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Girl on the Train


Ich gestehe, dass ich die Buchvorlage von Girl on the Train, geschrieben von Paula Hawkins, bisher immer noch nicht gelesen habe und dies eigentlich vor der Filmveröffentlichung erledigen wollte. Verfilmungen von Büchern werden seinen Ursprungswerken in unheimlich vielen Fällen nicht gerecht, was ich bei diesem Film nun nicht beurteilen kann. Ihr werdet nun also eine Kritik von jemandem lesen, der das Buch noch nicht kennt und somit keine Vergleiche zu diesem und seinem Inhalt ziehen kann.

Jeden Morgen fährt die alkoholkranke Rachel Watson (Emily Blunt) mit dem Zug nach New York und am Abend wieder zurück. Während der Zugfahrten beobachtet sie regelmäßig Häuser, die sich am Bahnschienenrand befinden und wird täglich mit dem Haus, in dem sie mit ihrem Ex-Mann Tom (Justin Theroux) wohnte, konfrontiert. In diesem lebt er nun mit seiner neuen Frau Anna (Rebecca Ferguson) und deren gemeinsamem Kind. Ein paar Häuser weiter wiederum beobachtet sie immer wieder ein für sie perfektes, junges Pärchen. Eines Tages sieht sie, wie die junge Frau ihren Mann mit einem anderen betrügt und steigt vor lauter Empörung, vor allem durch den Alkohol in ihrem Blut, aus dem Zug aus. Am nächsten Tag wacht sie mit einem Filmriss auf, Blutverschmiert und völlig mitgenommen. Parallel dazu wird im Fernsehen eine Vermisstenmeldung ausgestrahlt. Vermisst wird Megan (Haley Bennett), die junge Frau, die am Vortag noch ihren Mann betrogen hatte. Von nun an macht sich Rachel auf die Suche nach Hinweisen, Hinweisen danach, was passiert ist und ob sie irgendetwas mit den Geschehnissen zu tun hat.

Anfänglich kommt Girl on the Train schlecht in Fahrt und wirkt etwas träge und noch dazu fällt es anfänglich schwer der Geschichte zu folgen. Es werden drei Stories aus verschiedenen Sichten erzählt und miteinander kombiniert. Das Problem daran ist, dass man nach sehr kurzer Zeit im Film noch nicht genau unterscheiden kann, wer nun wer ist und was genau vor sich geht. Besonders bei Toms neuer Frau Anna und der vermissten Megan gibt es aufgrund eines sehr ähnlichen Aussehens Probleme, diese auseinanderzuhalten. Sehr gut wurde wiederum die alkoholkranke Rachel dargestellt. Sie sieht immer fertig aus, hat mit Schminke verschmierte Augen und fettige Haare. Es ist nicht zu übersehen, dass sie psychische Probleme und ein großes Alkoholproblem hat. Auch ihr Verhalten deutet darauf sehr stark hin. Ich habe die Vermutung, dass man entweder das Buch vorher gelesen haben sollte oder bereits der Anfang vom Girl on the Train Film lückenhaft ist.

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Dies sind Probleme, die wir von Buchverfilmungen kennen und ich diese in der Regel verkraften kann. Girl on the Train wird zwischen der Mitte und dem Ende des Films allerdings extrem gut. Es wird eine anhaltende Spannung aufgebaut, eine schockierende Szene nach der anderen und sehr viele WTF?!-Momente geboten. Bis zum Ende des Films war ich nie sicher, wer nun der Entführer von Megan sein soll und ob Rachel tatsächlich in ihrer Trunkenheit eine Dummheit angestellt hat. Der Film lässt den Zuschauer immer wieder einen anderen Menschen verdächtigen und das ist extrem gut gelungen.

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Fazit

Girl on the Train ist trotz anfänglicher Probleme in der Erzählung ein sehr spannender, schockierender und guter Thriller mit einer toll schauspielernden Emily Blunt in der Hauptrolle. Sie hat die Rolle sehr authentisch gespielt und tat mir während des Films einfach nur unheimlich leid. Ich habe bis zum Ende gerätselt und mitgefiebert und wurde immer nervöser. Genau das sollte der Film wahrscheinlich auch erzielen und hat es geschafft. Ich bin allerdings der festen Überzeugung, dass das Buch tatsächlich vor allem inhaltlich noch sehr viel mehr überzeugen kann und werde es nun definitiv nachholen. Vor allem um den Anfang des Films richtig verstehen zu können und eventuell sogar noch mehr über Rachel und ihr Alkoholproblem zu erfahren. Da gibt es im Film leider einige Lücken, die mich im Nachhinein etwas gestört haben, als ich ihn noch einmal Revue passieren ließ.

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(c) Constantin Film

 

 

 

 Auf der Blu-ray und DVD-Version des Films bekommt Ihr einige Extras geliefert.


Meine Wertung

Final Thoughts

Girl on the Train ist trotz anfänglicher Probleme in der Erzählung ein sehr spannender, schockierender und guter Thriller mit einer toll schauspielernden Emily Blunt in der Hauptrolle. Sie hat die Rolle sehr authentisch gespielt und tat mir während des Films einfach nur unheimlich leid. Ich habe bis zum Ende gerätselt und mitgefiebert und wurde immer nervöser. Genau das sollte der Film wahrscheinlich auch erzielen und hat es geschafft. Ich bin allerdings der festen Überzeugung, dass das Buch tatsächlich vor allem inhaltlich noch sehr viel mehr überzeugen kann und werde es nun definitiv nachholen. Vor allem um den Anfang des Films richtig verstehen zu können und eventuell sogar noch mehr über Rachel und ihr Alkoholproblem zu erfahren. Da gibt es im Film leider einige Lücken, die mich im Nachhinein etwas gestört haben, als ich ihn noch einmal Revue passieren ließ.

Overall Score 3.5 Schockierend!
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1 Kommentar zu Girl on the Train

  1. Anonymous

    Eins vorab, den Roman habe ich nie gelesen. Bin auch nicht so ein Fan (soll heißen), nicht jedes Buch das verfilmt wird kann ich (will ich vorab) lesen. Zum Film, mir hat er genauso gefallen wie ich ihn damals im Kino gesehen habe. Ich finde, Emily Blunt als Alkoholikerin Rachel sehr überzeugend.

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