2011monsterbrawl-pwrup Filmkritik

Monster Brawl


8 Legendäre Horrorfilmmonster plus Wrestling-Elemente in Form einer Lifesendung… kann diese Mischung gut gehen? Die Idee allein hört sich ja schon vielversprechend an. Aber eine interessante Idee allein reicht nicht immer, wie schaut es also mit der Umsetzung aus? Und vor allem: Für wen genau lohnt sich dieser Horrorstreifen am Ende wirklich?

In einem Ring, welches sich in der Nähe einer Verfluchten Gruft befindet, treten 8 Klischee-Filmmonster im Wrestlingstil gegeneinander an. Die Teilnehmer sind: Eine süße Vampir-Lady, Frankensteins Monster, ein namenloser Zombie, eine ägyptische Mumie (nicht zu verwechseln mit der Mumie aus WCW Halloween Havoc 1994), ein Zyklop, ein Werwolf, eine typisch amerikanische Hexe, die liebevoll „Witch Bitch“ genannt wird und einen Liliputaner als Manager zur Seite hat und last but not least ein Ding aus dem Sumpf.

Regeln gibt es keine und so gut wie alles darf angewendet werden: Typische Wrestling Moves, Aufgabengriffe, Grabsteine als Waffen benutzen, Magie anwenden,… nur das Einmischen von außerhalb und Tiefschlage sind nicht gern gesehen (aha). Es wird so lange gewrestled und gekämpft, bis man es schafft seinen Widersacher zu töten. Zuerst wird die Mittelgewicht-Championship ausgekämpft, dann die Schwergewicht-Championship. Vor jedem Match werden die Monster in guter Real-Doku-Manier vorgestellt. Vor allem die Kurzdoku zu Swamp Gut ist sehr gut gelungen, da man hier die typischen Natur-Dokus ziemlich gut auf die Schippe genommen hat. Und WWE-lastige Promos werden abgespielt, die die jeweiligen Teilnehmer nochmal hypen. Kommentiert wird das Ganze von zwei Moderatoren und Jimmy Hart, der von zwei sexy Mädels am Ring unterstützt wird, ist der Ringsprecher. Aber nicht nur Jimmy Hart, sondern auch Kevon Nash aka Diesel hat hier einen kleinen Gastauftritt.

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Wie gesagt, hört sich alles ziemlich spaßig und unterhaltsam an. Aber ist denn auch die Umsetzung auch gelungen? Ansichtssache! Das erste „Problem“ haben wir schon im Genremix. Sache ist einfach die, dass Wrestling nicht jedermanns Sache ist. Wer schon mit klassischem Wrestling nichts anfangen konnte, wird es hier definitiv schwer haben rein zu kommen. Ist dies überwunden, muss man ebenfalls bedenken: Es handelt sich hierbei um eine Lowbudget-Produktion. Dies erkennt man allein schon an der Optik: Das Design der Monster ist ziemlich durchwachsen ausgefallen. Bei manchen Kreaturen wird man sich an den Kopf fassen, andere Figuren wie der Wolfsmensch und die Vampir-Lady sind dagegen richtig super geworden. Special-Effektfeuerwerke wie Dawn of the Dead sollte man trotzdem nicht erwarten. Sehr positiv ist anzumerken, wie die Filmemacher trotz niedrigem Budget und eingeschränkter Kulissen viel Spaß, Herzblut und Mühe in dieses Projekt reingesteckt haben.

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Die Kämpfe sind… ok. Wer hier Kämpfe wie HBK gegen Kurt Angle, The Rock gegen Steve Austin oder erwartet, wird hier bisschen enttäuscht. Angewendet werden fast nur Basic-Technicken wie Bodyslams, Clothelines und Diving Moves. Kurzum: Hier bekommt man bestenfalls Amateur-Wrestling-Kost geboten, was aber durchaus sehenswert ist und mit dem einen oder anderen Gore-Effekt und schwarzem Humor wieder ausgeglichen wird.

PWRimage9Die Musik ist eher durchschnitt. Nichts gegen Standart-Horrormusik, aber hier und da ein paar Rockklänge hätten dem ganzen etwas mehr Atmosphäre verliehen. Wo wir gerade beim Thema sind: Schade, dass man hier auf ein typisches Wrestling-Publikum verzichtet hat. Jubelnde Fanboys und kreischende Girls hätten dem Film sehr gut getan und dem Wrestlingfeeling sehr geholfen. Nö, stattdessen herrscht auf der Gruft (im wahrsten Sinne des Wortes) Totenstille.

Was die Gags und den Humor angehen: Beides OK. Es dauert zwar stellenweise, bis etwas zündet, aber ein kleiner Schmunzler und Lacher ist definitiv drin. Was mich hingegen etwas sauer gemacht hat: Die Mittelgewicht-Championship ermittelt keinen klaren Sieger. Dieser wird jedoch im Schwergewicht ausgekämpft und das Ende kommt dann auch noch so plötzlich und unerwartet. Das hat den Film nicht wirklich gut getan.

Kurz noch was zu den Gastrollen: Kevin Nashs Rolle ist nicht der Rede wert, während Jimmy Hart seine Rolle als Ringsprecher sehr gut spielt. Wie gemacht dafür. Generell hat man zwischendurch das Gefühl, dass man hier und da hätte das Potenzial besser ausschöpfen können, für eine „Billigproduktion“, die aus Spaß an der Freude entstanden ist, hat man aber zum größtenteils sehr gute Arbeit geleistet.

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Monster Brawl bekam größtenteils eher negative Kritik ab, was ich persönlich etwas schade finde, denn wenn ich mir die eine oder andere Kritik so durchlese, fällt schnell auf, dass die Kritiker entweder die Erwartungen etwas zu hoch geschraubt haben, oder schlichtweg vergessen haben, dass es sich hierbei um eine Low-Budget-Produktion handelt. Ja, die Hintergrundgeschichten der Monster ist etwas flach ausgefallen und über die Gestaltung und Kämpfe kann man sich streiten, und dennoch bin ich der Meinung, dass sich dieser nette Trash-Horrorfilm dieses Internetgebashe nicht verdient hat.

Zu keiner Zeit ernsthaft gemeint, aus Spaß an der Freude produziert und total liebevoll bescheuert, dass es schon gerade deswegen wieder gut und unterhaltsam ist. Das ist für mich Monster Brawl. Wer Dawn of the Dead oder ähnliches erwartet, sollte lieber einen weiten Bogen um diesen Film machen. Trash- und Wrestling-Liebhaber können ruhig einen Blick drauf werfen.

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