keine Sorge PWRUP Filmkritik

Keine Sorge, mir geht’s gut


„Keine Sorge, mir geht’s gut“ ist ein französisches Drama aus dem Jahre 2007 und wurde damals für mehrere Cesars nominiert. Regie führte Philippe Lioret und verantwortlich für die Musik war Nicola Piovani. Der Film handelt von der 19 jährigen Lilli, die nach einem Spanienurlaub mit der Tatsache konfrontiert wird, dass ihr geliebter Zwillingsbruder Loïc nach einem Streit mit ihren Vater von zu Hause abgehauen ist. Die Eltern wissen nicht, wohin er genau verschwunden ist.

Je vais bien, ne t'en fais pas 2006 Real : Philippe Lioret Mélanie Laurent Kad Merad Isabelle Renault Collection Christophel

Keine Post, keine Anrufe, keine Mailbox-Antworten- nichts! Lilli fängt langsam an zu glauben, dass ihre Eltern etwas zu vertuschen haben, als ob mehr hinter Loïc‘ Verschwinden stecken würde. Lilli verfällt in tiefe Depressionen und muss, nachdem sie Tage lang nichts gegessen hat, nach einem Schwächeanfall in psychiatrische Behandlung gegeben werden. Wenige Tage später erhält sie eine Postkarte von Loïc, worauf hin sich ihr Gesundheitszustand wieder deutlich bessert. Es folgen die Tage weitere Postkarten und Briefe, mit denen sich Lilli allerdings nicht mehr zufrieden gibt und beschließt deshalb ihren Bruder zu suchen.

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Ich muss sagen, was Regisseur Philippe Lioret hier auf die Beine gestellt hat, hat mich von Anfang bis Ende überzeugt. Es ist ihn gelungen mit einfachen, nicht aufdringlichen Mitteln ein ruhiges, sanftes, aber auch irgendwie tiefgründiges Familiendrama zu erzählen. Hier bekommt man eine realistisch erzählte Geschichte geboten, die feinfühlig und unauffällig, aber nie langweilig erzählt wurde.

PWRimage1Auch die Schauspieler möchte ich an dieser Stelle mal lobpreisen. Die Akteure spielen fabelhaft glaubwürdig, sodass man sich mit den Charakteren identifizieren und mitfühlen kann. Vor allem die Hauptdarstellerin Melanie Laurent, die nebenbei bemerkt nicht nur eine gute Schauspielerin, sondern privat auch eine gute Sängerin ist, hat mir am besten gefallen. Die Rolle, die sie verkörpert, spielt sie zu 100% glaubwürdig und die Emotionen kommen sehr authentisch rüber. Overacting wird man bei ihr und bei den anderen Darstellern nicht finden.

Ebenfalls gelobt werden sollte die Musik. Die Musikalische Untermalung wurde in jeder Szene immer passend eingesetzt und trägt zur Atmosphäre bei. Vor allem der Song „Lilli“, der immer dann eingeblendet wird, wenn Lilli an ihren verschwunden Bruder denkt, wird immerzu passend eingesetzt.

Wirkliche Kritikpunkte habe ich nicht. Mir sind keine unnötigen Längen eingefallen, wie schon am Anfang erwähnt haben mich die Darsteller und die Erzählweise überzeugt. Das Einzige, was man eventuell bemängeln könnte, wäre der Twist gegen Ende des Films (keine Sorge, es folgt kein Spoiler). Es ist eine Art Plot Twist, wo man geteilter Meinung sein wird. Dieser eine Twist, den ich persönlich sehr überraschend und leicht schockierend fand, lässt da schon die eine oder andere Logikfrage offen und über das Handeln einzelner Figuren wird man auch ein wenig anfangen zu grübeln, dies konnte ich aber locker verzeihen. Denn hier bekommt man einen wirklich schönen, aber auch traurigen Film geboten, der mit leichten und sanften Mitteln auf ganzer Linie überzeugen kann.


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