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Dark Project – Der Meisterdieb


Meine Kindheit steckte voller Spiele, die ich noch heute liebe. Angefangen hat alles mit Super Mario World auf dem Super Nintendo, ging über Banjo Tooie und auch ein gewisses Spiel in dem man auf Nazis schießt… reden wir nicht drüber. Es gab aber ein Spiel, welches ich zwar nie verstand, aber meinem Onkel immer fasziniert zusah. Ich rede von Dark Project oder wie es in unserem Land heißt, Dark Project: Der Meisterdieb.

Es gehört dabei zur Thief Reihe welche 2014 ein Reboot bekam, das ich bis heute nicht gespielt habe, weil ich von dieser Reihe einfach nicht enttäuscht werden möchte. Die Thief Reihe stand schon immer für Mysterien und ganz wichtig: es gibt diesen einen Punkt wo einfach alles anders wird und eine mystische und unreale Wendung das gesamte Spiel auf den Kopf stellt. Aber fangen wir vorne an! Ich spreche hier übrigens eine Spoilerwarnung für dieses Spiel aus, es ist fast älter als ich, da kann man mal spoilern.

Wir spielen Garret, einen Meisterdieb. Dieser bekommt den Auftrag ein Zepter zu stehlen. Schon in dieser Mission sehen wir, was dieses Spiel ausmacht. Wir kaufen zu Anfang unseren Stuff, also Pfeile in den verschiedensten Ausführungen, Tränke und Blendgranaten, drücken auf Start und bumms, wir stehen im Level, bewaffnet mit Karte und unseren Anweisungen. Spielen wir nun auf Normal sollen wir ausschließlich das Zepter stehlen, je weiter wir dennoch im Schwierigkeitsgrad nach Oben gehen, je mehr Ziele haben wir. In der ersten Mission kommt allerdings nur dazu, dass wir einen bestimmten Wert an Schätzen stehlen, niemanden töten und am Ende wieder auf der Straße stehen sollen. Die späteren Level halten so einiges mehr bereit, so muss man ganze Gegenstände nur anhand von kryptischen Tipps finden, die dann komplett am anderen Ende des Levels liegen oder durch ein Rätsel verschlossen sind. So gibt es in einem Level die Aufgabe einen besonderen Gegenstand zu finden dieser ist in einem Anwesen, in einer Stadt voller Zombies. Der Zugang zum Anwesen ist auf dem Pfeiler einer Brücke, wo eine unscheinbare Tür durch ein Gebäude führt. In dem Anwesen selbst laufen dann noch zwei wunderbare Ritter rum, die uns mit einem Schlag töten können… Das ist Dark Project. Aber egal.

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Also, Karte studiert, Missionsziele gelesen und los geht es. Und siehe da: wieder ein Problem… ein schwer bewachtes Tor, wir könnten nun unser Schwert nehmen und uns in den Smalltalk dieser Wachen einmischen aber halt… töten war ja nicht erlaubt und unser Prügel, der zum Betäuben dient, reicht nur für eine der beiden Wachen. Also anderen Weg suchen. Wir finden am Ende eines Weges ein Häuschen, das in die Kanalisation führt. Natürlich ist dieses verschlossen, ich meine es ist ein Videospiel, die Wache die direkt nebenan steht und uns die ganze Zeit betrunken anlabert, hat zum Glück den passenden Schlüssel, diesen gegriffen in die Kanalisation gesprungen und durch die Plörre durch. Angekommen im Gut des Barons, stehen wir vor einem riesigen Labyrinth und einem Paradies für Leute die gern Quicksaves machen. Wir schleichen also durch das Schloss, machen hier und da Lichter aus, sterben, laden das Spiel neu, schleichen weiter, sterben, laden wieder und kommen hoffentlich irgendwann im Schlafgemach des Barons an. Nehmen das Zepter und rennen aus dem Anwesen, nur um dann festzustellen, dass wir vergessen haben Schätze mitzunehmen, also heißt es zurück rein und das gesamte Level auf den Kopf stellen, hier ist das noch human… erinnert Ihr euch an die Stadt voller Untoten? Nun ich brauche noch heute zwei Stunden in diesem Level nur um die Schätze zu finden.

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Diese Mission war aber erst der Anfang, so legt die Story erst nach einem gewissen Teil so richtig los. Wir treffen nämlich irgendwann auf Constantine, einen Sammler mystischer Gegenstände, welcher uns damit beauftragt ein gewisses Auge aus der Kathedrale der Untoten zu stehlen.

Ab hier findet diese Wende statt, die ich bereits genannt hatte. So stehen wir vor einer verschlossenen Kathedrale und das besagte Auge spricht zu uns. Hier sei übrigens mal gesagt, solltet ihr Englisch beherrschen, spielt es auf Englisch! Die deutsche Sprachausgabe ist sehr speziell… besonders bei diesem Auge.

Es erzählt uns von 4 Talismanen, welche in den verschiedensten Orten zu finden sind, zwei davon sind relativ „normal“. Einer befindet sich in einem Magierturm… ja es gibt Magier in diesem Spiel, der zweite befindet sich in einem Opernhaus, welches bis auf die Zähne bewacht ist. Diese beiden Level überspringe ich übrigens konsequent, weil sie unfassbarer Müll sind und auch nur in der Gold Edition zu finden sind. Leider wandelt der HD Patch, die Steam Version in die Gold Version um. Die anderen beiden Talismane verlangen uns aber etwas mehr ab. Einen haben die Hammerriten (Garrets „Erzfeinde“) und der andere liegt tief unter der Erde in einer verlassenen, antiken Stadt.

Um an den Talisman der Hammerriten zu kommen, müssen wir undercover in das Hauptquartier dieser eindringen und aufpassen, dass wir nicht auffällig werden und dürfen eines der besten Rätsel ever lösen. So müssen wir Schalter, anhand von kryptischen Tipps finden und sie unter Zeitdruck aktivieren, ohne dass uns jemand bemerkt.

Der Talisman in der versunkenen Stadt hingegen ist normal, bis auf die Gegner. Wir haben es dort unten mit Magiern, komischen Dinos und fliegenden Feuerbällen zu tun. Wir haben nun schon Zombies, Magier, Dinos und Mutanten, dazu noch magische Talismane. Fehlt noch David Hasselhoff und Oliver Kalkhofe kann das Ganze in SchleFaZ zeigen. Haben wir alle Talismane bekommen, kehren wir zur Kathedrale zurück und holen das Auge, welches uns prompt in eben dieser einsperrt. Weitere Rätsel folgen und wir finden raus. Constantine bekommt das Auge und ist glücklich. Er tanzt danach mit Garret in den Sonnenuntergang… nein natürlich nicht.

 

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Wir sollen nämlich nun herausfinden was Constantine mit dem Auge vor hat, da dieses gefährliche Kräfte besitzen soll. Also geht es zu seinem Anwesen. Gleichzeitig sollen wir noch sein Schwert stehlen. Angekommen ist alles normal aber je höher wir kommen, desto komischer wird es. An den Wänden wachsen Pflanzen, die Schwerkraft wird verändert und irgendwann befinden wir uns in einem Raum, indem wir klein sind und alles andere groß. Wir erfahren durch ein Stück Pergament, dass Constantine mit dem Auge das Tor zur Unterwelt öffnen möchte und Dämonen in die Welt bringen möchte, er selbst ist übrigens auch einer und sieht aus wie Pan. Wir fliehen und stehen im Endeffekt im Schlund des Chaos, um das echte Auge gegen ein falsches zu tauschen und Constatines Zauber fehlschlagen zu lassen, er stirbt an diesem Zauber und die Welt ist gerettet.

Das ist ein ungefährer Abriss der Story dieses Spiels… na Kopfschmerzen? Ich auch!

Bevor ich aber abschließende Worte verliere, kurz mal ein Lob an das Gameplay, dieses ist nahezu perfekt und man erkennt, dass sich heutige Spiele wie Dishonored daran orientieren. Stehen wir im Dunkeln sieht man uns nicht, wir können Fackeln löschen, Gaspfeile schießen und Köder auslegen, schießen Moos auf laute Untergründe um nicht gehört zu werden und benutzen einen Trank um schneller laufen zu können… und das ist bei weitem nicht alles, was dieses Spiel im Gameplay zu bieten hat.

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Auch die Welt ist einfach großartig, wir haben es mit Dark Fantasy zu tun. Das Mittelalter zeigt sich von seiner dreckigen Seite und hier und da sieht man bereits die Steampunk Anspielungen, die in späteren Teilen den Stil noch stärker durchziehen werden. So mag ich Fantasy, dreckig, böse und dunkel.

 

Damals bin ich nie über das dritte Level hinausgekommen, ich habe gerade mal  mit Ach und Krach das zweite geschafft. Ich hatte außerdem unfassbaren Schiss vor diesem Spiel, ich meine hört euch einfach mal die Zombies an… ekelhafte Wesen. Heute spiele ich es auf dem höchsten Schwierigkeitsgrad durch, so einmal im Jahr. Dieses Spiel ist DAS Schleichspiel schlechthin und verbindet eine herausragende Story mit einem fantastischen Gameplay und einem angenehm harten Schwierigkeitsgrad.

 

 

Ein Tipp zum Ende noch. Wenn ihr in der Stadt der Untoten ankommt, hebt euch 2 Feuerpfeile auf! Ihr braucht sie am Ende, sonst dürft ihr entweder drei Stunden nach neuen suchen ODER das gesamte Level nochmal machen… mit dem Suchen der Schätze und allem anderen.

 

Vielen Dank an Gastautor Dave „Schubbi“ Mante für seine nostalgischen Worte.


3 Kommentare zu Dark Project – Der Meisterdieb

  1. Harald

    Eins vorweg – selbst 100/100 sind zu wenig für dieses Spiel. 😉
    Ich erinnere mich noch genau, als ich 2001 dieses Spiel gesehen habe und prompt installierte. Spielstart – es geht los mit dem Tutorial-Level und dem ersten regulären Level „Lord Baffords Anwesen“ (Baffords Manor).
    Das Spiel schwankt immer zwischen sehr leicht (diese Moment bei denen man sich denkt „So schwer ist das doch nicht“) und sehr schwer („Oh Gott, warum?“). Einfach ein zeitloser Klassiker, den ich liebte!

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