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Deadpool


Deadpool ist super. Sofort ins Kino mit Dir!

PS: Wolverine ist doof.

Wade Wilson

Oh nein… nicht noch ein Superhelden Film… und… scheiße… auch noch Deadpool. Solltest Du die Comics nicht kennen, dann wirst Du Dich vielleicht an Deadpool aus X-Men Origins: Wolverine erinnern. Ja genau… Ryan Reynolds als Söldner mit großer Fresse, der später mit zugenähtem Mund, Schwert-Armen und Laseraugen gegen Wolverine kämpft.

OMG, mir ist bei dem Gedanken ein wenig Kotze hoch gekommen!
Nicht nur Dir…
Jetzt mal ehrlich… Deadpool und der schmierige Ryan Reynolds?

Tatsache! Irgendwann muss es aber auch mal in einer der immer populärer werdenden Comic Verfilmungen klappen. Jetzt, im fünften Anlauf…

Wie? Fünf mal hat’s der Ryan schon versucht?
ROFL! LOL! Was für ein Looser!
Shhh!
Ist ja gut…

Richtig… angefangen hat Ryan Reynolds Comic Karriere im Jahr 2004 ausgerechnet in einem ziemlich schlechten Film: Blade Trinity. Im Gegensatz zu allen anderen Darstellern und der behämmerten Storyline, hat Reynolds als Nebendarsteller und Blade Sidekick namens Hannibal King eine ziemlich gute Figur gemacht. Hannibal King ist vorlaut, brutal und selbstzerstörerisch… na? Erkennst Du schon Parallelen? Was man als Kinobesucher nicht über Hannibal King erfahren hat: in den Comics ist er nicht nur übermenschlich stark und schnell, sondern kann seine Wunden auch selbst heilen.
Danach konnte er in Smokin‘ Aces (unbedingt in der Original Version schauen) noch mal sein Können in einem Actionfilm zeigen, der so abgedreht war, dass er auch noch als Comicverfilmung durch gehen könnte.

Du unterschlägst gerade ein paar ultra-schmalzige RomComs und Dramen…
… nicht zu vergessen, das Remake von Amitiville Horror!
War aber auch scheiße.
Stimmt…

Kann ich weiter machen? Der Leser möchte gern mehr über den neuen Deadpool erfahren. Gut. Wo war ich… ach ja… Die Selbstironie, die Darsteller Ryan Reynolds ausstrahlen kann und seine natürliche Art an der Knarre, haben ihm dann wohl die Rolle als Deadpool im 2009er X-Men Spinoff Origins: Wolverine eingebracht. Über die Scheißigkeit dieses Films muss ich wohl nichts mehr sagen… und die hier gezeigte Version von Deadpool war… alles totaler Murks.
2011 ging es dann weiter mit Green Lantern. Du zählst noch mit, oder? Billige CGI Effekte, eine alberne, vorhersehbare Story und ein peinliches Green Lantern Kostüm (natürlich auch aus dem Computer) haben den Film zurecht an den Kinokassen abstürzen lassen. Immerhin hat die massive Marketing Kampagne noch das Budget von 200 Millionen Dollar wieder reingeholt und genug arme Irre ins Kino gelockt. Mein Beileid.

Das war’s jetzt? Versuch macht wohl nicht immer Klug… hahaha
Nein! Der hat doch gerade noch vom „fünften Anlauf“ geschrieben!
Warte… Blade, X-Men: Pussyverine, Green Lantern… und… oh hast recht

Fresse jetzt! Alle Beide! So… sorry geneigter Leser… mit zwei Stimmen im Kopf ist das alles nicht so leicht. Langsam habe ich eine Ahnung, warum Deadpool ein wenig Gaga ist. Also… Versuch Nummer 4 war der Film R.I.P.D. (Rest in Peace Department). An der Seite von Jeff Bridges spielte Ryan Reynolds hier den Ex-Cop Nick Walker, der nach seinem Ableben seinen eigenen Mord aufklärt. Klingt albern, ist im Kino noch schlimmer gewesen. Wirklich… diesen Film schaut man sich nur zusammen an, wenn man sich gegenseitig hasst oder sich trennen möchte. Menschen die diesen Film mögen vergraben in ihrer Freizeit Nudeln im Wald oder lachen Fahrräder aus.

Wie bekommt man nach so einer Comic Vita denn noch eine Rolle in einer Comicverfilmung?

Ausgezeichnete Frage!

Wow… super gemacht… Streber!

Vermutlich lag es an der Performance von Reynolds als Wade Wilson im scheißigen Wolverine Film. Anfangs spielt er nämlich noch ziemlich sympathisch den Söldner, der sich mit großer Fresse und zwei Schwertern durch die Gegner schnetzelte. Später steckte unter tonnenweise Deadpool-Makeup übrigens Scott Adkins, man kann Reynolds vielleicht nicht allein die Schuld geben.

deadpool_reynolds_shar-pei

Vielleicht lag es aber auch ein wenig daran, dass Deadpool sein entstelltes Gesicht selbst als eine Mischung aus Ryan Reynolds und einem Shar-Pei bezeichnet. Wie dem auch sei… Ryan Reynolds darf ein zweites Mal in die Rolle des Deadpool schlüpfen (diesmal auch in den roten Spandex Anzug)

Der so einen Knack-Arsch macht?
Der, der den Schritt so betont?

Ja und ahm… Ja! Nach fast 110 Minuten im Kino muss ich sagen… es war eine der besten Casting Entscheidungen der vergangenen Comicfilm Jahre!

Sex, Krebs & rollende Köpfe

Das leben als fragwürdiger Söldner könnte für Wade Wilson so schön sein. Der Ex-Militär frönt sein Dasein mit Zwielichtigen Söldnerjobs, die er in einer versifften Bar annimmt. Nix wildes, aber spaßig… bis er die Prostituierte Vanessa (Morena Baccarin) kennenlernt. Darauf hin bleibt sein Leben spaßig und wird ziemlich wild, wie eine ausführliche Sex-Montage zeigen wird.

Sex mit Morena Baccarin… ohlala…
*fapfapfap*
OMFG… stop it!

Leider wird es dann unschön… Wade bricht zusammen… nein, nicht wegen der ausschweifenden Welt-Frauentag-Sexszene, sondern wegen der Diagnose: unheilbarer Krebs. Welch ein Glück, dass just dann ein Vertreter des Forschers Psychopathen Ajax (Ed Skrein) um die Ecke kommt und Wade anbietet, dass er nicht nur vom Krebs geheilt werden kann, sondern auch noch übermenschliche Kräfte spendiert bekommt. So ganz ohne Haken *hust*.
Würde das alle stimmen oder würde Wade das Angebot nicht annehmen, dann wären wir an dieser Stelle fertig… aber glücklicherweise nimmt er das Angebot wahr und findet sich kurz darauf in der Folterkammer wieder. Am Ende der wirklich intensiven Prozedur ist von Wade Wilson nicht mehr viel übrig. Aus dem Strahlemann ist ein verrunzelter Irrer geworden, der nicht nur aussieht wie eine topografische Karte Uthas die von Freddy Krüger ordentlich durch genommen wurde oder der Bastard aus einer jungen und einer viel älteren Avocado, sondern auch noch ein unaufhaltsamer Anti-Superheld, der sich „freundlich“ bei Ajax für die zärtliche Behandlung bedanken möchte.

Hilfe bekommt er übrigens vom gutmütig-naiven X-Man Colossus (Stefan Kapicic) und seinem pubertierenden Mutanten Sidekick Negasonic Teenage Warhead (Brianna Hildebrand).

Negasonic Teenage …what???
Das ist mit Abstand der coolste Superheldenname!
Für mehr X-Men war wohl keine Kohle mehr da… hahaha

Wie hab ich nur einen eigenen Film bekommen?

Deadpool

Deadpool ist nicht ohne und derber Humor gibt sich mit Sex, Gewalt und noch mehr derben Humor die Klinke in die Hand. Der Tonfall des Films ist dementsprechend. Erst lustig, dann dreckig und dann kommt die, für einen Superheldenfilm, überraschend schmerzhafte Folterung… so richtig will in Deadpool nichts in das typische Superhelden-Film-Schema passen. Aber, dass ist genau richtig! Nehmen wir allein den Vorspann des Films… während das ultra-schmalzige Angel in the Morning von Juice Newton aus den Lautsprechern bollert, gibt es eine langsame Kamerafahrt aus einer blutigen Kampfszene. Als wäre dies noch nicht absurd genug, werden statt der Vorspann übligen Namen der wichtigsten Crew und Darsteller nur Sachen wie „ein überbezahlter Honk auf dem Regiestuhl“, „eine scharfe Frau“, „eine Nervensäge“ und „CGI-Langweiler“ eingeblendet. Nicht witzig? Dann wirst Du in den kommenden 100 Minuten wohl keinen Spaß haben.

Dafür kannst Du vielleicht den Action Sequenzen etwas abverlangen… die arten zwar, sehr wahrscheinlich aus Budget Gründen, nicht so aus, wie in anderen Filmen, sind dafür aber prima geschnitten und werden meistens durch einen witzigen Spruch und/oder einer kreativen Idee aufgelockert. Wie oft kommt es schon vor, dass ein Superheld seinen Gegner wie einen Kebab blutig aufspießt und anschließend das Wort direkt an den Zuschauer richtet. Genau… nullkommaniemals!

Fazit

Eigentlich bietet Deadpool so ziemlich alles was ein guter (Superhelden)Film braucht. Derber Humor, derbe Action, Sex, Titten, Blut, Liebe und ein Anti-Held, der kein Blatt vor den Mund nimmt. Keine Sorge, in diesem Artikel habe ich nur an der Oberfläche gekratzt und die besten Szenen nicht mal im Ansatz erwähnt. Die Origin Story von Deadpool wird auch angenehm frisch in Abschnitten erzählt, die immer wieder durch eine Actionszene unterbrochen werden… oder wird die Actionszene durch Story-Flashbacks unterbrochen… ich bin mir unsicher.
Der Film ist hier in Deutschland schon ab 16 zugelassen, was vermutlich hart an der Grenze ist, da einige Szenen und Sprüche schon ein ordentliches Pfund darstellen. Allerdings kenn‘ ich selbst die Deutsche Synchronisierung noch nicht und schreibe basierend auf der OV Version.

Schau ihn Dir an… setze ein Zeichen… für mehr Erwachsene Comicverfilmungen… für ein Deadpool 2 … Deadpool for President!

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2 Kommentare zu Deadpool

  1. Debetor

    Aber ich will doch, dass die… scheinbar dritte Stimme in deinem Kopf..? unter meinem Bett wartet ._.
    Ich war noch nicht im Film, aber muss sagen, dass dieser Artikel meine Fahrt im Hypetrain nur noch beschleunigt hat. Werde ihn mir wohl die Tage dann mal anschauen müssen, wenn du ihn mir so schmackhaft machst! 🙂
    Sehr gelungener (und erfrischend anderer) Artikel, der m.M.n. auch schön mit den Deadpool-Stimmen arbeitet. Mach weiter so! 🙂

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