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Star Wars: Die letzten Jedi



Es war einmal vor langer Zeit in einer weit,
weit entfernten Galaxis …

Es gibt fast nichts Schwierigeres, als den Versuch das Internet nach einer Star Wars-Premiere zu meiden. Dabei geht es schon längst nicht mehr ausschließlich um Spoiler, sondern auch das Meckern über den Film auf niedrigem Niveau, ohne Argumente, ohne Rücksicht auf diejenigen, die sich noch auf den Film freuen. Vor allem negative Meinungen müssen direkt nach dem Kinobesuch mit der Welt geteilt und in aufgrund der Länge aufgeteilten Twitter-Posts verkündet werden – und das, obwohl wir mittlerweile schon die 280-Zeichen-Kommentare nutzen können. Mit etwas Verspätung und großer Vorfreude habe ich es nun auch endlich geschafft, meinen Jedi-Anwärter-Hintern ins Kino zu schaffen und mir Star Wars: Die letzten Jedi angesehen. Wie ich ihn fand? Das erfahrt ihr in meiner Review, ganz ohne Spoiler und Rage.


Vorhang auf für Rian Johnson

Vorab erwähne ich, dass ich persönlich ein großer Fan von Das Erwachen der Macht bin und mich bereits während der ersten Minuten des Films in J.J. Abrams Fortsetzung der Star Wars-Reihe verliebte. Auch wenn der Film durchaus Luft nach oben gehabt hätte, konnte er mich mit seinen neuen Charakteren und auch der Geschichte überzeugen. Darüber hinaus wurde uns mit BB-8 ein absoluter Merchandise-Verkaufsschlager und Publikumsliebling geboten, der auch neue Fans des Franchise anspricht und sie bereits in jungen Jahren mit dem Star Wars-Fanvirus infiziert. Episode 8, Die letzten Jedi, stand nun allerdings nicht mehr unter der Regie und dem Drehbuch von J.J. Abrams, sondern Rian Johnson. Diesen kennt man unter anderem für seinen Actionstreifen Looper. Aber hat er es geschafft, mit Die letzten Jedi einen Film zu drehen, der die kritischen und anspruchsvollen Fans überzeugen kann?


Die letzten Jedi

Nach dem Ende von Das Erwachen der Macht standen einige offene Fragen im Raum. Wie entwickeln sich Rey (Daisy Ridley) und Finn (John Boyega), was wird aus Kylo Ren (Adam Driver) und was geschieht mit unserer geliebten Prinzessin Leia Organa (Carrie Fisher)?

Die Story ist schnell und einfach erklärt. Rey sucht Luke Skywalker (Mark Hamill), den letzten Jedi, auf dem Inselplaneten Ahch-To auf und möchte von ihm lernen, wie sie mit der Macht umgehen kann und ihre Ausbildung zur Jedi-Ritterin abschließen, um mit den verbündeten Rebellen gegen das Imperium anzutreten und Kylro Rens Mission, die er durch Snoke (Andy Serkis) aufgetragen bekommen hat, zu unterbinden.  Eine komplett frische und neu erzählte Story sollte man also nicht erwarten, denn letztlich gibt es erneut eine gute und eine böse Seite, die sich gegenseitig vernichten und ausrotten möchten. Weiteres möchte ich an dieser Stelle nicht preisgeben, um euch nicht die Spannung und die überraschenden Momente zu nehmen. Aber auch in Episode 8 bekommen wir an einigen Stellen den gewünschten und passenden Fanservice, unter anderem in Form von bekannten Charakteren, geboten. Hell yeah!


Raumschlachten, Bodenkämpfe und herzzerreißende Porgs

Wenn es etwas gibt, das Die letzten Jedi besonders gut hinbekommen hat, dann ist es die Action. Rian Johnson hat es geschafft, einen guten Mix aus Raumschlachten und Bodenkämpfen zu verfilmen, die uns nach häufigeren langatmigen Szenen bei Laune halten und den Boden im Kino zum vibrieren bringen. Mit einer Länge von 2,5 Stunden ist es selbstverständlich, dass der Film nicht durchgängig mit actionreichen Szenen bestückt sein kann und Storyinhalte etwas ruhiger und ausführlicher erzählt werden, auch wenn dies nicht immer nachvollziehbar ist. Während manche Geschehnisse im Film nur kurz erwähnt werden und mehr Länge verdienen, fühlen sich andere wiederum zu ausgereizt an. Auch Charaktere, wie zum Beispiel Chewbacca, wirken so, als wären sie nur im Film gelandet, um den Fans ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern – nicht etwa, um dem Film selbst etwas zu nützen. Eine sympathische Neueinführung sind wiederum die Porgs, bei denen sicherlich einige unter uns Angst hatten, sie wären zu aufdringlich und häufig im Film enthalten. Hier kann ich euch beruhigen, die knuffigen Flugtiere haben ihre verdiente Screentime erhalten, werden dem Zuschauer aber nicht alle paar Minuten grundlos unter die Nase gerieben und sorgen sogar für den einen oder anderen lustigen Moment im Film, bei dem der weitere eingesetzte Humor absolute Geschmackssache ist.


In loving memory of our princess

Ich kann keine Review schreiben ohne unsere Prinzessin Leia, Carrie Fisher, abseits der eigentlichen Kritik zu erwähnen und zu würdigen. Als ich Ende letzten Jahres von Carrie Fishers Tod erfuhr, ist für mich eine kleine Welt zusammengebrochen. Es ist immer wieder ein sehr schmerzhafter und trauriger Moment, wenn eine Berühmtheit aus einem Film, der Musik oder auch dem Sport verstirbt, die einen über die Kindheit und Jugend hinweg begleitete und vielleicht sogar als Idol fungierte. Carrie Fishers Auftritt in Episode 7 sorgte bei mir nach einer so langen Star Wars Pause bereits für Gänsehaut, während mir nun in Episode 8 direkt die Tränen in die Augen schossen. In Die letzten Jedi hat sie toll geschauspielert und unsere Prinzessin verkörpert. Danke für alles, Carrie – möge die Macht auf ewig mit Dir sein.


Fazit

Star Wars: Die letzten Jedi ist für mich kein perfekter Star Wars Film und schafft es meines Erachtens nicht mit J.J. Abrams Das Erwachen der Macht mitzuhalten. Es ist sehr schwierig ein Fazit zu verfassen, ohne Szenen aus dem Film zu spoilern oder ansatzweise anzukratzen. Ich kann nur sagen, dass mir einzelne (Kampf-)szenen des Films eine Gänsehaut einjagten und mir das Audiovisuelle, wie auch die Darsteller unheimlich gut gefielen. Leider hatte ich vor allem in der ersten Stunde des Films große Probleme mit dem doch sehr platten Humor, der ihm ein wenig die Ernsthaftigkeit nahm. Star Wars beinhaltete schon immer eine gewisse Ladung an charmantem Witz, in diesem Fall wurde es aber leider ein wenig übertrieben und anfänglich definitiv in den falschen Momenten eingesetzt. Dennoch ist Die letzten Jedi alles andere als ein Totalausfall und weiß durch einige Szenen, neue Charaktere und die putzigen Porgs zu überzeugen. Ich bin sehr gespannt auf Episode 9 und freue mich bereits sehr auf diesen Kinobesuch.

Meine Wertung

Final Thoughts

Star Wars: Die letzten Jedi ist für mich kein perfekter Star Wars Film und schafft es meines Erachtens nicht mit J.J. Abrams Das Erwachen der Macht mitzuhalten. Es ist sehr schwierig ein Fazit zu verfassen, ohne Szenen aus dem Film zu spoilern oder ansatzweise anzukratzen. Ich kann nur sagen, dass mir einzelne (Kampf-)szenen des Films eine Gänsehaut einjagten und mir das Audiovisuelle, wie auch die Darsteller unheimlich gut gefielen. Leider hatte ich vor allem in der ersten Stunde des Films große Probleme mit dem doch sehr platten Humor, der ihm ein wenig die Ernsthaftigkeit nahm. Star Wars beinhaltete schon immer eine gewisse Ladung an charmantem Witz, in diesem Fall wurde es aber leider ein wenig übertrieben und anfänglich definitiv in den falschen Momenten eingesetzt. Dennoch ist Die letzten Jedi alles andere als ein Totalausfall und weiß durch einige Szenen, neue Charaktere und die putzigen Porgs zu überzeugen. Ich bin sehr gespannt auf Episode 9 und freue mich bereits sehr auf diesen Kinobesuch.

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