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Michael Jackson’s Moonwalker


„Tanzen Sie den Moonwalk gegen Straßenräuber, machen Sie die Gammler fertig und pusten Sie Punks aus der Wäsche“, so steht es auf dem Backcover der Spielverpackung von Moonwalker. 1990, als das Spiel erschien, klang dies wahrscheinlich auch nicht so bescheuert wie heutzutage, aber irgendwie ist es aus nostalgischen auch Gründen schon wieder cool. Sega brachte auf dem Master System und dem Mega Drive exklusiv ein Spiel von einem der bekanntesten, erfolgreichsten und prägendsten Musiker der Popgeschichte heraus, welches auf den gleichnamigen Film, der zwei Jahre vorher erschien, basiert. Aber hat sich der Titel gelohnt oder war es nur ein später im Regal verstaubender Fehlkauf, der mit dem mühselig zusammengesparten Taschengeld bezahlt wurde?

 


Story und Gameplay

Wie auch im gleichnamigen Film Moonwalker gilt es einige kleine Mädchen aus der Gefangenschaft vom Bösewicht Mr. Big zu retten. Sie sind hinter Türen, Büschen, Fenstern, Autos und in einem Level sogar hinter Grabsteinen im Spiel versteckt. Wenn man sie entdeckt hat, wedeln sie kurz mit einem Teddybären durch die Luft und man kann sich auf die Suche nach dem nächsten Kind machen. Dies erfolgt in fünf Welten mit jeweils mehreren Unterlevels, die bestritten werden müssen. Natürlich gibt es auch verschiedene Gegner, wie zum Beispiel Schläger, Gangster oder Punks, die mit dem Moonwalk, einem typischen MJ-Tanz-Kick oder auch einem gezielten Wurf durch seinen Hut erledigt werden müssen. Mit Tanz-Moves Leute ausschalten, typisch 80 und 90er, I love it! Im weiteren Spielverlauf kann Michael sogar ein Roboter werden, sobald er einen Kometen, der vom Himmel fällt, fängt und à la Transformers und Co. Gegner plattmachen. Ich muss ja zugeben, dass das alles ziemlich bescheuert und übertrieben klingt, aber Spaß macht sowas allemal!


Steuerung und Grafik

Die Steuerung ist leider an einigen Stellen etwas hakelig und führt oftmals dazu, dass man eine Gegnerwelle nicht rechtzeitig erledigen kann, das nervt gewaltig! Auch das Erreichen der Treppenstufen, benötigt häufig ein paar Versuche mehr. Aber das Problem gab es nicht nur bei Moonwalker, sondern leider auch bei weiteren Sega Titeln. Es ist aber definitiv zu verschmerzen, wenn man ein wenig Geduld mitbringt.

 

Die Grafik ist für Retroliebhaber natürlich immer noch schön anzusehen. Eine knuffige Pixelwelt, mit kleinen Pixelfiguren und verdammt… ein Pixel-Michael Jackson mit Hut, Anzug und Armbinde, wie man ihn kannte. Die Umgebung und Schauplätze sind größtenteils ebenfalls aus dem Moonwalker Film.

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Musik

Das Beste am Spiel ist für mich schlichtweg die Musik. Im 16-bit Sound läuft in jeder Welt ein anderer Song von Michael Jackson und es klingt einfach nur genial. Boxen oder Kopfhörer-Lautstärke erhöhen ist hier ein Muss! Im Spiel enthalten sind die folgenden Songs:

Smooth Criminal
Beat It
Another Part of Me
Billie Jean
Bad
Thriller

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Master System oder Mega Drive?

Im Prinzip sind die Versionen vom Master System und dem Mega Drive identisch. Sie unterscheiden sich nur in der Qualität der Musik und der Grafik. Ich würde somit das Spiel auf dem Mega Drive empfehlen. Für Sammler oder Master System-Verliebte lässt es sich natürlich auch auf dem Master System bis auf die Schönheitsmängel immer noch genauso gut spielen.

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Fazit

Michael Jackson ist eines meiner absoluten Kindheitsidole und somit hat das Spiel für mich natürlich noch eine ganz andere Bedeutung. Ich würde es wahrscheinlich sogar noch toll finden, wenn es kaum spielbar wäre… es ist halt einfach Michael Jackson. Es macht Spaß, aber nachdem, was man heutzutage so kennt, ist die Steuerung natürlich ziemlich mies und auch der Schwierigkeitsgrad ist nicht gerade der einfachste für so Grobmotoriker wie mich. Abwechslungsreich ist es leider auch nicht wirklich, man rettet mehrere Kinder, schaltet Gegner aus, rettet wieder mehrere Kinder und schaltet wieder Gegner aus, und das immer und immer wieder. Jemandem, der also mit Michael Jackson oder alten Sega-Spielen nichts anfangen kann, dem kann ich auch das Spiel nicht empfehlen. Aber die MJ- und Retrofans sollten daran doch ihren Spaß haben und sind was die Steuerung betrifft sicherlich schon abgehärtet von vielen anderen Titeln. Aber Hand aufs Herz, wenn wir etwas toll finden, dann beißen wir uns auch durch blöde Passagen durch und lernen beispielsweise mit einer schwierigen Steuerung umzugehen, oder? Keep calm and moonwalk all the time.

Am Ende bleibt nur noch zu sagen… hiiiiihiiiiiii…. Ouuuuuuuuu! Hätte ich einen Hut, würde ich ihn nun vor den Bildschirm werfen… wie gut, dass ich keinen habe.

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