thrustmaster-280cpx-feature Test

Thrustmaster 280CPX – Der Große mit dem kurzen Kabel


Trustmaster steht drauf und es hat eine halbrunde Form. Instinktiv fasse ich es wie ein Lenkrad an, immerhin sind Thrustmaster ja schließlich für ihre hochwertigen Lenkräder bekannt und beliebt… aber Moment mal … das ist ja gar kein Lenkrad. Das Thrustmaster 280CPX ist ein Headset! Grund genug da mal einen Blick zu riskieren.

Alle Jubeljahre weichen Thrustmaster mal von ihren Kurs ab, auf dem sie grundsätzlich hochwertige Lenkräder zum dementsprechenden Preis produzieren und fischen in fremden Gewässern. Diesmal sind Headsets dran. Freundlicherweise wurde mir das Modell 280CPX zur Verfügung gestellt… also… auf mit dem Karton!
Auf den ersten Blick erwartet mich ein ziemlich großes, solide wirkendes Headset aus weißem Plastik mit grünen Zierelementen und grauen Polstern an den Ohrpolstern und dem Kopfband. Im Karton auch noch promiment Platziert ist die große Kabel-Fernbedienung mit zwei Schaltern und insgesamt vier Rädchen. Dazu aber später mehr.

Ziemlich satt auf dem Kopf…

Das Kopfband wird noch durch einen Metallbügel verstärkt und gibt dem Headset das nötige Gewicht um hochwertig zu wirken. Die Polster könnten auf den ersten Blick ein wenig Sorgen machen… während die Ohrpolster als sehr weiches Kunstleder durchgehen können, wirkt das Material am Kopfband schon irgendwie weniger hochwertig. Die Zeit wird zeigen, ob es sich irgendwie auffällig abnutzt. Da aber Thrustmaster auf der Verpackung steht, mache ich mir keine sehr großen Sorgen. Die Ohrpolster schmiegen sich weich ums Ohr und lassen nur noch wenig Geräusche von Außen durch. Jetzt geht es ans Verkabeln… am Headset selbst ist ein rund 50cm langes und relativ dickes Kabel mit 3,5mm Klinkenstecker. Wenn du dieses Headset mit Deiner PlayStation 4 oder Xbox One nutzen magst, dann bist du an dieser Stelle schon fertig. Klinkenstecker in den Controller und ab geht die Lutzi. Leider ist das Kabel für meine Arme ein wenig zu kurz, so dass ich den Controller entweder immer in der Luft halten oder den Kopf einziehen muss. Seltsam.

thrustmaster-280cpx-fernbedienungFür den PC kommt das kurze Kabel in die Fernbedienung und von dort aus, nach einem 5 Meter (!) langen und ziemlich dicken zweiadrigen Kabel in den USB Port sowie mit einem 3,5mm Klinkenkabel in den Kopfhörerausgang. „Holla die Waldfee! Da kann ich ja beim zocken auch mal fix zum Kühlschrank laufen oder mit dem Hund Gassi gehen und dabei mit meinen Mitspielern weiter quatschen.“ denkst Du Dir da vermutlich gerade, oder? Jetzt kommt aber das seltsamste am Headset… denn damit du das Mikrofon nutzen kannst, musst du noch ein weiteres Kabel an die Fernbedienung anschließen… und das ist nicht nur unfassbar dürr, sondern auch nur rund eineinhalb Meter lang. Damit verkürze ich also das robuste 5 Meter Kabel auf eineinhalb Meter… was zum Geier soll das denn?!

…etwas matt im Ohr

…ein extrem preiswertes Headset, dass Ideal für den Voice-Chat ausgerichtet ist.

Aber gut… ich sitze ja eh direkt am PC und empfinde die 5 Meter als viel zu lang, allerdings die 50cm + 1,2 Meter als zu kurz. Naja… da steh bzw. sitze ich nun mit meinem 5 Meter Kabelknäuel und möchte einfach nur noch eine Runde mit dem Thrustmaster 280CPX zocken. Meiner Meinung nach gibt es nichts besseres als den Sound von Battlefield 4 um ein Headset zu testen. Hier wird viel übers Voice over IP gequatscht und die Sounds des Spiels sind die absolute Referenz. Was mir als erstes auffällt… sobald ich das Gerät angeschlossen und das abnehmbare Mikrofon an die linke Ohrmuschel gesteckt habe, bietet das Thrustmaster 280CPX einen Rückhör-Ton. Das bedeutet, dass ich meine eigene Stimme nochmal durch die Lautsprecher im Headset hören kann, was ziemlich praktisch ist, da die Ohrpolster kaum einen Ton von Außen rein lassen. Optional kann man dies aber auch mit einem der beiden Schalter an der Fernbedienung deaktiveren. Der zweite Schalter, deaktiviert wenig überraschend das Mikrofon, damit man auch mal ordentlich über die Mütter seiner Mitspieler fluchen kann… sowas muss ja nicht immer gleich in die Welt posaunt werden. Die vier Rädchen regeln die Lautstärke und den Bass des Kopfhörers, die Empfindlichkeit des Mikrofons und die Lautstärke des Chats getrennt von der Spiellautstärke, sofern du das Teil an deinen Xbox 360 Controller angeschlossen hast. Soweit schon eine feine Sache.

Die 50mm-Treiber versprechen einen satten Klang und der Regler für die Bass-Intensität macht Hoffnung. Da es bei Battlefield 4 ordentlich zur Sache geht, lasse ich diesen Regler dann schon mal auf halber Kraft und starte ins Spiel… und bin überrascht. Der Klang geht in Ordnung, lässt aber die Höhen vermissen. Die Mitten klingen ziemlich gut und der Bass… naja… der kann geregelt werden, neigt aber bei höheren Einstellungen dazu matt und undefiniert zu wirken. Dafür gibt es aber wie gesagt den Regler. Das Thrustmaster 280CPX legt eindeutig Wert auf die Mitten, was gerade bei Stimmen (also zum Beispiel beim Voice-Chat) wichtig ist. Die Beschimpfungen meiner Mitspieler konnte ich also hervorragend verstehen, während das Spiel selbst matt vor sich hin rumpelte. Hier ist Feintuning über den Treiber deiner Soundkarte angesagt. Leider gibt es den besagten Bass Regler und Einstellmöglichkeiten am Equalizer nur für den PC … daher dominieren die Mitten beim Sound an den Konsolen.

thrustmaster-280cpx-seite

Wie gesagt, der Fokus auf die Mitten ist perfekt für Spiele, in denen du viel mit deinen Mitspielern quatschen magst ohne, dass ihre Stimmen in der restlichen Soundkulisse untergehen. Dafür spricht auch das Mikrofon des Thrustmaster 280CPX. Einmal angesteckt, lässt es sich mit dem leicht flexiblen Bügel gut platzieren und bietet eine ordentliche Qualität in den Ohren deiner Mitspieler. Flüche, Beschimpfungen und vielleicht auch mal ein Lob kommen also immer sehr klar auf der anderen Seite an.

Fazit

Löblich, dass Thrustmaster mit dem 280CPX ein Allround Gerät anbieten möchten, dass sich an den PC, den Mac, nahezu allen Konsolen und Handhelds anschließen lässt. Allerdings wäre weniger mehr gewesen… der Sound ist, vor allem an den Konsolen, etwas zu matt. Die verschiedenen Kabel und Adapter verwirren selbst mit der Anleitung und die unterschiedlichen Kabellängen sind gerade für den Betrieb am PC mehr als fragwürdig gewählt. Allerdings kommt jetzt das Besondere an diesem Headset… es soll nur schlappe 49,99 € (UVP) kosten. So gesehen bekommst du dann ein extrem preiswertes Headset, dass Ideal für den Voice-Chat ausgerichtet ist, prima verarbeitet wurde und mit nahezu jeder Plattform kompatibel ist. Wenn du aber einen Kopfhörer suchst, der ab und an mal als Headset verwendet werden möchte… dann ist dieses Teil nichts für dich.


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