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The Amazing Spider-Man


The Amazing Spider Man… bei diesem Titel hatte ich als kleines Kind ganz große Hoffnung. Ein Game Boy Spiel mit einem meiner Lieblingscomichelden? Spider Man Action für unterwegs? Mensch, das kann doch nur gut gehen! Oder!? Naja, als Kind war ich doch ziemlich enttäuscht von diesem Spiel. Ich war nach nur wenigen Minuten von der Steuerung frustriet, empfand die Level und die Bossgegner als unfair, konnte mit dem „Gedudel“ nichts anfangen- nein, Spider Man auf dem Game Boy hat mir damals keinen Spaß gemacht. Jahre später habe ich mir nun vorgenommen, dieses Spiel etwas genauer unter die Lupe zu nehmen. Ich möchte allerdings klarstellen, dass es hier dieses Mal NICHT um eine Review oder einem Test handelt. Nein, viel mehr möchte ich persönlich heute mit der Frage abschließen: War The Amazing Spider Man auf dem Game Boy wirklich so schlimm wie ich dachte?

 

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Man wird mit einem netten Titelbilddschirm und einen netten Remix vom Original Spider Man Theme begrüßt. Storytechnisch geht es darum, dass Mary Jane, die Geliebte von Peter Parker / Spider-Man, entführt wurde und nun muss die nette Spinne von der Nachbarschaft sechs seiner schlimmsten Feinde besiegen, nebenbei für Ordnung in New York sorgen und MJ retten. Typischer Heldenplot, kann man machen…

 

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Sowohl die Optik als auch der Sound gehen in Ordnung, hier lasse ich das Argument gelten, dass es sich hierbei um eines der ersten Game Boy-Spiele handelt und in Sachen Grafik und Sound alles noch in den Kinderschuhen steckte. Außerdem merkt man, dass sich die Entwickler bemüht haben in Sachen Abwechslung zu punkten: Zuerst startet man in den Gassen von New York, wo wir am Ende des Levels gegen Mysterio kämpfen (Die Kampfmuster der Bossgegner ist übrigens sehr leicht heraus zu finden, somit sind Spideys Feinde keine so große Herausforderung). Dann gibt’s eine Runde Wändehochklettern, um anschließend auf den Dächern den Gnom den Marsch zu blasen. Ganz wichtig: Benutzt bei den Kletter-Level bloß nicht den Sprungknopf (außer am Ende des Levels), ansonsten heißt es „Instant Dead“. Danach geht es in der U-Bahn weiter, wo wir, nachdem wir uns um Fledermäuse und Banditen gekümmert haben, bei der Endstation freundlich vom Skorpion begrüßt werden. Dann kämpfen wir uns durch einen Park, wo wir gegen Ende auf Rhino stoßen, der von allen Gegnern der einfachste ist (Naja, ehrlich gesagt war er auch in den gleichnamigen Comics nie wirklich gefährlich). Dann wieder ein Wände-Hoch-Level, inklusive fieser Sprungeinlagen und Showdown gegen Dr. Octopus (der hier schlimmer aussieht als er kämpft). Zum Schluss die Kanalisation, wo dann bei mir Feierabend ist. Bis dahin habe ich alle Continues aufgebraucht.

 

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Hört sich alles ganz spaßig an, aber da gibt es eine Sache, die man richtig schön vermasselt hat: Die Steuerung. Entweder ist die schwammig oder bockig. Wenn man zum Beispiel höher springen möchte, muss man Anlauf nehmen. Heißt: Je mehr Schritte man geht, umso höher wird der Sprung. Das Problem an der Sache ist nur, dass es von links nach rechts geht, aber nicht mehr zurück. Bei Stellen, wo Kisten oder Abgründe ungünstig platziert sind, wird es oftmals Schwierig gescheit Anlauf zu nehmen, um eine anständige Höhe zu erreichen. Also DAS hätte man auf alle Fälle besser lösen können. Apropos besser lösen können: Der Faustschlag ist ein schlechter Witz, da dieser viel zu langsam ausgeführt wird. Dann lieber direkt einen Sprung- oder Low Kick ausführen. Vor allem der Sprungkick erweist sich sehr schnell als sehr hilfreiche und effektive Attacke (erst recht bei Bossgegnern). Man könnte jetzt natürlich auch sein Netz als Waffe benutzen, um seine Feinde auf Distanz zu halten, diese sollte man aber nicht übertreiben, denn die Netzpistole kann man auch zum schwingen von Plattform zu Plattform verwenden. Vor allem im fünften Level wird man sehr, sehr viel Netzvorrat brauchen! Noch dazu kommt, dass das Netz einfach mal nicht auf Eure Befehle funktioniert. Und wenn, dann ist man schon längst in den Abgrund gestürzt. Na, vielen Dank auch…

 

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Neben der leider versauten Steuerung gibt es noch das schöne Thema Schwierigkeitsgrad: Sind die ersten vier Level noch recht human ausgefallen, so hat man es ab den vierten Level total übertrieben. Geschosse, die man so gut wie gar nicht ausweichen kann, Gegner, die aus dem Nichts auftauchen oder schwer zu treffen sind und Abgründe und Fallen, die man nur mit einer ordentlichen Portion Glück und Lebensenergie bewältigen kann. DAS hätte nun wirklich nicht sein müssen.

 

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Nun, ich gebe zu: Insgesamt kommt bei mir The Amazing Spider-Man auf dem Game Boy bei weitem nicht mehr so schlecht rüber wie früher. Ich hatte sogar stellenweise meinen Spaß, auch, wenn mein Lieblingsheld dank mäßiger Steuerung nicht immer das tat was ich wollte. Zumindest hatte ich meinen Spaß bis zum fünften Level, wo die Entwickler in Sachen Schwierigkeitsgrad dann doch ziemlich übertrieben haben. Hätte man diese Beiden Punkte etwas besser angepasst, so wäre dieses Spiel heute für mich guter Durchschnitt. Aber so bleibt für mich The Amazing Spider-Man am Ende ein Spiel, welches ich mit einem Wort beschreiben kann: Schade! Auch, wenn sich die Entwickler Mühe gegeben haben, die Steuerung muss bei so einem Spiel einfach stimmen! Punkt. Insgesamt ist aber dieses Spiel durchaus spielenswert und bei weitem nicht so schlecht wie aus den Erinnerungen meiner Kindheit.

 

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