Surface Pro 4 Hardware

Das Microsoft Surface Pro 4…



… und die Frage ob man auf diesem Tablet auch zocken kann

Heute beschäftigen wir uns mal mit einem Feldversuch, der eine interessante Frage beantworten soll. Zur Verfügung steht ein Microsoft Surface Pro 4, und die Frage die wir beantworten möchten lautet: Can it run Crysis?

So extrem ausarten soll´s dann doch nicht (vielleicht, mal sehen ;)), aber trotzdem ist es spannend herauszufinden was das gute Stück alles kann. Aber bevor wir den niedlichen kleinen Tablet-PC mal ins schwitzen bringen, erstmal einiges zur Technik und den verfügbaren Modellen.

Die Reihe Microsoft Surface Pro 4 besteht aus 3 verschiedenen Geräten, die vom Design her gleich sind, jedoch Hardwareseitig einige Unterschiede aufweisen. Diese bestehen Primär in 3 unterschiedlich Leistungsstarken CPUs der aktuellsten Intel Architektur namens Skylake (core m3, core i5, core i7) , sowie der Speicherbestückung (4GB, 8GB, 16GB DDR4) und unterschiedlichen Kapazitäten der SSD (128GB, 256GB, 512GB). Ebenso ergibt sich durch die verschieden leistungsstarken CPUs auch nochmal ein Unterschied bei der integrierten Grafikeinheit (Intel HD 515; 520 & Iris).

Vom Äußeren her sind nicht nur alle Modelle gleich, sondern auch die Ähnlichkeit zum Vorgänger dem Surface Pro 3 ist unverkennbar. Nach wie vor steckt die Technik in einem sehr hochwertigen Magnesium-Gehäuse. Das Gewicht des Modells liegt in unserem Fall bei 786 Gramm.

Die Abmessungen des Surface Pro 4 betragen insgesamt 29,1 x 20,1 cm bei einer Stärke von 8,4mm.

Bei unserem Test Surface Pro 4 handelt es sich um das mittlere Modell, also die Variante mit Intel Core i5 Prozessor, 8GB DDR4, 256GB SSD und der integrierten Grafikeinheit Intel HD 520.

Surface Pro 4


Display, Surface Pen & Type Cover

Das Display löst maximal mit 2736×1824 auf, bei einem Seitenverhältnis von 3:2 und einer Größe von 12,3 Zoll, die Pixeldichte liegt bei 267 ppi. Das Kontrastverhältnis liegt bei 1300:1.

Als Bedienelement zum Surface Pro 4 bekommt man von Microsoft den Surface Pen in die Hand gelegt. Er verfügt über 1024 Druckpunkte und eignet sich bestens für alle Art von kreativer Arbeit am Tablet. Das Design wurde überdacht. Der Stift ist nicht komplett rund, sondern an einer Seite abgeflacht. Die flache Seite ist magnetisch, und lässt sich wunderbar ans Gehäuse anbringen, und haftet dort auch sehr gut. Insgesamt liegt der Stift gut in der Hand, und hat meine Kritzeleien etwa so schräg auf das Tablet übertragen, wie ich es erwartet hätte.

Das Type Cover ist wiederrum einer der Punkte, der dem geneigten Kunden etwas sauer aufstößen könnte. Nach wie vor gehört das Type Cover nicht zum Lieferumfang, und muss zusätzlich erworben werden. Für unseren Feldversuch stand uns ein Exemplar davon zur Verfügung, und was meine Eingaben angeht, bin ich positiv überrascht gewesen. Für mich als genereller Nutzer einer alten Logitech G15 war das kompakte Format erstmal gewöhnungsbedürftig, aber nach kurzer Eingewöhnung war sowohl das schreiben, als auch das Zocken ohne weiteres möglich. Einige dieser Zeilen habe ich zu Trainingszwecken am Küchentisch geschrieben, um schnell ein Gefühl dafür zu bekommen wie es sich auf solch kleiner Tastatur schreibt. Letztenendes unterscheidet sich das Gefühl nicht sonderlich von dem, wenn man eine Notebook-Tastatur bedient.


Let’s rock – das Eingemachte

3D Mark Logo

Was jetzt folgt, ist der Feldversuch. Das, was ich mit diesem schmucken Tablet so ausprobiert habe.

Begonnen habe ich, aus reiner Neugierde, und weil es mal eben schnell erledigt ist mit synthetischen Benchmarks. In aller Regel gehören sie zum Pflichtprogramm,  wenn man irgendwas hardwaretechnisches an seiner Systemkonfiguration geändert hat. Über die Aussagekraft der Werte kann man streiten, denn nur weil ein allgemeiner Benchmark nicht gut ausfällt, muss das nicht bedeuten das man mit dem getesteten Gerät keine Spiele spielen kann.


3D Mark – FireStrike

Meine erste Wahl zum testen fiel auf den 3D Mark FireStrike, der Benchmark der wohlbekannt dafür ist, auch aktuelle Hardware ans Limit zu treiben – im Zweifel in der Extreme Variante.

Das Ergebnis des Tests war etwa derartig mager wie ich es angenommen hätte.

Fire Strike Surface Pro 4

Letztenendes hatte ich auf zumindest 1000 Punkte gehofft, war nicht drin… Macht auch nichts, wie bereits zuvor erwähnt ist ein Benchmark in FullHD nicht unbedingt Indikator für das, was die Hardware wirklich kann. Auch der zweite Versuch war ein syntethischer Benchmark aus dem Hause 3D Mark, dieses mal der auf Tablet PCs zugeschnittene Ice Storm Unlimited Benchmark.


Ice Storm Unlimited

Ice Storm Unlimited Surface Pro 4

Verglichen mit dem Vorgängermodell, dem Surface Pro 3 in der mittleren Ausführung rockt unser Test-Tablet den Benchmark enorm. Während das Surface Pro 3 laut Futuremark Datenbank auf Höchstwerte im Bereich um die 46000 Punkte landet, erreicht das Folgemodell satte 62347 Punkte – Top Wert für ein Tablet.


Genug Synthetik – lasset uns zocken!

Meine ersten Gedanken zum Thema Spiele auf dem Surface Pro 4 waren, welche Spiele sich denn letztenendes eignen. Das man ein modernes Spiel mit topaktueller Grafik wohl eher nicht auf einem Tablet genießen kann stand für mich mehr oder minder ausser Frage. Blockbuster schreien heutzutage ja förmlich nach Potenten Grafikkarten, vermutlich auch das einzige was dem Surface Pro 4 fehlt, um auch diese Kategorie zu meistern.

Nach etwas Überlegung habe ich mich entschlossen einige wenige Spiele zu testen, die allgemein häufig gezockt werden und dabei auch voll im Trend sind. Die Genres wären primär MOBA, Shooter und Arcade/Indie. Angefangen mit einem Shooter, der bereits seit Ende der 90er in stets aktualisierten Versionen ein Dauerbrenner auf vielen Systemen ist.


Counter-Strike: Global Offensive

Wohl einer der bekanntesten Multiplayershooter unserer Zeit, und nach wie vor in mehreren Versionen weit verbreitet, fiel meine Wahl für den ersten Test auf CS. Kaum war der Download erledigt juckte es auch schon in den Fingern. Fix die Maus vom Desktop per USB an das Tablet angeschlossen, und einen ersten Eindruck sammeln. Dieser ergab sich sehr schnell, der Mauscursor ruckelte munter vor sich hin, erstmal ein Schuss in den Ofen. Aber nach wenigen Blicken in den Grafikeinstellungen, ließ sich das Problem beheben. 8xMSAA ist dann wohl doch etwas too much für eine integrierte Grafikeinheit. Und auch Texturen, Effekte und der ganze andere Kram, der nach Leistung giert muss nicht unbedingt im oberen Bereich angesiedelt sein. Alles schnell auf Low gesetzt, und die Auflösung von der höchstmöglichen (2736 x 1824) auf moderates FullHD gesetzt. Et voila! Schon ist die Cursor-Ruckel-Orgie Geschichte.

Starten wir mal ein Botmatch, und sehen was passiert. Laden, laden Laden… Und ich stehe als Terror auf Dust 2, wie gewohnt bei Bots mit der Bombe in der Hand, und lege los. Erste Runde, rechs A – Double Doors, eben 2 CTs wegpusten und auf zum Bombspot. Läuft soweit ganz gut, die Frames liegen dabei im passablen Bereich um die 70 durchschnittlich. Doch dann, kommt mir eine wahnsinns Idee, ich werfe eine Smokegrenade, um den Bombenplatz abzusichern. Kein Problem bis hierher, doch drehe ich mich zur Nebelwand hin merke ich, wie die Frames einbrechen. Plötzlich sind es nur noch 30 – 40. Soweit vielleicht nicht dramatisch, steckt man aber mitten in einem Kampf, könnte dir dieser Framedrop aufgrund der Smoke dann doch das Genick brechen.

Um Sicherzustellen, dass es tatsächlich kein Irrtum war, beschloss ich die Sache zu Reproduzieren. Start -> Smoke -> FPS Einbruch, somit bestätigt sich die Annahme.

Ein Lösungsweg muss her, und der ist auch schnell gefunden. Auflösung auf 1440×900 runtergeregelt und erneut getestet. Nun bewegen sich die Frames ohne die Smoke im Bereich um die 100 FPS, also zünde ich das gute Stück und sehe was passiert. Wieder ein Framedrop, dieses Mal jedoch von etwas über 100 auf immernoch gut spielbare 60 FPS. So lässt sich Global Offensive spielen.

Noch eine Proberunde gedreht um sicher zu gehen, aber ja. Es funktioniert! Respekt!!

Counter-Strike: Global Offensive

102 Max FPS @ 1440x900
64 Min FPS @ 1440x900


Dota2

Neben Counter-Strike ist Defense of the Ancients 2, kurz Dota2 wohl eines der am häufigsten gespielten MOBAs unter der Sonne. Daher kam mir der Titel gerade recht, um auch hier mal zu sehen ob – und wie es auf dem Surface Pro 4 läuft.

Mit dem Hintergrundwissen, das bestimmte Effekte durchaus schädlich für die Performance sein können, entschließe ich mich direkt die Auflösung etwas abzusenken. Was vornehmlich damit zusammenhängt, das ich auch hier wieder solide Frameraten zumindest in Nähe der 60 FPS Marke anpeile, spielbar wäre es möglicherweise auch mit niedrigeren Werten, weswegen der ideale Kompromiss aus Spielbarkeit und Optik von Spieler zu Spieler variieren kann.

Also starte ich erneut ein Spiel gegen Bots, und ziehe meine Kreise.  Höchstwerte der Frames liegen auch hier wieder im anfänglichen 100er Bereich. Gut genug um ein solches Spiel ordnungsgemäß zocken zu können.  Tiefstwerte bei den Frames lagen bei 55, was für ein MOBA, welches zwar reaktionen erfordert aber bei weitem nicht so hektisch abläuft wie ein Shooter absolut ausreichend ist.

Folglich lässt sich auch ein MOBA mit der Source Engine 2 vom Surface stemmen, erneut bin ich überrascht.

Dota 2

108 Max FPS @ 1440x900
55 Min FPS @1440x900


AIPD – Artificial Intelligence Police Department

 

Es war noch nicht viel Zeit ins Land gezogen, das ich diesen Titel zum Testen in den Fingern hatte. Daher dachte ich mir, dass ein kurzer Versuch mit einem recht simpel gestrickten Spiel nicht schaden kann. Settings und auch die Auflösung habe ich zuerst mal bei den üblichen Werten belassen. Sprich erstmal die volle Lotte, und sehen was passiert. Und das war natürlich die falsche Entscheidung.

Auch wenn das Spiel auf einer Kartoffel läuft, so ist unser Surface Pro 4 nicht ganz so begeistert davon. Die Unreal Engine 4 lässt sich erst dann auf ein spielbares Maß zähmen, nachdem wir auch hier die Effekte und die Auflösung reduziert haben. Am Ende waren es noch brauchbare 55FPS, diese allerdings sehr konstant.

AIPD

55 Max FPS @ 1440x900
45 Min FPS @ 1440x900


Der letzte  Feldversuch – Rocket League

Eigentlich hat sich die Frage für mich nicht gestellt, ob ich Rocket League – den Indie Knaller 2015 ebenfalls teste, oder lieber nicht. Denn wenn eine Abschätzung her soll, ob man häufig gespielte Spiele auf dem Tab spielen kann oder nicht, dann darf Rocket League in diesem Parcours auf keinen Fall fehlen.

Ebenso wie bei den anderen Spielen zuvor habe ich auch hier die Settings nach unten korrigiert, um ein möglichst flüssiges Ergebnis zu erlangen. Auch die Auflösung habe ich gleich zu Beginn nach unten geändert, schließlich lag darin jedes Mal der Schlüssel für ein flüssiges Gameplay im angepeilten ~60FPS Bereich.

Also los, Freundschaftsspiel gestartet (hatte im Moment keinen Controller zur Hand) und ab geht’s. Ruck zuck hatte mein Team zusammen mit mir in der Einöde-Arena die Führung übernommen, und wir rockten die Arena als gäbe es keine Boshaftigkeit auf dieser Erde. Nach dem 5:1 Endstand gegen die ProfiKI hatte ich keinen Zweifel mehr daran, das auch Rocket League machbar ist – mit soliden Framewerten im Bereich von 50FPS. Badummm…. TOOOOR!

Rocket League

62 Max FPS @ 1440x900
44 Min FPS @ 1440x900


Can it run Crysis?!

Zugegeben, mit dieser Frage habe ich mich aus Spaß an der Freud dann doch mehr beschäftigt als ich eingangs sagen wollte.

Die Frage bleibt in solchen Momenten, wo man einen Tablet-PC in den Fingern hat, welches eigentlich überhaupt nicht auf sowas ausgelegt ist, aber trotzdem theoretisch auch ein solches Spiel wiedergeben kann, ob das auch funktioniert.

Als Crysis 2007 auf den Markt kam, war es der ultimative Benchmark. Es brauchte schon einen flotten Core 2 Quad samt Leistungsstarker Grafikkarte vom Schlage einer GeForce 8800GTX um diesen Titel in hohen Einstellungen brauchbar zocken zu können. Die Frage „Can it run Crysis“ geisterte damals durch die Foren, da sich die halbe Welt unsicher war, ob der Heim PC dieses Spiel wuppen kann. Dazu sei gesagt, dass es einige Jahre gebraucht hat, bis die Hardware weit genug war um diesen Titel wirklich mit allem Drum und Dran wiedergeben zu können.

Soviel im Kurzabriss zu Crysis – dem Saunagang für vielerlei Hardware. Nachdem ich das Spiel gestartet habe, hab ich selbstverständlich die Einstellungen wie auch die Auflösung runtergeschraubt, schließlich wollen wir hier keine Hardware auf den Ersatzteilfriedhof überführen, sondern mal gucken was geht.

Okay, das Spiel läuft und nachdem wir dieses lästige Video am anfang hinter uns gebracht haben, sehen wir bekannte Szenen. Raumschiff öffnet sich…. Flugzeug kommt angeflogen… Ein paar Typen im Nanosuit werden aus dem Flieger entfernt… Störung… zzzzzZZZZZZZzzzzzz… und irgendwann sitzen wir unten im kühlen Nass, von wo aus wir direkt in Richtung Strand schwimmen. Naja, ich glaube über Crysis muss ich insgesamt nicht viel erzählen. Aber das interessante dabei: Es läuft. Okay, zugegebenermaßen nicht permanent mit Frames im 60er Bereich, aber es ist für ein Singleplayer Spiel, noch an der Grenze des spielbaren.  Nachdem ich die ersten 3 Missionen auf dem Tablet gespielt habe, und mir ebenso meine Notizen zu den FPS Werten erstellt habe, war ich schon positiv überrascht. Minimalstes Ergebnis waren 25 FPS. Das ist wirklich nicht viel, aber das wurde auch nur an einer Stelle erreicht. Im Mittel waren es ca. 35 – 40 bei einem Höchstwert von 50FPS.

Im Gegensatz zu den meisten anderen Titeln, leidet die Optik in Crysis wirklich enorm, wenn man die Auflösung runterschraubt, und die Effekte so niedrig wie möglich wählt. Aber hey, wenn dir die üblichen Kartenspielchen, oder Bonbons zerquetschen einfach zu eintönig erscheinen, dann nimmst du vielleicht auch die eher mäßige Optik in Kauf. Solange der Spielspaß an erster Stelle steht, kann man einiges verkraften.

Crysis

50 Max FPS @ 1440x900
24 Min FPS @ 1440x900
Peregrine_Tablet_03


Mein Fazit zum Feldversuch

Das Surface Pro4 ist ohne jeden Zweifel ein Tablet der Extraklasse, nicht nur die Leistung im Arbeitsbereich und das hochwertige Design überzeugen bei der Nutzung auf Anhieb, es lässt auch zu das man sich mal mit dem ein- oder anderen Spiel ausserhalb der bekannten Appstores vergnügt. Es muss nicht immer das übliche Casual-Game sein um sich zwischen das von der Arbeit kochende Köpfchen etwas auf andere Gedanken zu bringen. Nein, wenn man einen optischen Kompromiss eingeht, dann kann man auf dem Surface auch wunderbar mal eine schnelle Runde im Ego Shooter verbringen, sich mit gern gespielten MOBAs vergnügen, oder auch einfach mal ne Rennsau sein, und den Freunden in einer kurzen Online Partie zeigen wer der Boss ist.

Was meinen Feldversuch und die Frage angeht, ob man auf dem Surface Pro 4 auch zocken kann, lautet meine Antwort – Ja! darauf kann man zocken.

Für ein so kleines aber feines Stück Hardware eine beachtliche Leistung.