star wars the force awakens feature Filmkritik

Star Wars – The Force Awakens (Das Erwachen der Macht)



Es war einmal vor langer Zeit in einer weit,
weit entfernten Galaxis …

30 Jahre nach dem Tod des Imperators ist nicht alles Friede, Freude, Eierkuchen im Universum. Eine neue Macht namens THE FIRST ORDER hat sich erhoben und verfolgt, brutaler und gnadenloser als das IMPERIUM, nur ein Ziel: die Auslöschung des letzten Jedi. Dieser letzte Jedi, LUKE SKYWALKER, ist allerdings spurlos verschwunden, nachdem ihn sein bester Schüler, KYLO REN, verraten und den gesamten neuen Jedi Orden ausgelöscht hat.
POE DAMERON, der vermutlich beste X-WING Pilot der RESISTANCE ist gerade an ein Kartenfragment gekommen, dass auf den Aufenthaltsort SKYWALKERS hinweist, als die FIRST ORDER zuschlägt. Kurz bevor er gefangen genommen wird, kann er die Karte seinem Droiden BB-8 übergeben. Damit beginnt eine atemberaubende Jagd nach dem fehlenden Kartenfragment, der nicht nur ein ganzer Planet zum Opfer fällt…


Zwischen den Stühlen

J.J. Abrams verdient meinen Respekt. Die Verantwortung für das Star Wars Filmuniversum zu übernehmen, grenzt an Wahnsinn. Auf der einen Seite sind da die kritischen Fans der alten Trilogie, die nach der „neuen Trilogie“ aus der Feder des Star Wars Vaters George Lucas, dazu auch noch extrem vorsichtig und misstrauisch sind. Auf der anderen Seite sind da die unzähligen neuen Fans, die vielleicht noch nie einen Star Wars Film im Kino gesehen haben… oder noch schlimmer… nur mit der neuen Trilogie aufgewachsen sind. Wie bekommt man also beide Seiten an einen Tisch? Das Geld steckt zwar eher in den Taschen der jüngeren Generation, die allerdings sicher nicht in einen Film geht, den die alte Generation in breiter Front nicht leiden kann.


Alte Helden? Neue Helden?

Leia Organa, Han Solo, Luke Skywalker und Chewbacca… die Darsteller Carrie Fisher, Harrison Ford, Mark Hamill und Peter Mayhew sind nicht mehr die Jüngsten. Nachschub muss also her, ins Star Wars Universum eingebunden werden und, viel wichtiger, der Nachwuchs muss bei den Fans auch angekommen. Das Debakel um den komplett animierten Jar Jar Binks, den gänzlich mit seiner Rolle überforderten Hayden Christensen und Natalie Portman, die mit Fantasy und SciFi offenbar nichts anfangen konnte, sollte sich ja nicht unbedingt nochmal wiederholen. Wirklich… diese drei Figuren haben mir Episode I bis III ziemlich versaut… mehr noch als die übertriebenen 3D Computereffekte und inhaltlich platten Charaktere.

Ach, die alten Recken… ich hatte Angst, dass die Helden als Fan Service ein wenig durch die Kulissen stolpern und gelegentlich ein Stichwort für die neuen Helden sind. Unweigerlich muss ich dann an den vierten Indiana Jones Film denken (ja, es gibt wirklich einen) und bekomme ein flaues Gefühl in der Magengegend. Natürlich sind die Helden Fan Service, machen wir uns da mal nichts vor, aber J.J. Abrams und Lawrence Kasdan, der die Drehbücher zu Episode V und VI geschrieben hat, bekommen hier die Kurve und degradieren die Helden nicht, sondern bauen sie clever und durchaus wichtig in die Story des Films ein. Ich kann an dieser Stelle Entwarnung geben. Jeder ist gut gealtert, noch voll in der jeweiligen Rolle drin und niemals irgendwie unwichtig. Vielleicht bekommt Carrie Fisher als General Organa etwas wenig Screentime, kann ihre wenigen Minuten aber ausgezeichnet nutzen.

Mit Daisy Ridley als Rey, Oscar Issac als X-Wing Pilot Poe Dameron und John Boyega (Attack the Block) als FN-2187 / Finn hätten wir gleich in den ersten Filmminuten schon die neuen Helden des Star Wars Universums und mit Adam Driver als Kylo Ren auch noch gleich einen fantastischen Gegenspieler, der unter seinem Helm in der ersten Filmhälfte leider etwas blass bleibt, dafür aber später ohne Helm für ein paar Gänsehautmomente sorgt. Bis auf John Boyega stehen also nur kaum bis gar nicht bekannte Darsteller im Mittelpunkt der Geschichte… kommt einem irgendwie aus Episode IV bekannt, oder? Bis auf Harrison Ford kannte da auch keine Sau einen der Helden. Das ist aber nicht die einzige Gemeinsamkeit mit dem ersten Teil der Star Wars Saga.


Wir sind Zuhause…

Der Anfang des Films auf dem Wüstenplaneten Jakku erinnert frappierend an Tatooine aus Episode IV, die Basis der Resistance auf einem erdähnlichen Planeten dito, die gigantische Waffe der Frist Order, die Problemchen mit dem Falken, der Endkampf, Rettungsaktionen… ach… Kenner der alten Filme werden in Star Wars – Das Erwachen der Macht förmlich mit Anspielungen und Parallelen zugeschüttet ohne, dass es irgendwie aufgesetzt wirkt und diesen Fan Service-Beigeschmack bekommt. Neulinge und Fans, die die alten Filme nicht auswendig kennen merken also nichts davon und wundern sich eventuell nur über das breite Grinsen ihrer Sitznachbarn.


Worauf wartest Du noch?

Diese Filmkritik ist ein echtes Minenfeld für mich. Auf der einen Seite möchte ich gern über jedes Detail des Films, seine Twists und wenigstens einen der zahlreichen Höhepunkte schreiben, auf der anderen Seite habe ich hier ein ganz besonderes Stück Film vor der Nase… nichts geringeres als den Star Wars Film Deiner Generation. Aber auch den Star Wars Film, den diejenigen verdient haben, die mit der alten Trilogie groß geworden sind. Freu Dich auf zahlreiche echte Kulissen, Raumschiffkämpfe, Lichtschwerter, die Macht, die alten Helden und neue Helden, die allesamt eine echte Hintergrundgeschichte haben, die weder auf einen Bierdeckel passt, noch im Film breitgetreten wird. Dir sollte aber auch klar sein, dass dies der Anfang einer neuen Trilogie ist und sicher … ganz sicher nicht jede Frage beantwortet wird. Vielleicht ist dies der größte Kritikpunkt am Film.

Kurz gesagt: ich bin ein robust gebauter, 33 Jahre alter Typ mit Vollbart, der während Star Wars – Das Erwachen der Macht heimlich geweint hat. Nicht nur vor Freude.

 

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Du möchtest Dir sofort Kinokarten für Star Wars kaufen…. und Popcorn…. oh…. und Nachos…. und Eis….

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