens in einer Sauerstoffblase steht.

Vier glorreiche Idioten

Natürlich müssen, wie es sich für einen neuen Borderlands Titel gehört, auch wieder vier neue Recken ans Werk. Doch diesmal, wir haben es ja mit einem Pre-Sequel zu tun, sind die Spielbaren Charaktere mehr oder weniger bekannt. Da wäre zum Beispiel Athena, die Gladiatorin. Sie ist denjenigen bekannt, die den General Knoxx DLC zum original Borderlands gespielt haben. Dort war sie noch eine listige Attentäterin, die sich jetzt allerdings mehr als eine Art Tank-Klasse spielt. Bedeutet: sie teilt ordentlich aus und kann noch besser einstecken. Die andere Dame in der Crew ist Nisha, die Gesetzesbringern. Borderlands 2 Spieler kennen sie als Geliebte des Gegenspielers / Kotzbrockens Handsome Jack. Wer mal so richtig Schaden austeilen möchte, spielt sie und freut sich darüber, dass die Zahlen des zugefügten Schadens wie eine fröhliche Fontäne aus seinen Gegnern sprudeln. Darf es etwas Maskuliner sein? Dann spielst Du einfach Wilhelm… genau der Cyborg Bossgegner Wilhelm aus Borderlands 2. Im Pre-Sequel allerdings noch größtenteils als Mensch unterwegs und mit seinen beiden Drohnen ganz klar ein Supporter. Nach und nach kann man durch Verteilung der Skillpunkte aus Wilhelm aber auch einen ordentlichen Cyborg machen.

Den Höhepunkt habe ich mir aber zum Schluss aufgehoben. Der vierte Charakter ist… der allseits bekannte und unfassbar nervige Claptrap. Okay, zugegeben, er ist nicht Jar-Jar-Binks-nervig, ging mir aber bei beiden Spielen mit seiner penetranten Art gern mal ordentlich auf den Sack. Dementsprechend wird Dich Borderlands: The Pre-Sequel auch zig mal fragen, ob Du auch wirklich wirklich und jetzt mal ohne Witz mit Claptrap spielen möchtest. Wer sich tatsächlich dazu hinreißen lässt und als Claptrap in die Schlacht zieht, wird mit einem flexiblen Charakter belohnt, dessen Spezialfähigkeit einen zufälligen Effekt erzeugt, der an einen der bekannten Charaktere erinnert… was meist ziemlich nützlich ist aber gern auch mal schrecklich unbrauchbar sein kann. Typisch Claptrap eben.

Töte dies, hole jenes, mach einen Slamdunk beim Basketball

Borderlands, dass ist ein Spiel voller Aufgaben die simpler nicht sein können. In der Regel muss man ein Areal aufsuchen und dort alles umnieten, mal nur einen bestimmten Gegner umnieten, mal ein Knöpfchen drücken und vielleicht auch mal etwas holen und ausliefern. Fertig. Die Art und Weise, wie diese Aufgaben im Spiel verpackt wurden ist aber einzigartig. Mal muss ein Basketball geholt werden, damit ein gefeierter Basketball Star den Slamdunk seines Lebens machen kann, mal muss ich schlüpfrige Beweise gegen den Büriff sammeln. Büriff setzt sich übrigens Bürgermeister und Sheriff zusammen und darf als Beispiel für die permanent gequirtle Kacke stehen, die man so als Spieler mit einer grandiosen Selbstverständlichkeit um die Ohren geknallt bekommt.

Fazit

Wer Borderlands kennt, bekommt mit Borderlands: The Pre-Sequel nicht nur genau das was man erwartet, sondern auch mal wieder ein klein wenig mehr Wahnsinn, als man befürchtet. Dabei ist es nicht mal die erneut knallbunte Grafik, die irgendwie an einen Drogentrip erinnert oder schnelle Action mit unzähligen zufällig generierten Waffen die das Pre-Sequel so grandios macht. Auch die durchgeknallten Dialoge aus den Mündern noch wahnsinnigeren Figuren ist etwas das diesen Teil so groß macht. Wirklich herausragend ist der Charakter Claptrap. Keine Figur im Borderlands-Universum verkörpert mehr den innewohnenden Wahnsinn dieser Spielereihe. Einsteigern rate ich aber vorher erst mal Borderlands 2 zu spielen. Diesen Teil bekommt man bei uns schon für unter 10 €. Kenner der Serie bekommen einen guten Snack vor dem wirklichen dritten Teil der Reihe, der sicher nicht lange auf sich warten lässt. Diesmal dann aber hoffentlich nicht nur mit Nahkampf-Kloppern, sondern auch mit der Möglichkeit seine Knarren selbst zusammen zu bauen. 😉

Kurz gesagt ist Borderlands: The Pre-Sequel ein gewohnt ausgezeichnetes Spiel, mit dem Extra an Wahnsinn, dass seinen Vorgänger in fast allen Bereichen übertrumpft. Selbst nach dem Abspann kehre ich immer wieder zurück um eine Runde auf Elpis zu drehen und neue Waffen zu entdecken. Allein oder mit bis zu vier Freunden im Multiplayer Modus.

 


Meine Wertung

Final Thoughts

Kurz gesagt ist Borderlands: The Pre-Sequel ein gewohnt ausgezeichnetes Spiel, mit dem Extra an Wahnsinn, dass seinen Vorgänger in fast allen Bereichen übertrumpft. Selbst nach dem Abspann kehre ich immer wieder zurück um eine Runde auf Elpis zu drehen und neue Waffen zu entdecken. Allein oder mit bis zu vier Freunden im Multiplayer Modus.

Overall Score 4.5 High 4,5!
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3.6

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